Harzer ließ sich nicht lange bitten und gab die Schlüsselgewalt in adlige Hände - Prinz Michell mit seinem Hofstaat darf von nun an regieren. "Da kann ich mich für ein Vierteljahr zur Ruhe setzen", so der Kreisstadtbürgermeister gelassen. Erst einmal aber wurde er zum Mitschunkeln aufgefordert und sang gemeinsam mit den Zuschauern am Marktbrunnen: "So ein Tag, so wunderschön wie heute." Nach diesem offiziellen Akt zogen alle Narren weiter zum Stadttheater, nicht ohne die Passanten herzlich einzuladen. Die folgten zwar nicht unbedingt zahlreich, doch im Foyer ging's trotzdem noch eine ganze Weile rund.
In Heldburg schallte die große Narrenglocke ebenfalls über den Marktplatz. Und das hatte nur eines zu bedeuten: Die 41. närrische Saison der Heldburger Spisser ist eröffnet! Vors Rathaus hatten die Karnevalisten das närrische Volk eingeladen - pünktlich um 11.11 Uhr verlangten sie von Bürgermeisterin Anita Schwarz, den Schlüssel fürs Rathaus herauszugeben. Und die Stadtchefin ergab sich ohne Zögern. Freiwillig händigte sie dem Prinzenpaar der Saison, Prinzessin Juliane I. und Prinz Stefan II. den Schlüssel aus. Die beiden Heldburger regieren in dieser Saison unter dem Motto: "Mir Spisser ham 'en meisten Zaster, drum liegt bei uns des schönste Pflaster."
Die zwei frischgekürten Hoheiten freuen sich auf die närrische Zeit. "Wir wissen, was uns erwartet", versichert Stefan Rose, der auch seine Juliane bestens vorbereitet hat. Die Rede für die Karnevalssitzung am Samstag, 20 Uhr, steht auf jeden Fall. Und einige Restkarten gibt's auch noch.
Das zweite Prinzenpaar, nämlich das des Heldburger Kindergartens, fehlte gestern auch nicht: Prinz Cedric Fuchs (Gellershausen) und seine Prinzessin Vivien Jadamowitz (Lindenau) sprachen ebenfalls zum närrischen Volk. Und dabei war eines zu spüren: Der Karneval geht ans Herz. Eine Schwäche zeigt der Spisserkarneval in diesem Jahr jedoch: Ein Schulprinzenpaar war bis dato noch nicht aufzutreiben. Karnevalspräsident Norbert "Charly" Höhn ist aber optimistisch und versichert, dass im Laufe der Saison bestimmt noch eines gefunden werde . . .
Mit großem Tam Tam rückte auch der Streufdorfer Carneval Verein (SCV) gestern um 11.11 Uhr ins Rathaus der Gemeinde ein. Auch diese Narren hatten es - wie sollte es anders sein - auf den Schlüssel abgesehen. Bürgermeister Horst Gärtner ergab sich gerne - und das Narrentreiben im Rathaus nahm seinen Lauf.
Mit Sekt prosteten sich die Karnevalisten in Hildburghausen, Heldburg und Streufdorf zu. Sie haben sie herbeigesehnt, die fünfte Jahreszeit. kue/ks


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