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Römhild – Wie einst bei den Kelten wurden am Samstag in Römhild am Schloss Glücksburg Tongefäße gebrannt. Den Ofen dazu hatte Peter Weber, Keramiker aus Kühndorf an Ort und Stelle aus Ton gebaut. Sein Beitrag zum Internationalen Keramik-Symposium, das vor einer Woche in der Grabfeldstadt begann. 1978 und 1981 gehörte er selbst zu den Teilnehmern des schon zu DDR-Zeiten weit über die Landesgrenzen hinaus beachteten Künstler-Workshops. „Diese vier Wochen Symposium fühlten wir uns damals wie in einem Elfenbein-Turm“, blickt er zurück. „Es war eine wunderbare Zeit – nicht so öffentlichkeitswirksam dargestellt wie heute, aber für uns Teilnehmer ungeheuer inspirierend.“
Vier Wochen Elfenbeinturm
Am Waldhaus habe man gewohnt, wie die Künstler heute auch. „Morgens ging es in eine große Werkhalle des Töpferhofes Gramann, jeder hatte seinen Arbeitsplatz und da haben wir von früh bis spät geschuftet – alle zusammen, die aus den Ostblockländern, den USA, Syrien ...“, denkt er zurück. „Das war das, was man zu DDR-Zeiten anstreben sollte, konnte, durfte – mehr war nicht denkbar.“ So sei das heute nicht wiederholbar. „Es muss anders gemacht werden.“ Aber er freue sich, dass sich Leute gefunden hätten, ein solches Symposium wieder ins Leben zu rufen. Persönlich sei er zu sehr mit den einstigen Symposien verbunden, als dass er im Förderverein mitwirken könne. Aber den Rahmen am Rande des Ereignisses gestalten helfen, tue er gerne. Römhild und die Kelten – diese Verbindung liege auf der Hand. Und daher auch die Idee, zu zeigen, wie die Kelten damals ihre Keramik gebrannt haben. Peter Weber hat schon Erfahrung im Ofenbau. Seit 1977 als freiberuflicher Keramiker in Kühndorf niedergelassen habe er schon so „fünf, sechs, ... Öfen für den Eigenbedarf gebaut.“ Keltische waren das allerdings nicht. Erste Erfahrungen mit einem derartigen Freibrand-Ofen habe er in Ungarn bei einem Symposium gesammelt.
An Ort und Stelle hat Peter Weber in den vergangenen Wochen den Kelten-Ofen am Schloss Glücksburg in Römhild aus Ton aufgebaut. Vier bis fünf Zentimeter stark sind die Wände aus Ton. Vier Wochen hatte der Ofen Zeit zum Trocknen, ehe er am Samstag seine Generalprobe bestehen musste. Das Thermometer, das hinten aus dem Ofen ragt, hatten zwar die Kelten seinerzeit noch nicht. „Aber die hatten auch mehr Zeit“, meinte Weber. Er brauche die Temperaturangaben, um das Heizen entsprechend zu steuern. Um die 1000 Grad will er im Brennraum erreichen. Gefeuert wird allein mit Holz. Fünf Stunden verbrachten Weber und seine Frau am Samstagabend am Ofen und legten regelmäßig nach, bis die Temperatur erreicht war.
Gegen 22 Uhr war es dann endlich soweit. Das Ofenloch wurde verschlossen. Einige Zeit loderten die Flammen noch aus dem Brennraum, dann wurde auch der mit einem Keramikdeckel verschlossen. Bis gestern Nachmittag dauerte es, ehe der Ofen abgekühlt war und die Keramik entnommen werden konnte.
Feuerprobe bestanden
Gebrannt wurde am Wochenende zunächst eigene keramische Gefäße aus der Werkstatt von Peter Weber und von Markus Weingarten. Wahrscheinlich am übernächsten Samstag werden dann die kleinen Kunstwerke eingeschichtet, die Kinder am späten Samstagnachmittag unter Anleitung von Simone Graßmann fertigten. Krokodile, Schneemänner, Töpfchen, Körbe. ganze Fußballplätze entstanden da aus Ton. Neben der Keramik wurde auch der Sport am Samstag in Römhild großgeschrieben. Seit Samstagmorgen um neun waren Gaudy-Wettbewerbe beim Familiensportfest angesagt.

Spaß am Töpfern hatten nicht nur die Kinder. Peter Bachmann war mit Sohn Anton und den Neffen Paul und Moritz da.
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Bei der nachgespielten „Fußball-EM“ am Nachmittag siegte – ganz im Gegensatz zur richtigen EM – Frankreich vor Österreich und Rumänien. Den Preis für das originellste Mannschafts-Outfit holten kleine Römhilder Jungs, die als polnische Kicker antraten. Beim Volleyballturnier siegten die „Freunde des guten Tons“ aus Römhild vor der Mannschaft aus Nordheim.
Sportfest und Liedertour
Der Samstag klang im Schlosshof mit mitreißender Musik der „Liedertour“ 2008 aus. Einer der Höhepunkte war der Auftritt von Judy Gorman.
Der gestrige Tag gehörte in Römhild ganz den Kindern. Das Meininger Puppentheater gastierte gleich mit zwei Stücken, im Schlosshof gab es jede Menge Gelegenheit für Kinder aller Altersgruppen selbst kreativ zu werden, beim Basteln, Filzen oder auch beim Mischen von Essig.

Dann wurde angeheizt und fünf Stunden lang immer wieder Holz nachgelegt ...
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Ab 14 Uhr öffneten die Teilnehmer des Keramik-Symposiums zum ersten Mal ihre Werkstatt für die Öffentlichkeit. Manch interessantes Gespräch entspann sich das zwischen Künstlern und Besuchern. Mehr dazu in unserer morgigen Ausgabe.


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