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STEINACH – Große Kulleraugen mit langen Wimpern, schlanke Beine, braune Haare und zwei pralle Höcker – Ahmed ist ein wahres Prachtexemplar.
Seit vier Wochen nun wohnt das Kamel in Steinheid. Ahmed ist der aktuelle Neuzugang in Uwe Schelers Tier-Entourage auf dem kleinen Tierberg, der eigentlich Bocksberg heißt. Der zehn Monate alte Paarhufer kommt aus einer Zucht in Lahr nahe der französischen Grenze. Integrationsprobleme hat der Schwarzwälder mit arabischem Namen nicht. Anpassung an extreme Lebensräume ist für Kamele schließlich ein Kinderspiel.
Kaum in thüringischen Gefilden angekommen und gerade aklimatisiert, könnte sich Ahmed schon bald in Schweden wiederfinden. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), an den Scheler bereits andere Tiere vermetet hat, möchte das Kamel für die Produktion einer Fernsehserie in Schweden. Eine Frage bleibt allerdings: Was macht ein Wüstentier in Skandinavien?
Was Uwe Scheler so macht, interessiert indes ein breiteres Publikum. Deshalb hat der MDR schon eine Dokumentation über den Tierfreund in Planung, die Ende Juni gezeigt werden soll.
In diesen Tagen ist der Steinacher mit einem Nasenbären Ensemble in Leipzig unterwegs, wo gerade eine weitere Folge von „Tierärztin Dr. Mertens“ gedreht wird.
Kamele sind Haremstiere. Und weil Ahmed sich zwischen Lamas und Stachelschweinen auf dem Bocksberg doch recht einsam fühlen könnte, bekommt er in etwa drei Wochen eine Gefährtin. Annabelle heißt die Schöne und stammt ebenfalls von dem befreundeten Züchter in Lahr. Falls alles so läuft wie Mutter Natur und Uwe Scheler es sich vorstellen, so wird bald eine Kamelfamilie den kleinen Tierberg bevölkern.
Gewiefte Tourismusmanager könnten jetzt auf die Idee kommen, in Steinach eine lebende Thüringer Kirmes einzurichten – sozusagen als Pendant zu der Kirmes in Sonneberg. Die Tiere für den dazugehörigen Wanderzirkus könnte die Stadtverwaltung dann ja bei Uwe Scheler mieten.
Der Steinacher Nachbarort Lauscha verfügt zwar (noch) über keine derart tierischen Bewohner. Sollte sich aber dennoch eines dieser Wüstentiere in die Glasbläserstadt verirren, so wäre der Kamelweg sicherlich die erste Adresse.



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