Hildburghausen - Gleich zweimal laden an diesem
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Viele Namen - gleiche Qualität
"Normalerweise wird bei einem solchen Jubiläum eine Vereinsfahne hereingetragen", sagt Gerlinde Korger, die seit sechs Jahren das Amt des Chorvorstandes ausübt. "Doch wir haben keine. Denn der Name unseres Chores hat sich in den 50 Jahren so oft geändert - wir wären mit dem Sticken gar nicht nachgekommen."
Als "Kreischor Hildburghausen" haben sie vor 50 Jahren angefangen, und das hatte etwas mit dem Stadttheater zu tun. Bereits im Jahr zuvor, am 4. Oktober 1959, war das traditionsreiche Gebäude nach längerer Renovierung und Umbauarbeiten feierlich eingeweiht worden. Das Programm gestalteten neben dem Staatlichen Sinfonieorchester und der Stadtkantorei der Volkschor Wallrabs und der Volkschor Heßberg. Dabei entstand wohl die Idee, aus den beiden Volkschören einen Kreischor zur Ausgestaltung von besonderen Anlässen zu bilden.
Freies Wort schrieb dazu im Januar 1960: "Aufgabe und Ziel dieses Chores ist es, durch eine zielgerichtete Probenarbeit eine künstlerische Reife zu erreichen, um neben a-capella-Chören auch größere Chorwerke gemeinsam mit dem Staatlichen Sinfonieorchester aufführen zu können." Beide Chöre blieben zwar weiterhin selbstständig, trafen sich aber zusätzlich alle vierzehn Tage zu einer gemeinsamen Probe, zunächst in der Berufsschule, später dann im Kreiskulturhaus.
Aus dem Kreischor war inzwischen der "Chor des Kreiskulturhauses" geworden. Unter Leitung von Helmut Kirchner hatte er schnell an Qualität und Popularität gewonnen. Höhepunkte außerhalb des Landkreises waren die Teilnahme an den Arbeiterfestspielen 1964 in Gera und 1966 in Potsdam. Dort erhielt der Chor auch die Auszeichnung "Preis für künstlerisches Volksschaffen 1. Klasse".
1968 bekam der Chor einen Trägerbetrieb, das Schrauben- und Normteilewerk Hildburghausen. In der "Schraube" bestand bereits seit 1953 ein Betriebschor, der dann in den Kreischor integriert wurde - zum "Chor des Schrauben- und Normteilewerkes". Ein Jahr später änderte sich der Name des Betriebes und damit auch der Name des Chores zu "Chor des VEB Schraubenkombinates". Nicht gerade ein klangvoller Name für einen Chor, doch die materielle Unterstützung war damit gesichert.
Zahlreiche Auszeichnungen
Die Sängerinnen und Sänger waren bei den Arbeiterfestspielen in Karl-Marx-Stadt und Schwerin dabei und gaben auch gemeinsam mit dem Kinderchor der Joliot-Curie-Oberschule Hildburghausen beeindruckende Konzerte - auch dank der großzügigen Unterstützung von Kirchenmusikdirektor Volker Koch. Weitere Auszeichnungen kamen hinzu wie "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" und der "Max-Reger-Kunstpreis".
Die Zusammenarbeit mit dem Chor des VEB Carl Zeiß in Eisfeld war eine weitere Entwicklungsetappe, die beide Chöre auch zu den Arbeiterfestspielen nach Dresden und Suhl führte.
Ein Einschnitt im Leben des Chores war der plötzliche Tod ihres langjährigen Leiters Helmut Kirchner im August 1981. Vier Jahre übernahm Roland Schäl die Leitung, ehe am 1. April 1985 Helmut Mitzenheim das inzwischen gebildete "Ensemble der Stadt Hildburghausen" als Gesamtleiter übernahm. Es bestand aus dem Gemischten Chor, einem Seniorenchor, einem Flötenquartett, der Singegruppe "Avante" und der Kirmestanzgruppe Wallrabs. Auch ein großes Blasorchester sollte später noch hinzukommen. Bald jedoch arbeiteten die einzelnen Gruppen wieder selbstständig, nur der Gemischte Chor hat bis zum heutigen Tag die Bezeichnung "Gemischter Chor des Ensembles der Stadt Hildburghausen" beibehalten.
Ausstellung nach Konzerten
Eine aufregende Zeit folgte dann Mitte der 90-er Jahre. Der bisherige Chorleiter Helmut Mitzenheim hatte die "Hildburghäuser Vokalisten" gegründet und dazu auch fünfzehn Sänger aus dem Ensemble "abgezogen". Doch sie haben nicht aufgegeben. Als sie im Januar 1996 den Direktor der Max-Reger-Musikschule Meiningen, Matthias Bretschneider, als Chorleiter gewinnen konnten, ging es wieder aufwärts. Und das nun schon seit fast fünfzehn Jahren. Die Frühlings- und Weihnachtskonzerte sind zur festen Tradition geworden, mit denen der Chor ein Stammpublikum an sich binden konnte.
Ein besonderes Erlebnis war sicher die Aufführung von "Carmina burana" von Carl Orff in der Klosterruine von Kloster Veßra im Jahr 2003, an der sechs Chöre mitwirkten. 2004 belegte der Chor dann beim "Daniel-Elster-Wettbewerb" den 1. Platz im Regionalausscheid und beim Landesausscheid in Sondershausen einen zweiten Platz.
Freude am Singen - das war und ist das Motto des Chores, der Antrieb, der die Chorarbeit in den vergangenen 50 Jahren stets leitete. In einer Ausstellung, die im Anschluss an die Konzerte des Wochenendes zu besichtigen sein wird, sollen die fünf Jahrzehnte noch einmal Revue passieren.


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