Stedtlingen/Erfurt. Ein Rhönberg in Aspik, Pastete mit Kleeblatt, Silberdistel-Schmuck und Steinberge – das Auge isst bekanntlich
„Ich wohne doch mitten in der Rhön“, sagt er. Und sein Rinderrollbraten, der Kassler im Blätterteig, die Pasteten, die dekorierten Platten mit Wurst und Schinken, die Salate und natürlich der „Eyecatcher“, seine Aspiktorte, kamen gut an. Aus Käse geschnittene Rhönschäfchen und der Schriftzug „Rhön“ zieren letztere. Aufgebaut war das alles im Rhön-Ambiente: Aus der vier mal zwei Meter großen Box, in der die Arbeit präsentiert werden durfte, wurde – mit Scheinwerfern in Szene gesetzt – ein Stück Rhön gezaubert. „Mein Transporter war bis unters Dach gefüllt, sogar Steine haben wir mit nach Erfurt genommen“, sagt Vater Rainer Spiegel. Und freut sich, dass die Zusammenarbeit mit Fremdenverkehrsverein Geba und Biosphärenreservat, über die man Fotowände und Infomaterial bekommen hatte, so prima geklappt hat. „Den Ständer mit den Flyern mussten wir zwischendurch wieder auffüllen – er war am Ende leer“, sagt er.
Natürlich hatte Rainer Spiegel seinen Junior nach Erfurt begleitet, auch Mutter Christine war dabei. Dass Daniel hier so gut abschnitt („Unter den besten drei“), das freute die Familie besonders. Ist der Sohn doch gerade mal 18 Jahre alt und wird, wenn er seine Meisterprüfungen im Sommer sauber abschließt, der jüngste Thüringer Fleischermeister sein – dann mit 19 Jahren. „Er ist mit sechs eingeschult worden, war also immer einer der Jüngsten. Als er ausgelernt hatte, hatte er noch nicht mal einen Führerschein, weil er zu jung war“, lacht die Mutter. Gelernt hat Daniel natürlich Fleischfachmann, bei Peter Greiner in Meiningen. Der Obermeister der Fleischerinnung für die Altkreise Schmalkalden, Meiningen und Bad Salzungen sowie Landesinnungsmeister ist stolz auf seinen Lehrling. Ein Stück Theorie fehlt schon noch, aber wichtige Hürden wie die praktischen Prüfungen hat der Stedtlinger schon hinter sich gebracht. Die Herkunft Daniels aus einer Fleischerfamilie hat wohl dazu beigetragen, dass er für den Beruf Feuer und Flamme ist. „Du wächst damit auf und eines Tages willst du nichts anderes mehr machen“, sagt er. „Schon früher beim Hausschlachten hat er geholfen“, erinnert sich der Vater, der seit dreieinhalb Jahren selbstständiger Fleischer ist und einen neuen Laden neben das schöne Fachwerk-Elternhaus gebaut hat. Vier Mitarbeiter haben Spiegels, setzen auf Rhöner Tradition und solche Neuheiten wie etwa die Apfelbratwurst. Dass es den Junior, nachdem er vielleicht auch noch mal woanders schnuppert, wieder nach Hause in die Rhön zieht, das hoffen sie jedenfalls sehr. (fr)
Ressort Meiningen
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