Zwar versprach die Telekom immer wieder schnelle Abhilfe, doch am Ende sah sich Ehms genötigt, so lange an einem Suhler T-Punkt zu verharren, bis ihr Telefonie-Problem gelöst wurde. Der Internetanschluss funktioniert unterdessen immer noch nicht.

Christa Ehms aus Mittelsdorf setzte mit einem Schild am Suhler T-Punkt am Dienstag ihren Willen durch und rückte den Service-Mitarbeitern so lange nicht von der Pelle, bis ihr Telefonanschluss endlich wieder funktionierte. Ihr Service-Fazit für den Telekommunikationsanbieter fällt verheerend aus, musste sie doch drei Wochen und einen Tag auf die Reparatur des Anschlusses warten.
Bild: frankphoto.de
Christa Ehms und ihre Familie sind auf funktionierende Kommunikationsmittel angewiesen. Sohn Mario ist Inhaber einer Trockenbaufirma und regelt seine Bankgeschäfte ausschließlich über das Internet. Ehemann Joachim ist Eigentümer einer Holzverarbeitungswerkstatt, deren Pächter ebenfalls ein Telefon benötigt.
11. Juni Torturbeginn
Am 11. Juni habe in ihrem Haus der Blitz eingeschlagen, berichtete gestern Christa Ehms. „Es ist nichts Schlimmes passiert. Nur das Telefon war tot. Es ging nichts mehr rein und nichts mehr raus – und auch kein Internet.“ Die Tortur von Christa Ehms habe mit dem Versuch begonnen, eine Störungsmeldung bei dem weltweit agierenden Unternehmen abzusetzen. „Diese Hotlines sind wirklich nicht kundenfreundlich. Man bleibt ja ständig in der Warteschleife. Erst erzählt man einem Automaten etwas und dann ist man wieder in der Warteschleife. Aber anders ist niemand zu erreichen“, beschwerte sich die Mittelsdorferin.
Am 14. Juni habe sie eine erste SMS erreicht, dass der Blitz-Schaden behoben wäre und das Telefon wieder funktionieren müsste. Doch das blieb weiterhin stumm. Was folgte waren wieder Warteschleifen und Automaten. „Dann habe ich es glücklicherweise geschafft, eine Störungsmeldung abzugeben.“ Dann kam wieder eine SMS, die hoffen ließ. Das Telefon schwieg aber unerbärmlich weiter.
Ganz unausgeschlafen ist die Telekom in Sachen Kundenfreundlichkeit aber offensichtlich dennoch nicht. Denn am 24. Juni, einem Sonntag, hätte ein Mitarbeiter per Handy morgens um halb zehn vermeldet, dass das Problem „bis spätestens 26. Juni behoben ist“. Jeder kann sich erahnen, was dann passierte: Nämlich nichts. Kein Mitarbeiter sei gekommen und habe sich der Sache angenommen. Aber um Verständnis für den Streik und den damit verbundenen Problemen in dem Konzern habe man am Handy geworben, als Christa Ehms eine Lösung für ihr Telefon-Problem bei der Telekom gesucht habe.
An die Leute rankommen
„Und dann habe ich mir kurzerhand gesagt: Irgendwie muss ich an die Leute rankommen. Da habe ich mich im T-Punkt in Suhl mit einem Schild postiert.“ Ab 10 Uhr stand sie am Dienstagmorgen vor der Geschäftsstelle und hielt plakativ die Frage „Wer schützt die Kunden der Telekom?“ hoch. Ein Angestellter habe ihr dann sogar versprochen, dass der Schaden in Mittelsdorf bis 14 Uhr behoben sei. Doch Christa Ehms glaubte ihm kein Wort und blieb weiter hartnäckig am T-Punkt. Erst als um 14.30 Uhr die Vollzugsmeldung gekommen sei – das Telefon also tatsächlich wieder zum Telefonieren zu gebrauchen war – zog die Mittelsdorferin von dannen.
„Nur als ich dann nach Hause kam, ging das Internet noch immer nicht.“ Gestern, so sei ihr versprochen worden, sollte das auch wieder funktionieren. Aber wiederum Fehlanzeige: Es funktioniere immer noch nicht. „Nicht, dass ich jetzt noch einmal nach Suhl fahren muss,“ so Christa Ehms abschließend. (om)

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