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Ressort Meiningen
Erschienen am 08.03.2010 18:08
Tourbericht
Expedition in eine eiskalte, aber warmherzige Welt
Maik Wieczorrek zurück von seiner Tour in den Himalaya – In Meiningen Verein gegründet – Demnächst Diavortrag mit faszinierenden Bildern
Meiningen/Wasungen.   Maik Wieczorrek ist von seiner Reise in den Himalaya zurückgekehrt – einer beschwerlichen Expedition in
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Stellenweise war der Fluss nur am Rand zugefroren, in der Mitte brodelte das Wasser.
Bild: privat
eine der höchst gelegenen bewohnten Regionen der Erde. Einmal habe er fast umkehren wollen, gesteht er. Rückblickend ist der Meininger, der in Wasungen als Zahnarzt praktiziert, jedoch froh, dass er durchgehalten hat. Denn die faszinierenden Eindrücke möchte er auf keinen Fall missen. Und die einheimischen Naturärzte warteten schließlich auf den Besuch aus Europa. Geplant waren Seminare und der Test zahnmedizinischer Gerätschaften.

Das Ziel der fünfköpfigen Gruppe, darunter drei Zahnärzte, war das Gebirgsdorf Lingshed im nordindischen Ladakh (wir berichteten), begleitet wurden sie von zwei einheimischen Helfern. Die Region ist im Winter nur über einen Fluss, der in der Regel im Januar und Februar zugefroren ist, erreichbar. Die Gebirgs-Pässe sind zu dieser Jahreszeit zugeschneit und unpassierbar. Der Fluss, in 3500 Metern Höhe gelegen, ist trotz Minusgraden um die 20 bis 30 Grad nicht durchgängig in seiner gesamten Breite zugefroren.

Am 9. Januar startete die Reisegruppe von Frankfurt nach Neu-Dehli. Von dort aus ging es in die Distrikthauptstadt Leh, wo  sich die Europäer fünf Tage lang an die Höhen und die klimatischen Verhältnisse im Himalaya angepasst haben. Selbst in den örtlichen Gaststätten war es nur 5 Grad und kälter. Es gab dort kein fließendes Wasser und statt WC ein Trockenklo.
Der eigentliche beschwerliche Teil der Reise begann jedoch erst an der Einstiegsstelle im Tal, wo der Zanskar in den Indus mündet. Die Fahrt mit dem Jeep dorthin dauerte etwa drei bis vier Stunden. In Leh haben alle noch einmal zu Hause in Europa angerufen. „Dann war zehn Tage Funkstille“, erzählt der Zahnarzt. 

Der Fluss war teilweise komplett zugefroren. Streckenweise  waren aber nur die Ränder, auf denen die Männer laufen konnten, mit einer Eisschicht bedeckt. Mit einigen Klettertouren kamen sie an ihrem Ziel an, wo sie herzlich empfangen wurden.

Wieder zurück aus dem Himalaya, hat Maik Wieczorrek vor einigen Tagen mit einigen Mitstreitern in Meiningen den Verein „Ladakhpartners-Partnership Local Doctors e.V.“ gegründet. Gründungsmitglieder sind neben Maik Wieczorrek und seiner Frau Bettina Fred Kießling (Sülzfeld), Alexander Keiner (Meiningen), Sandra und Ronald Schad (Stepfershausen) sowie Ingo Peitz (Stedtlingen). Anliegen des Vereins soll nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung in diesem kargen Teil der Welt sein. Maik Wieczorrek und seine Mitstreiter  möchten vor allem  die Kultur der Menschen in der Ladakh-Region auch den Menschen hier näherbringen.

Am 26. März um 19.30 Uhr im Rautenkranz will Maik Wieczorrek einen Dia-Vortrag in Meiningen halten. Viele beeindruckende Bilder werden dann von einer Landschaft berichten, in der die Menschen große Entbehrungen auf sich nehmen  – und die in eine faszinierende fremde Welt entführen. Gleichzeitig möchte  Wieczorrek den neuen Verein vorstellen. KLadakh ist ein Gebiet im nordwestlichen Teil Indiens, nördlich des Himalaya, in den Bergketten, die das tibetische Hochplateau begrenzen. Bis noch vor wenigen Jahren ging es  in den Dörfern seinen Gang wie vor 800 Jahren. Obwohl 40000 Quadratmeilen groß, wohnen in Ladakh nur rund 120000 Menschen.

Die Ladakhis sind eine Mischung aus zwei Völkern, den indoarischen Darden aus dem heutigen Pakistan und Tibetern. Über 90 Prozent sind Buddhisten. Die Dörfer versorgen sich weitgehend selbst.In den Schwemmböden der Schmelzwasserströme der Gletscher werden der Wüste Felder abgerungen und bewässert. Angebaut wird Gerste und Weizen, außerdem gibt es im Hochsommer Weiden für Schafe, Kühe und Yaks.

Traditionell gibt es in den Dörfern einen tibetanischen Arzt, den Amchi. Sie praktizieren tibetanische Medizin fast sowie vor Hunderten von Jahren, binden aber inzwischen auch westliche Schulmedizin ein. (geb)

Den ausführlichen bericht über die Reise in den Himalaya lesen Sie in unserer Zeitung, Ausgabe 9. März.
 
 

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