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Erschienen am 12.11.2009 00:00
Karnevalsauftakt
Die Rathaus-Kasse war leer
Am Mittwoch wurde in vielen Orten die fünfte Jahreszeit eingeläutet

Region - Pünktlich um 11.11 Uhr läuteten am Mittwoch  die Karnevalisten in der Region mit großem Tamtam die fünfte Jahreszeit ein.

Bad Salzungen

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Er hat ihn: Der Bad Salzunger Rathausschlüssel ist in den Händen von André Graupe (Armicher Carnevalverein).
Bild: Heiko Matz
Die Schweinegrippe könnte schuld daran sein, dass die Salzunger Karneval-Fangemeinde gestern auf dem Marktplatz deutlich dezimiert war. Aber das ist reine Spekulation. In die vier Karnevalsvereine der Stadt hat das Schlagzeilen-Virus auf jeden Fall reingehauen. Der Kalkofener Karnevalverein (KKV), der Karnevalclub Kloster (KCK), der Armicher Carnevalverein (ACV) und der Wildprechtrodaer Carnevalverein (WCV) waren personell gehandicapt, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat. Mit Gags, Liedern und Schunkelrunden verbreiteten sie gute Laune. Gut drauf war auch der nach einer Grippe genesene Bürgermeister Klaus Bohl: "Ich gebe heute nicht den Löffel ab, sondern den Rathausschlüssel."

Schweina

Auch ohne Elferrat erstürmte der Schweinaer Oberjecke Reinhard Reinhold gemeinsam mit der Kindergarde problemlos das Rathaus. Doch ein bisschen Widerstand gab es schon, als die Karnevalsnarren das Verwaltungsgebäude überrannten. Über Lautsprecher konnten die Zuschauer vor den Rathaus-Türen mithören, was im Inneren geschah. Gleich im Erdgeschoss stießen die Jecken auf die Finanzverwaltung und entwendeten dort die Gemeindekasse. Im Obergeschoss waren zunächst alle Türen

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Der Schweinaer Bürgermeister ist jetzt kostengünstig und umweltbewusst unterwegs.
Bild: Christina Necke
verschlossen, aber davon ließen sich die kleinen Narren nicht aufhalten. Im Nu befand sich auch der Schlüssel in ihren Händen. Doch Bürgermeister Jürgen Holland-Nell blieb unauffindbar. "Aber Kinder, wir haben ja alles, was wir wollten!", verkündete Reinhard Reinhold stolz und präsentierte den Zuschauern Schlüssel und Gemeindekasse. "Die ist ja leer", mussten die Narren schließlich feststellen. Lediglich der Schlüssel des Dienstfahrzeuges vom Bürgermeister befand sich darin.

Plötzlich schaute auch dieser aus dem Rathaus-Gebäude und verlangte die Kasse zurück. "Die kannste haben. Da ist nichts drin. Aber der Schlüssel wird beschlagnahmt", sagte Reinhard Reinhold. Als Ersatz-Dienstfahrzeug übergaben ihm die Jecken ein klappriges Fahrrad und nahmen ihm das Versprechen ab, zur Karnevalssitzung am 30. Januar eine Bütt zu halten und sich so richtig zum Narren zu machen.

Barchfeld

Kanonenschüsse kündigten in Barchfeld den Rathaussturm an. Mit der Grundschule und rund 200 Karnevalfreunden hatte der BKC tatkräftige Unterstützung. Da hatte der
stellvertretende Bürgermeister Ralph Groß auch bei seiner Größe keine Chance mehr und übergab den Schlüssel ohne Gegenwehr. Mit Liedern, Tänzen und flotten Sprüchen wurde dann die Karnevalszeit eingeläutet.

Bad Liebenstein

Vor einem Bad Liebensteiner Einkaufsmarkt warteten zahlreiche Kinder der Kindertagesstätte und der Grundschule ungeduldig auf den Bonbonregen. Zuvor zeigte noch die Kindergarde des SCC einen Showtanz. Süßigkeiten für die Kleinen, Glühwein und Taschenrutscher für die Großen gab es. Unter dem Motto "Surborn hatt en nue Diech, bo well da noch noch Venedig fliech", wird vom 13. bis 15. Februar dann mit bunten Programm und vielen Gästen der Karneval gefeiert.

Leimbach

Mit einem Kanonenschuss erinnerten die Leimbacher Karnevalisten Bürgermeister Göring daran, dass es Zeit ist, den Rathausschlüssel herauszurücken. Für die närrischen Gäste gab es dann ein buntes Programm

Unterbreizbach

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Kanonenschüsse kündigten in Barchfeld den Rathaussturm an.
Bild: Rainer Schade
nwohner, Kindergartenkinder und Schüler feierten mit dem Karnevalclub Unterbreizbach (KCU). Der Verein war mit viel Musik aus der Dose, der Garde, dem Elferrat, der Prinzengarde, dem Prinzenpaar Nico und Sandra Köhler, den Kanonieren und Präsident Gerd Niebel nach Räsa ausgerückt, um den Bürgermeister und seine Mitarbeiter zu entmachten. Mit Schüssen aus der Konfettikanone wurde die Saison 2009/10 eröffnet, die diesmal unter dem Motto "Des Narren beste Wahl - Karneval" steht. Ein Freikauf mit Bonbonwürfen aus dem Fenster scheiterte kläglich, denn das Gemeindezentrum wurde erstürmt, Bürgermeister Roland Ernst mit rosa Handschellen und einer Fußfessel mit zwei Kugeln kampfunfähig gemacht und mitsamt seiner Mannschaft aus dem Haus entführt. "Die Narren kamen zum Rathaus her, doch die Kasse, die ist leer. Neue Brücken, Straßen, Plätze raubten der Gemeinde Schätze", so Roland Ernst.

Vacha

"Achtung! Wegen technischer Mängel darf diese Kanone nicht abgefeuert werden. Zuwiderhandlungen werden mit Freibier, nicht unter 100 Litern, bestraft." Diese Verordnung des "Städtischen Beschussamtes", unterzeichnet mit "Der Bürgermeister" zierte die riesige Kanone, die der Carneval Club Vacha (CCV) vor dem Rathaus in Stellung gebracht hatte. Klar, dass sich die närrischen Horden dieser amtlichen Anordnung widersetzten. Mit lautem Kanonendonner ließen sie das Rathaus erzittern, bevor die Stadtwache ins Gebäude stürmte. CCV-Präsident Matthias Glock verkündete in einer Büttenrede die Übernahme der Herrschaft, und dass die närrische Saison im Jubiläumsjahr sich thematisch den schottischen Highlands widmet.

Bürgermeister Frank Pach wollte den Rathausschlüssel zunächst gar nicht herausrücken - "nicht aus Gier, sondern aus Fürsorge, denn noch nie war so wenig Geld da". Das Elend wolle er lieber selbst verwalten, meinte Pach, rückte den Schlüssel dann aber doch raus.

Gumpelstadt

Erst einmal Verwirrung herrschte im Rathaus vom Moorgrund, in Gumpelstadt. Die Narren des Gumpelstädter Carnevalvereins (GCV) konnten das Regierungsoberhaupt Udo Schilling nicht finden. Nachdem alle Räume mehrfach durchsucht worden waren, musste dann der erste Beigeordnete Uwe Grobe dran glauben und den Rathausschlüssel an den Präsidenten des Gumpelstädter Carnevalvereins Frank Norbey übergeben. Bewacht von den Narren wurde Grobe dann im bunten Zug angeführt von der Hofkapelle in die Kulturscheune gebracht. Dort konnte das zweite Regierungsoberhaupt nur hoffen, dass genügend Lösegeld zusammenkommt, um ihn auszulösen, damit er am Nachmittag die Regierungsgeschäfte wieder aufnehmen konnte. In der Zwischenzeit konnten die Bürger ihr Missfallen an der Regierungspolitik lautstark zum Ausdruck bringen. Aber die Kritik hielt sich in Grenzen, sodass die Narren dem erkrankten Bürgermeister Udo Schilling allerbeste Genesungswünsche überbringen ließen. Statt Gemecker erfreuten die Garde, die Kinder- und die Teeniegarde sowie die Tanzmariechen Annabella (6), Vanessa und Sally mit ihren temperamentvollen Auftritten das Publikum.

büh, cam, mö, rs, sach, ul, wei

 
 

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