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Erschienen am 08.07.2008 00:00
Keramik-Symposium
Fünf Frauen, fünf Handschriften und viele Fragen
Viele Römhilder und Gäste nutzten am Sonntag die Gelegenheit, mit den Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen
Von Waltraud Nagel

RömhildEin bisschen schwer zu finden, war sie schon die

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Susann Winkel (l.) und Jonas Höfer aus Römhild führen ein sehr angeregtes Gespräch mit Heidi Preuss aus den USA. Sie lasse sich von ihren Beobachtungen in Römhild inspirieren. Tierisches und Menschliches ist in ihren Figuren vereint. Fotos (5): Maik Ehrlich
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Halle auf dem Eliog-Betriebsgelände, in der die Teilnehmerinnen des VIII. Internationalen Keramik-Symposiums für vier Wochen ihre Werkstatt eingerichtet haben. Wer es jedoch am Sonntagnachmittag schaffte, sich bis dorthin durchzufragen, wurde mit interessanten Gesprächen und Einblicken belohnt. „Ich bin total überrascht und begeistert, wie viele sich schon jetzt am ersten Wochenende dafür interessieren, was hier passiert“, sagte Dietrich Ziebart vom Förderverein Keramik-Symposium. Neugierig zeigten sich nicht nur Leute aus Römhild und Umgebung, auch aus dem benachbarten Bayern kamen Interessenten.

Elzbieta Grosseova aus der Tschechischen Republik konnte sich mit den Besuchern nur in Englisch unterhalten. Die Verständigung klappte trotzdem bestens. Die Künstlerin schwärmt von der Landschaft des Grabfelds, von der kleinen Stadt Römhild. Es gefalle ihr sehr gut hier. „Die Natur ist meine Inspiration“, sagt sie. Und so verwundert es nicht, dass sie sich dem Symposiumsthema „Phoenix aus der Asche“ ganz „erdverbunden“ nähert. Wie ein frisch gepflügtes Feld liegt ein Teil der Arbeit vor ihr auf dem Tisch. Sogar die Spuren eines Traktors fehlen nicht, eine Idee, die Albert Seifert, dem Chef der Agrargenossenschaft Milz besonders gefällt. Als einer der Sponsoren des Symposiums interessierte er sich natürlich auch dafür, was die fünf Künstlerinnen seit Dienstag schon geschaffen haben. Dass das Symposium die Möglichkeit bietet, schon während des Arbeitens mit Menschen aus der Region ins Gespräch zu kommen, gefällt der Künstlerin aus Tschechien sehr gut. „Es ist interessant zu erfahren, wie die Leute auf meine Arbeit reagieren.“

Freude über großes Interesse

Auch Gudrun Petzold aus Seesen-Rühden freut sich über die Anteilnahme der Römhilder. Schon die ganze Woche über hätten auch

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Gudrun Petzold stellt das Thema als Samen-Kapsel dar.
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Beschäftigte der Eliog-Firma immer mal reingeschaut und sogar eine Kindergruppe vom Schullandheim sei da gewesen. Auch Petzold arbeitet nach eigenen Worten „sehr viel mit Natur und Landschaft“. Gerade Hügelgräber spielten in ihren jüngeren keramischen Arbeiten eine große Rolle. Ganz begeistert war sie daher von einem Besuch im Steinburgmuseum und der anschließenden Gleichberg-Wanderung am Samstag. „Es ist eine unglaublich schöne Landschaft hier. Die Berge haben so etwas Mystisches“, sagt sie ganz begeistert.

Römhild – in den USA bekannt

Das Thema des Symposiums setzt die in Süddeutschland geborene Künstlerin am Beispiel von Samenkapseln um. Eine große sich öffnende Kapsel ist schon deutlich zu erkennen. Einige kleinere geschlossene Samen will sie in den nächsten Tagen noch hinzufügen und so das „Werden und Vergehen“

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Stephanie Link experimentiert mit „Schoko-Hasen“.
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symbolisieren. Die Arbeitsbedingungen in Römhild seien ideal, ebenso die Unterbringung im Schullandheim. „Wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben, erhalten alle Unterstützung, die wir brauchen“, ist sie sich mit Stephanie Link, einer Künstlerin aus Niedersachsen, einig. Auch die Töpfer der Region seien ausgesprochen hilfsbereit, besonders Markus Weingarten. „Er ist wie unser Schutzheiliger“, sagen die Frauen.

Stephanie Link haben Schokoladen-Hasen bzw. deren Gussformen zu ihrer Symposiumsarbeit inspiriert. „Wie Phoenix aus der Asche – das heißt ja auch, sich immer wieder neu erschaffen“, sagt sie. „Wie in einem Kaleidoskop. Da fügen sich auch die gleichen Teile immer wieder neu zusammen. Daran lehne ich mich mit meiner Arbeit an. Die Hasenhälften – unterschiedlich zusammengesetzt – ergeben ganz verschiedene Assoziationen.“

Ohne konkrete Vorstellungen zu ihrer Symposiumsarbeit ist Heidi Preuss aus den USA nach Römhild gekommen. Sie lasse sich hier inspirieren, erklärt sie auch Susann Winkel, Studentin der Kulturwissenschaften, und deren Freund Jonas Höfer, die sich sehr eingehend für den Gast aus den USA interessieren.

Zwei „Friedensfiguren“ habe sie schon geschaffen. Tierische und menschliche Elemente fließen darin zusammen, so wie in den

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Danijela Pivasevic-Tenner wählte das Kreissymbol.
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meisten Arbeiten der Künstlerin. „Nun überlege ich, wie es weitergehen kann mit ihnen“, sagt Heidi Preuss, die sehr gut Deutsch spricht und von ihrem Mann Scott begleitet wird. Von einem Studienjahr in Marburg und Verwandten in Deutschland, erzählt sie dem jungen Paar aus Römhild. Und dass Römhild in Keramiker-Kreisen in den USA sehr bekannt ist. „Alle haben mich beneidet, dass ich nach Römhild fahren durfte.“

Die fünfte im Bunde der Künstlerinnen ist Danijela Pivasevic-Tenner. Die gebürtige Kroatin, die jetzt in Berlin lebt, ist mit ihrer einjährigen Tochter Dunja in Römhild angereist. „Das klappt alles wunderbar“, sagt sie. „Tagsüber ist die Kleine in der Kita und ich kann arbeiten. Das ist wie in Berlin, nur dass Dunja hier auch Pferde und Ziegen kennenlernt. In Berlin waren es Flugzeuge, über die sie freute.“ Daniela Pivasevic-Tenner hat das Kreissymbol für ihre Arbeit gewählt, als Teufelskreis will sie es aber keinesfalls verstanden wissen. „Nein, ich möchte es unbedingt im positiven

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Elzbieta Grosseova schöpft ihre Ideen aus der Natur – ein frisch gepflügtes Feld als Symbol für Werden und Vergehen.
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Zusammenhang deuten“, sagt die junge Frau.

Am kommenden Sonntag ist wiederum Gelegenheit, mit den Künstlerinnen ins Gespräch zu kommen.

   
 
 

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