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Erschienen am 18.06.2008 00:00
Symposium
Römhild im Keramik-Fieber
Alle ziehen mit – umfangreiches Festprogramm für vier Juli-Wochenenden
Von Waltraud Nagel

Römhild – Wenn in zwölf Tagen nach 15-jähriger Pause das VIII. Internationale Keramiksymposium eröffnet wird, feiern Stadt und Umland vier Wochenenden lang mit. Renommierte Künstler aus Deutschland, den USA, der

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Museumsleiterin Kerstin Schneider (l.) und Birgit Klopf in Schloss Glücksburg. Hier ist ausgestellt, was in früheren Keramik-Symposien entstand. Im Vordergrund eine Figur von Sigrid Artes aus dem Jahr 1984. Bald sollen wieder neue Stücke hinzukommen.
Bild: Maik Ehrlich
Tschechischen Republik und Belgien werden vom 30. Juni bis 26. Juli ihre Werkstatt nach Römhild verlegen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit fließen in die Keramikausstellung in der Glücksburg ein.

Die Römhilder selbst sind sich ihrer jahrhundertealten Töpfertradition durchaus bewusst und zurecht stolz darauf. Kerstin Schneider, die Leiterin des Museums Schloss „Glücksburg“ und maßgebliche Initiatorin der Neuauflage des Symposiums ist begeistert, wie alle mitziehen, um das Ereignis zu einem Erlebnis für alle werden zu lassen. Der Förderverein Internationales Keramiksymposium, den es seit April 2007 gibt, hätte das mit seinen 15 Mitgliedern niemals alleine schaffen können. „Aber überall, wo wir angefragt haben, ob bei der Stadt, bei Unternehmern oder den Vereinen, sind wir auf große Resonanz gestoßen“, sagt die Museumsleiterin. Das Symposium, das den beziehungsreichen Titel „Phönix aus der Asche“ trägt, habe natürlich einen hohen künstlerischen Anspruch. Es solle aber keineswegs eine abgehobene, elitäre Veranstaltung werden. „Wir haben das Symposium für die Region wiederbelebt und wir wollen die Region damit erreichen“, betont die engagierte Frau. Finanzielle Unterstützung gab es von Land und Landkreis, Kreissparkasse und Sparkassenkulturstiftung, von Eliog-Kelvitherm Römhild, Wegra Westenfeld und vielen anderen Unternehmen. Die Raiffeisenbank Römhild hat den Ton gesponsert. Die Aufzählung ließe sich beliebig lange fortsetzen.

Am 30. Juni, einem Montag, um 15 Uhr, wird das Symposium im Festsaal des Schlosses offiziell eröffnet. Die sechs Künstlerinnen und Künstler werden dann ihre Keramik-Werkstatt in einer Halle der Eliog-Kelvitherm GmbH beziehen. Am darauffolgenden Sonntag, von 14 bis 18 Uhr, gibt es das erste öffentliche Künstlergespräch in der Firma Eliog. „Wir wollen Interessenten teilhaben lassen, am Entstehungsprozess der verschiedenen Keramik-Arbeiten“, erklärt Schneider. Daher laden die Keramiker auch an den folgenden Sonntagen in die Eliog-Halle ein.

Das Festprogramm der Symposiumswochenenden ist aber noch weitaus umfangreicher. Das erste, vom 4. bis 6. Juli, steht ganz im Zeichen der Familien und wird maßgeblich vom Sportverein gestaltet. Am Samstag, um 9 Uhr, beginnt das Familiensportfest auf dem Römhilder Sportplatz. Ab 17 Uhr können sich Kinder – und auch Erwachsene – selbst im Töpfern üben. Um die Arbeiten auch brennen zu können, wurde eigens für die Symposiumswochenenden ein Freifeuerofen im Schlossgarten aufgestellt, der jeden Sonntag angeheizt wird. Der Kühndorfer Keramiker Peter Weber hat ihn nach einem im Steinsburgmuseum stehenden Modell eines keltischen Ofens nachgebaut. „Der durch den Ofen nach außen leuchtende Feuerschein soll nach Einbruch der Dunkelheit besonders imposant sein“, freut sich Kerstin Schneider schon.

Mit einer „Liedertour“ im Schlosshof klingt der Samstag aus. The Road Brothers, Las Mananitas und andere bieten Country- und Folk-Musik. Am Sonntagmorgen steigt ab 11 Uhr im Schlosshof ein Kinderfest und das Meininger Puppentheater wird mit zwei Stücken gastieren.

Vom 11. bis 13. Juli feiern die Römhilder und ihre Gäste Stadtfest und zugleich das zehnjährige Bestehen des Kinder- und Jugendmusikvereins. Einen Handwerker- und Trödelmarkt wird es geben, einen Familiennachmittag und jede Menge musikalische Angebote.

Das dritte Symposiumswochenende steht ganz im Zeichen der Kelten. Eine Einstimmung wird schon am Freitagabend mit dem Vortrag „Keltische Töpfersiedlung Brendlorenzen“ gegeben. Der Samstag beginnt mit einer Exkursion zum Thema Ton. Am Nachmittag werden keltische Techniken zur Aufbereitung des Töpfermaterials gezeigt bis hin zum Ofen heizen und brennen.

Am Sonntag lädt der Angelverein ab 12 Uhr zu einem Fischfest in den Schlosshof ein. Für Geschichtsfreunde von besonderem Interesse dürfte das Kolloquium mit Sigrid Dušek über Forschungsergebnisse der römischen Töpferei in Haarhausen sein.

Zum Abschlusswochenende am 26. Juli präsentieren die Teilnehmer des Symposiums ihre Arbeiten im Künstlergespräch um 16 Uhr in der Firma Eliog-Kelvitherm. Dann gibt es noch einmal Gelegenheit zum Selbsttöpfern im Schlossgarten. Mit einem Kabarett-Abend mit Clemens-Peter Wachenschwanz und Jazz mit den Hibu-Allstars klingt der Samstag aus. Am Sonntag um 11 Uhr werden dann die Symposiumsteilnehmer verabschiedet.

Das ausführliche Veranstaltungsprogramm gibt es als Flyer in den Touristinformationen oder unter www.keramiksymposium-roemhild.de.

 
 

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