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Erschienen am 09.05.2008 00:00
Nächtliche Aktion
Stolpersteine mit Parolen beschmiert
Kripo Suhl ermittelt

HildburghausenIn der Kreisstadt ist es zu einem Vorfall mit offensichtlich rechtsradikalem Hintergrund gekommen. Die vier in der Unteren Marktstraße verlegten Stolpersteine sind mit rechtsextremen Parolen beschmiert worden.

Vermutlich in der Nacht zu gestern wurden die Gedenksteine mit „6 mio. Lüge“ und „Wer glaubt noch dran?“ verunstaltet. Außerdem wurden Hakenkreuze gezeichnet.

Die Polizeiinspektion Hildburghausen machte keine Angaben zu dem Vorfall und verwies stattdessen an die Kriminalpolizei Suhl, die inzwischen in dieser Angelegenheit wegen des Verdachts der Volksverhetzung und wegen der Verwendung von Symbolen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Nach Angaben von Eberhard Wagner von der Polizeidirektion Suhl wurden die Schmierereien mit einem schwarzen Edding-Stift vorgenommen.

Die Gedenksteine waren erst am Montag verlegt worden. Auf ihnen sind die Namen sowie die Geburts- und Sterbedaten von jüdischen Hildburghäusern zu lesen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Das städtische Bündnis gegen Rechtsextremismus sieht in den Schmierereien eine „feige Tat“ mit „deutlichem Bezug zum Tag der Befreiung“, heißt es in einer Stellungnahme.

Bürgermeister Steffen Harzer (Die Linke) verurteilte die Tat ebenfalls. „Ich bin erschüttert“, sagte er. „Das ist ein Beweis für die menschenverachtende Ideologie alter und neuer Nazis.“ Behauptungen, die Tat spiegele ein gravierendes Problem der Stadt mit rechtsextremen Umtrieben wider, wies er zurück. „Die Außenwirkung ist größer als das eigentliche Problem.“ Es gebe nur eine „überschaubare Zahl von Neonazis“ in Hildburghausen. Die Schmierereien wurden inzwischen vom Bauhof der Stadt beseitigt. sh

 
 
 
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