Hildburghausen und Masserberg kämpfen um das, was einige im Landkreis schon erreicht haben
Landkreis - Fährt Klaus Brodführer von Suhl aus Richtung
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Noch schilderlos: Hildburghausens Bürgermeister Steffen Harzer steht mit einem Entwurf der Hildburghäuser Hinweistafel vor der Autobahntafel für die Schleusinger Bertholdsburg, welche jüngst an der A 73 aufgestellt wurde. Neben Schleusingen durften sich bislang auch Eisfeld, Kloster Veßra und das Römhilder Steinsburgmuseum über ein Autobahn-Hinweisschild freuen (siehe unten). Fotos (5): ehrlichbild.com
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Schleusingen auf der neuen Autobahn 73, fällt ihm jedes Mal auf der Hälfte der Strecke ein Stein vom Herzen. Nämlich immer dann, wenn der Schleusinger Bürgermeister das braune, drei Meter lange und zwei Meter hohe Hinweisschild "Schloss Bertholdsburg Schleusingen Naturhistorisches Museum" am Fahrbahnrand erblickt. "Jetzt kann ich endlich den Vorgang zu den Akten legen, der schon seit vielen Jahren auf meinem Schreibtisch liegt", sagt Brodführer.
Zuerst habe sich die Stadt Schleusingen allein um ein Schild bemüht, dann übernahm die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten die Antragstellung. Die Tafeln mit der stilisierten Bertholdsburg stehen seit einigen Wochen in beiden Fahrtrichtungen an der Autobahn jeweils kurz vor der Schleusestadt. Nicht weit davon entfernt sind zwei weitere neue Hinweistafeln zu sehen: "Kloster Veßra Hennebergisches Museum". Für deren Antragstellung übernahm ebenfalls die Stiftung den Papierkrieg.
Auf der Strecke geblieben
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Vom erfüllten und ersehnten Schilderwunsch
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"Bereits 2003 erfolgte die erste Antragstellung für Schleusingen und Veßra, da wir sichern wollten, dass die beiden Sehenswürdigkeiten berücksichtigt werden. Die braunen Autobahnschilder sind ein wichtiger touristischer Hinweis, dass es etwas Bedeutsames zu sehen gibt", erklärt Stiftungsmitarbeiterin Dr. Susanne Rott. 2008 erfolgte die Genehmigung und im Frühjahr 2009 die Aufstellung. Kostenpunkt: Rund 10 000 Euro. Die Stiftung und das Hennebergische Museum übernehmen den Großteil, der Landkreis Hildburghausen steuert 2000 Euro und Schleusingen symbolische 400 Euro bei.
Im Falle für Bertholdsburg und Kloster Veßra war zuerst die Industrie- und Handelskammer in Suhl für die Stiftung Ansprechpartner. Ab 2007 lief die Prüfung über die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) mit Sitz in Erfurt.
Bei der TTG muss zunächst ein sechsseitiger Fragekatalog beantwortet werden, den Thüringer Wirtschafts- und Verkehrsministerium sowie Tourismusverbände gemeinsam mit der TTG erstellt haben. Die Lage und Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeit ist dabei zu beschreiben, das Parkplatzangebot, die Besucherzahlen der vergangenen Jahre und vieles mehr. Die TTG vergibt zu jeder Frage Punkte und anhand der Gesamtpunktzahl erfolgt die Einteilung in verschiedene Kategorien.
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Vom erfüllten und ersehnten Schilderwunsch
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Ordnet die TTG ein touristisches Ziel in der Kategorie eins ein, ist die entscheidende Hürde bis zur Hinweistafel an der Autobahn genommen. Das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Medien übernimmt im Anschluss die verkehrsbehördliche Überprüfung. Dabei handele es sich immer um eine Einzelfallentscheidung, wie Angelika Frederking, stellvertretende Pressesprecherin des Ministeriums bestätigt.
Hildburghausen ist bisher mit seinem Schilderwunsch auf der Strecke geblieben. Obwohl das Thüringer Straßenbauamt um die Jahrtausendtwende bereits Hinweistafeln an der A 71 und A 73 genehmigt habe, wie Hildburghausens Bürgermeister Steffen Harzer betont. "Doch als wir gefragt hatten, wann die Schilder aufgestellt werden, hieß es nur aus Erfurt, dass sich die Zuständigkeiten geändert hätten und wir einen Antrag über die TTG neu stellen müssen", so Harzer weiter.
An Ideen mangelt es in der Hildburghäuser Sachsenburg nicht. Eigene Schildentwürfe rücken den "kleinen Klassiker" ins Rampenlicht: Sie zeigen das historische Rathaus, die Werra und das Chirotherium-Monument oder das Stadttheater. Doch bisher sprang bei der Bewertung durch die TTG immer nur die Kategorie zwei heraus.
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Vom erfüllten und ersehnten Schilderwunsch
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Die Besucherzahl und die Entfernung zur Autobahnanschlussstelle würden gegen das Kleinod im Werratal sprechen. Für den Zeitraum Oktober 2008 bis Oktober 2009 rechnete die Stadt zum Beispiel 40 000 Besucher im Stadttheater und bei Stadtführen zu den 240 Millionen Jahre alten Saurierspuren am Chirotherium-Monument hoch. Und berücksichtigt man eine Anfahrt von der Schleusinger Anschlussstelle über die sogenannte Dogge nach Hildburghausen, dann schrammt man am vorgeschriebenen Zehn-Kilometer-Radius nur um Haaresbreite vorbei. "Wir werden es auf jeden Fall erneut versuchen, eine Hinweistafel zu bekommen", verspricht Steffen Harzer.
Feengrotten-Schild bei Eisfeld
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Vom erfüllten und ersehnten Schilderwunsch
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Weiterkämpfen will auch Masserbergs Bürgermeister Friedel Hablitzel. Drei Versuche unternahm die Rennsteiggemeinde. Aber mit den Slogans "Heilklimatischer Kurort", "Badehaus Masserberg" und "Rennsteig-Region" scheiterte jeweils das Streben nach einem braunen Schild. Dabei wäre Masserberg mit "Badehaus" fast am Ziel gewesen, wie Hablitzel berichtet. Der Hinweis auf eine gewerbliche Einrichtung habe aber gegen Thüringer Richtlinien verstoßen. Pikant: Kurz vor Coburg im benachbarten Bayern wird eine Therme an der Autobahn angepriesen. "Wir geben nicht auf. Wir suchen einen neuen Ansatz", sagt Hablitzel, schließlich könne man in Masserberg auf 300 000 Übernachtungen pro Jahr verweisen.
Im zweiten Anlauf und nur mit einer Sondergenehmigung kam dagegen Eisfeld jüngst zu seinen Autobahn-Tafeln, denn aus Richtung Coburg kommend buhlten bereits viele Schilder um die Aufmerksamkeit der Autofahrer.
Eines dieser Schilder, nämlich der Verweis auf die 50 Kilometer entfernten Saalfelder Feengrotten, ist nicht nur für Eisfelds Bürgermeisterin Kerstin Heintz fraglich. "Wenn ein Schild einmal steht, dann steht es", sagt Anja Neumann, Pressesprecherin der TTG und lässt die Hoffnungen auf neuen Platz für neue Hinweistafeln an der Autobahn bersten. "Aber es steht jedem frei, sich erneut zu bewerben."