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Vereinsjubiläum
Das weite Feld des heimischen Brauchtums kräftig beackert
15 Jahre "Ländliche Traditionen" stehen für jede Menge engagierte Kulturarbeit, aber auch für die Pflege von Gemütlichkeit und Frohsinnn
Von Stefan Löffler

Sonneberg-Hönbach - Sein 15jähriges Bestehen feierte

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Die Sonntagnachmittag an Hönbachs Dorfteichen versammelten Vereinsmitglieder und ihre Gäste - hier mit der Standarte der "Ländlichen Traditionen" und Erntekrone. Foto: camera900.de
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am Pfingssonntag der Verein "Ländliche Traditionen". Nachdem man mit der jüngsten Schau historischer Traktoren und ländlicher Geräte in Mürschnitz eben erst einen großen Höhepunkt im Vereinsleben hinter sich gebracht hat, lief die Jubelfeier in kleinerem Rahmen. Man traf sich einfach in gemütlicher Runde an den Dorfteichen - und dann, zum Festessen, im Bürgerhaus. Aber weil es bei solch würdigem Anlass nun mal ganz ohne offiziellen Festakt nicht geht, raffte sich Siegfried Motschmann, Vereinsvorsitzender von Anfang an, nicht nur zu einer Festrede auf, sondern hatte auch noch eine ganz besondere Überraschung für die Versammelten parat: die Enthüllung der nagelneuen Standarte des Vereins. Die hat der Coburger Ingbert Treybig für die Hönbacher aus Lindenholz geschnitzt. Als Mitglied des Rohrbacher Chores singt Treybig oft mit Hönbachs Sängern bei festlichen Anlässen. Das neue Teil ist farbenfroh und prächtig anzusehen und zeigt eine Variation dessen, was schon die Vereinsfahne präsentiert: im Mittelpunkt ein tanzendes Paar in Tracht und, rundum, so manch anderes Detail zur Zierde - ein würdiges Präsent zum Jubiläum. Enthüllt haben es Motschmann und Fritz Hülß (Rottmar), der Profi-Drescher der "Ländlichen Traditionen" und mit 72 ältestes Vereinsmitglied.

Von Festgästen wie dem Suhler Wilfried Friedrich vom Lanz-Bulldog-Verein Südthüringen/Rhön oder Bio-Bauer Wendelin Zettelmeier aus Breitbrunn bei Eltmann wurde gewürdigt, dass es beim Gastgeberverein nicht "nur" um alte Traktoren geht, sondern um so Vieles, was mit der Landwirtschaft zu tun hat. Und darauf verwies auch Motschmann in seiner Ansprache. Hatte er doch in deren Mittelpunkt das Gründungsprotokoll des Vereins gestellt, in welchem 1995 als Ziele der Vereinsarbeit auch die Pflege ländlichen Brauchtums und ländlicher Traditionen festgeschrieben wurden. Und genau daran hat man festgehalten. Denn ist auch die alle zwei Jahre bei Vereinsvorstandsmitglied Hans Schindhelm in Mürschnitz stattfindende große ländliche Schau zweifellos die Hauptveranstaltung des Vereins, so hat dieser doch immer wieder auch Vorträge, musikalische und tänzerische Beiträge geboten und aktive Jugendarbeit geleistet. Man denke nur an die 1996 bis 2004 von Ursel Thees geleitete Kindertanzgruppe oder an die von Motschmann selbst betreute Arbeitsgemeinschaft zur Restauration ländlicher Geräte an der Bürgerschule. Zu verdanken ist dem Verein aber auch so manch kultureller Beitrag für den Landkreis wie die Teilnahme an Festen, Umzügen und Landkreis-Präsentationen.

Das alles kann auch bisher Außenstehende zum Mitmachen animieren. Zum Beispiel Regina Helmschrot. "Mir hat einfach gefallen, wie man sich hier engagiert. Und da dachte ich mir: Da kannst du auch mitmachen. Und das tue ich nun, indem ich vor allem bei Festen helfe. Zudem stamme ich aus einer Familie mit Landwirtschaft", so die Puppengestalterin aus Mürschnitz, die jüngst in den Verein eintrat. Übrigens gemeinsam mit Cornelia Zitzmann (Hönbach), die kürzlich zur ersten "Jungbäuerin" des Vereins gekürt wurde.

Helfer aus Freundschaft

Man muss aber keineswegs Vereinsmitglied sein, um die "Ländlichen Traditionen" zu unterstützen. Joachim Fischer, Sonntag ebenfalls zu Gast in Hönbach, und weitere Jäger helfen dem Verein schon seit Jahren - aus Freundschaft.

Motschmann machte zur Jubiläumsfeier auch darauf aufmerksam, dass der zurzeit rund 25 Mitglieder zählende Verein sich verjüngt. Jüngstes Mitglied Sven Herde zählt 20 Lenze. Und selbst der neue 2. Vereinsvorstand Sebastian Althanß ist erst 23 Jahre alt. Verjüngen bedeutet aber auch: Mehr Aktionen mit Kindern und Jugendlichen. Beispiele: Neben der von Bürgerschülern besuchten Restaurierungs-AG helfen die F10-Klassen derselben Schule bei den Schauen in Mürschnitz. "Mittlerweile haben wir zudem ein Projekt mit der Purzelgarde des Faschingsvereins ,Kuckuck' laufen, die zu bestimmten Anlässen in den Kostümen unserer einstigen Kindertanzgruppe auftritt", berichtet Motschmann. Und dennoch fühlen sich - trotz stetiger Vereinsverjüngung - die Ältesten im Verein nicht etwa unwohl. Das "landwirtschaftliche Urgestein" Fritz Hülß - der 1937 Geborene hat schließlich alle Abschnitte der seitherigen ländlichen Entwicklung hautnah miterlebt - fühlt sich hier nach wie vor gut aufgehoben - auch weil's bei den "Ländlichen Traditionen", wie er sagt "immer so schön gesellig und humorvoll zugeht".

 
 

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