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Erschienen am 22.08.2008 00:00
Vortrag
„Training verlängert das Leben“
Prof. Dr. Susanne Lang referierte in der Asklepios-Parkklinik über Sport bei Atemwegserkrankungen
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Etwa 60 Zuhörer lauschten der Referentin und konnten anschließend Fragen stellen. Fotos (2): cam
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Bad Salzungen„Ich möchte Ihnen heute zeigen, warum es wichtig ist, dass Sie als Patienten mit Atemwegsbeschwerden Sport treiben“, begann Prof. Dr. med. Susanne Lang, Chefärztin der II. Medizinischen Klinik im SRH Wald-Klinikum Gera, ihren Vortrag über Sport in der Rehabilitation von Atemwegserkrankungen. Etwa 60 Zuhörer waren zur Auftaktveranstaltung des Tages der offenen Tür der Asklepios-Burgseekliniken in die Parkklinik gekommen.

„Muss das sein?“, würden sich wohl viele sagen, wenn sie an Sport denken, machte Susanne Lang die Antriebslosigkeit vieler Menschen deutlich. Gerade Patienten, die unter Atemnot leiden, fällt es schwer, sich zum Training zu zwingen.

Zunächst zeigte sie die verschiedenen Formen von Atemwegserkrankungen auf und fragte in die Zuschauerrunde, wer davon betroffen ist. Viele meldeten sich. Vor allem Asthma und COPD seien weitverbreitete Atemwegserkrankungen, wie sich auch im Publikum zeigte. „Neben der Atemnot müssen auch Folgeerkrankungen bei der Behandlung beachtet werden“, sagte Susanne Lang. Dies seien beispielsweise Fehlernährung, Muskelschwäche oder Skeletterkrankungen wie Osteoporose. „Die Atemnot führt zu einem Teufelskreis“, verdeutlichte sie, denn dadurch entstehe Angst, verminderte Belastbarkeit und schließlich Antriebslosigkeit, die dazu führe, dass man sich eher schont. „Dadurch geraten Patienten oft in die soziale Isolation oder haben Depressionen.“ All diese Faktoren bestärkten die Atemnot noch, anstatt ihr entgegenzuwirken.

Aber „es gibt einen Weg heraus aus dem Teufelskreis. Oder wie wir in Bayern sagen: A bissel was geht allerwei!“, bestärkte die gebürtige Bayerin ihre Zuhörer. In der Therapie von Atemwegserkrankungen gibt es viele Möglichkeiten. Das Rauchen einzustellen, sei „der erste Schritt“. Als „unverzichtbar“ bezeichnete Prof. Lang die medikamentöse Therapie, die oft in Form von Inhalation stattfindet. Als dritte Therapieform nannte sie schließlich Sport und Training. Auch die Physiotherapie leiste einen wichtigen Beitrag.

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Prof. Dr. Susanne Lang.
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„Darf man als Kranker eigentlich genauso Sport treiben wie ein Gesunder?“, fragte sie die Zuhörer, die darauf unterschiedlich antworteten. „Man sollte anders Sport machen, langsamer und dem Leistungsvermögen entsprechend“, sagte Susanne Lang. An einer Statistik machte sie deutlich, welche Sportarten für Menschen mit Atemnot geeignet und welche weniger zu empfehlen sind. So ist die Asthmahäufigkeit bei Wintersportlern wesentlich höher als bei Sommersportlern. „Ballspiele sind besser als Langlauf“, sagte sie. „Training braucht Zeit“, machte sie immer wieder deutlich. Doch das Trainieren der Muskulatur wirke sich langfristig positiv auf das Atmen aus. Allerdings sei entscheidend, wie man Sport treibt. Besonders an COPD erkrankte Personen, die darunter leiden, dass die eingeatmete Luft nicht richtig aus der Lunge entweicht, müssten Atmung und Bewegung sinnvoll verbinden. Langsames Training mit vielen Wiederholungen stärkt die Ausdauer und sei Atemwegserkrankten besonders zu empfehlen. „Sie sollten ein mittleres Gefühl der Atemnot nicht überschreiten, auch wenn das bedeutet, dass Sie erst einmal nur den Flur entlanglaufen oder langsam Rad fahren.“ Auch verschiedene Atemtechniken, die die Patienten bei der Physiotherapie lernen, seien unverzichtbar.

Prof. Lang stellte eine breite Palette möglicher Sportarten vor: Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren oder Sport an Trainingsgeräten wie dem Laufband oder dem Crosstrainer empfahl sie den Zuhörern. Besonders in einer Gruppe mit gleichen Leistungsmöglichkeiten sei Sporttreiben sinnvoll, doch es gebe bisher nur wenige Lungensportgruppen. Die Asklepios-Parkklinik ist dem einen Schritt voraus, wie Chefarzt Dr. Andreas Huber verdeutlichte. Seit 2006 gibt es dort eine Lungensportgruppe. „Es wurden immer mehr Teilnehmer, sodass wir die Gruppe bereits geteilt haben“, sagte er. Patientin Hiltrud Fay, die seit einem Jahr die Lungensportgruppe besucht, bestätigte die positive Wirkung des Sports: „Es hat viel gebracht und ich möchte es nicht missen.“

Prof. Susanne Lang sagte zusammenfassend: „Training verlängert Ihr Leben. Packen Sie es an!“. cam

 
 
 

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