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Erschienen am 09.10.2007 00:00
Einwohnerversammlung
Westhausen ist mehr als ein hübsches Dorf
Zukunftsideen und Dinge, die den Westhäusern auf den Nägeln brennen, sind gefragt.
Von Katja Semleit

WesthausenDie Eigendynamik ist verloren gegangen. Sie ist auf der Strecke geblieben – irgendwo in Westhausen. Darüber ist Susanne Plaumann, engagierte Bürgerin der Gemeinde, traurig. Und dabei hatte alles so gut angefangen. 2002 mit Ideen, 2003 mit konkreten Plänen, die Schritt für Schritt bis 2006 umgesetzt wurden. Eines ist derzeit noch in Arbeit, der Radwegebau zwischen Westhausen und dem Ortsteil Haubinda. Viel ist getan. Der Gemeinderat hat ganze Arbeit geleistet, die Kommune durch zwei Dorferneuerungsphasen geführt, aus ihr ein Schmuckstück gemacht. „Die Gemeinderäte leisten noch immer gute Arbeit“, ist sich Susanne Plaumann sicher.

Impulse von außen

Doch jetzt braucht‘s Impulse von außen. Denn das Erscheinungsbild ist nicht alles. Innen muss es genauso passen. Und eben da müsse nun angeknüpft werden. Viele Westhäuser haben Ideen und Vorschläge, was verändert oder ins Leben gerufen werden sollte, weiß Susanne Plaumann. Eben um den Bürgern von Westhausen die Möglichkeit zu geben, los zu werden, was ihnen auf dem Herzen liegt, um Ideen zu sammeln, hatte die Gemeinde vor wenigen Tagen zu einer Dorfbesichtigung eingeladen. „Es wurde viel Wichtiges zusammengetragen“, sagt Susanne Plaumann. Doch sie fügt an, dass die Ideen und angesprochenen Mängel sehr baulastig gewesen seien. Auf der Bau-Seite gibt‘s beispielsweise ein großes Problem: den Dorfgraben. Dort hinein fließen Abwässer. Und das ist ab 2015 laut EU-Wasserrahmenrichtlinie verboten. „Hier muss unbedingt eine Lösung her. Entweder, die Gemeinde baut eine Kläranlage oder Schilfbeete werden angelegt – oder jeder Hausbesitzer muss sich selbst kümmern“, zeigt Susanne Plaumann drei Möglichkeiten auf.

Zur Sprache kamen während des Rundgangs auch Gehsteige, die einer Sanierung bedürfen, die Friedhofsmauer, die repariert werden müsse oder der kleine Sportplatz, der eventuell für die jungen Westhäuser als Trainingsplatz gekauft werden solle. „Klar sind das wichtige Probleme, doch es muss doch mehr geben“, sagt sie.

Familien haben beim Rundgang gefehlt, Frauen ebenfalls. Die haben einen etwas anderen Blick auf bestimmte Dinge, weiß die junge Pädagogin. Irgendwann einmal war ein Mehrgenerationenhaus für Westhausen im Gespräch oder es gab die Idee, eine große, alte Scheune zu einer Spielscheune umzubauen. „Jeder Einzelne ist gefragt – und vor allem der, der sich vom Gemeinderat nicht angesprochen fühlt“, ruft Susanne Plaumann auf. Die Gelegenheit, Ideen anzusprechen, gibt es schon morgen während der Einwohnerversammlung.

Es soll ein zweiter Versuch sein. Einer, der die Eigendynamik, die irgendwann einmal verloren gegangen ist, wiederzufinden. Und wenn das gelingt, hat Westhausen eine große Chance zu einem Leuchtturm in der Region zu werden. Da ist sich Susanne Plaumann sicher.

Bürgerbeteiligungshaushalt

Das Ziel steht: der Bürgerbeteiligungshaushalt. „Der Haushalt der Gemeinde ist in seiner Grundsubstanz in Ordnung“, weiß sie. Es gebe Geld, das eben nicht mehr für die anderswo notwendigen Dinge ausgegeben werden müsse. „Bei uns ist – Dank des blickigen und engagierten Gemeinderats und der Dorferneuerung – vieles da, wo es sein sollte. Das Geld kann anders eingesetzt werden.“ Unter anderem eben für Projekte, die die Gemeinschaft, die Identifikation mit der Gemeinde fördern. Im gleichen Zuge könnte Geld eingespart werden. „Wenn die Leute sehen, dass beispielsweise für die Grünflächenpflege Geld ausgegeben werden muss, könnten Vorschläge kommen, diese anders zu organisieren“, stellt sich Susanne Plaumann vor. Sie hat ein Beispiel: Die Vereine nutzen z.B. Räume der Gemeinde für Probe, Zusammenkunft usw.. Im Gegenzug könnten die Vereinsmitglieder anbieten, Grünflächenpflege zu übernehmen. Ein Geben und Nehmen könnte die Kommune zu einem Wohlfühlort mit hoher Lebensqualität modellieren.

Im kommenden Jahr beginnt die neue Förderperiode. Und deshalb ist es wichtig, jetzt aktiv zu werden. „Potenzial ist auf alle Fälle da“, da ist sich Susanne Plaumann sicher.

 
 

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