Römhild – „Als Herr Becker vor zwei Jahren zusagte, eine Halle als Werkstatt für die Künstler bereitzustellen, wusste ich: Wir schaffen es, das
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Was treibt einen Techniker und Betriebswirtschaftler sich in solchem Maße für einen Künstlerworkshop zu engagieren? Die Geschichte des Betriebes sei es, den er 2003 übernahm, und die Verpflichtung gegenüber seinen Mitarbeitern und der Region, sagt der 44-jährige gebürtige Thüringer im Gespräch mit Freies Wort.
Wenn sich die Eliog GmbH heute auch ausschließlich dem Industrieofenbau für die Veredlung von Metall, Glas und Kunststoffen widmet, stellte das Unternehmen in seinen Römhilder Anfängen in den 50er Jahren auch Keramik-Brennöfen her. Marianne Köhn, Personalleiterin und seit 40 Jahren im Unternehmen tätig, erinnert sich noch sehr gut. Zu DDR-Zeiten seien auch immer mal Öfen für Hobby-Keramiker entwickelt und hergestellt worden. Und natürlich habe der Betrieb auch damals schon das Keramik-Symposium unterstützt. Die Eliog, der Töpferhof Gramann und die Möbelwerke Römhild waren seinerzeit neben der Landwirtschaft die größte Arbeitgeber in der Grabfeldstadt und förderten gemeinsam das internationale Ereignis. Gut erinnert sich Marianne Köhn noch an die Hoch-Zeiten des Internationalen Keramik-Symposiums in den 80er und 90er Jahren mit rund 20 Künstlern. Dass sich ihr Chef diesen Traditionen ebenso verbunden fühlt wie sie, freut die Römhilderin.
Als Dirk Becker die Firma vor fünf Jahren übernahm, waren hier 73 Frauen und Männer angestellt. Inzwischen hat sich die Zahl der Beschäftigten auf 126 erhöht. Der Umsatz hat sich verdreifacht auf rund 18 Millionen Euro. Kunden gibt es weltweit – bis nach Mexiko, die USA, Russland und China. Durchschnittlich 14 Auszubildende lernen in dem modernen Unternehmen. Plätze für Schüler- und Studentenpraktika werden gerne zur Verfügung gestellt, um den Nachwuchs für die Zukunft zu sichern. „An Auslagerung der Produktion in irgendwelche östlichen Länder denke ich nicht. Wir bauen Sonderanlagen für die Wärmebehandlung. Dafür brauche ich die Fachkräfte hier“, betont Dirk Becker. „Ich habe mich von Anfang an für die Region eingesetzt, Schulen und Kindergärten unterstützt“, sagt der Eliog-Chef. Das sei für ihn auch eine Geste gegenüber seinen Mitarbeitern, die alle in Römhild und Umgebung zu Hause seien und schließlich den Erfolg seines Unternehmens bestimmten.
In solch einer großen Firma eine komplette Halle für mehrere Wochen als Künstler-Werkstatt zur Verfügung zu stellen, ist sicher nicht ganz einfach. „Natürlich war auch diese Halle belegt. Aber wir haben eben alles zeitweise ausgelagert, sind dafür an anderer Stelle etwas enger zusammengerückt“, sagt Becker. Das sei ihm die Sache wert. Er wünsche sich, dass Römhild mit diesem Symposium an die alten Erfolge anknüpfen können und so auch international wieder auf die Region mit ihrer Töpferei-Tradition, die bis in die Keltenzeit reicht, aufmerksam gemacht werde.
In dieser Woche beginnen Keramiker der Region, die Öfen in der Eliog-Halle aufzubauen. Zwei Anlagen hat der Förderverein in Erwartung weiterer Symposien von Sponsorengeldern angeschafft – einen Freibrandofen und einen großen elektrischen Brennofen, ein kleinerer wird angemietet. Ein weiterer Freibrandofen soll im Schlosshof stehen und an jedem der vier Juli-Wochenenden Keramiken brennen, die von Gästen gefertigt wurden. Der Ton, den die Künstler brauchen, wird von der Firma Creaton aus dem Süden Deutschland gesponsert.


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