Dass sich Klitschka solch extremen Herausforderungen stellt, ist nichts Neues. Hat er doch schon ähnlich harte Läufe absolviert. Erinnert sei hier nur an seine Teilnahme am Marathon-Lauf auf der Großen Chinesischen Mauer (2008).
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Dass auf seinem Lauf-Shirt die Aufschrift "Sehbehinderter Läufer" prangte, verwirrte manchen Mitläufer und Zuschauer sichtlich. "Vor allem waren es einige Mitläufer, die schier fassungslos waren, als ich sie dann auch noch überholte", erinnert sich Klitschka und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Schließlich waren sie nicht nur deshalb fassungslos, weil ich als Behinderter so was schaffte, sondern auch, weil ich ja nun auch keineswegs so ein Leichtgewicht bin wie die meisten Läufer, sondern stattdessen auch etwas übergewichtig."
Das mit dem Überholen hat aber natürlich nicht nur an seiner Kondition gelegen, sondern auch deshalb so gut geklappt, weil Roland Beyer mich so gut leitete. Für Klitschka ist der Münchner seit seinem China-Lauf der Vorläufer, an dem er sich orientiert. Das war auch bitter nötig, denn die Strecke war sehr schwierig. Hinzu kam das nebelige und nieselige Wetter an jenem Samstagmorgen. Das wurde immer schlimmer.
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In einer respektablen Zeit von 5:05 Stunden kamen Klitschka und Beyer als 168.
ins Ziel. Der Neuenbauer kommentierte das Ergebnis so: "Das ist zwar keine Top-Platzierung, aber wenn man die ganzen Umstände und Verhältnisse sieht, ist es am Ende eine sehr gute Mittelfeld-Platzierung. Schließlich sprachen selbst die Elite-Läufer bezüglich dieses Laufes von einem ,brutalen Hammer' und benötigten über drei Stunden. Ich brauche mich deshalb mit meiner Platzierung wirklich nicht verstecken und bin riesig stolz darauf. Wenn man bedenkt, dass ich mit meiner Sehschwäche und mindestens 25 Kilo mehr auf dem Kreuz weit mehr als die Hälfte guter Bergläufer hinter mir ließ. Dann darf man nicht vergessen: Es war schließlich eine Weltmeisterschaft auf internationalem Spitzenniveau. Es wäre ja auch wirklich nicht normal, wenn ich noch mit den Topläufern mithalten könnte. Ich glaube, da würden sich manche ein neues Hobby suchen, oder gar den Beruf wechseln ..." Was Steffen Klitschka - außer dem Glücksgefühl, es geschafft zu haben - noch blieb von der "Tour de Tirol", ist ein Gefühl tiefer Dankbarkeit - für seinen Vorläufer Roland Beyer, für seine Unterstützer vom SV Germania, der Likra Sonneberg, Bernd Knabner aus Tettau, Ehefrau Kathrin und seine ganze Familie. Aber auch für den Österreichischen Berglaufverband, der ihn zu dieser WM zuließ. Steffen Klitschka dazu: "Schließlich ist es ja für jeden Veranstalter beziehungsweise - wie in diesem Falle - für einen ganzen Verband stets ein gewisses Risiko, einen sehbehinderten Läufer starten zu lassen."




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