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Erschienen am 08.02.2010 00:00
Faschingsumzug
Die Hummel brummt durch Berg und Tal - jetzt regiert Prinz Karneval
In Schalkau schwärmten die Narren aus und nahmen in ihren Themenbildern auch politisch Umstrittenes aufs Korn
Von Roland Wozniak

Schalkau - Es gehört hier in "Schalk'n" beim Karneval

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Als Hummel gewandet, spießte Bürgermeister Reinhard Zehner manch Ereignis des verflossenen Jahres auf.
Bild: R. Wozniak
schon zur Tradition: Das Prinzenpaar kommt mit dem Shuttle der Südthüringenbahn. So auch heuer. Pünktlich 13.29 Uhr stiegen am Samstag Prinz Nicki der I. und Mandy die I., Prinzessin von der Itzbrücke, aus dem Zug und wurden vom närrischen Komitee in Empfang genommen. Vom Bahnhof Schalkau-Mitte ging es dann - im Kabrio - weiter durch die Gassen hin zum Marktplatz.

Bereits eine halbe Stunde zuvor war an den Parkplätzen am Rande der Strecke die närrische Betriebsamkeit zu spüren. So wurde die siebenjährige Saskia Fischer noch schnell von Mutti perfekt geschminkt, damit es dann zum großen Auftritt gehen konnte. "Saskia war schon im Kinderwagen beim Umzug dabei", erzählt die Mutti.

Nebenan steigt ein Trupp bunt gekleideter Narren aus dem Pkw und die Straße entlang tuckert ein Traktor mit einer Fracht voller Clowns. Sie alle zieht es zum Bahnhof, um von dort das Prinzenpaar auf seinem Zug durch die kleine Stadt zu begleiten.

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Die Spitze des Schalkauer Faschingsumzugs 2010 auf ihrem Triumphzug durch die Hauptstadt des Schaumberger Landes. Auf dem Plakat prangt das Faschingsmotto.
Bild:  
"Die Hummel brummt durch Berg und Tal, jetzt regiert Prinz Karneval!" - so das diesjährige Motto. Dem angepasst, spielte sich das närrische Treiben größtenteils in der Insektenwelt ab. Selbst die Kleinsten vom Kindergarten schlüpften in die Hummelrolle. "Lass die Hummeln brummeln, denn wir sind ohne Frag' Schalk'ns schönste Heuschreckenplag'" - so vermeldete es das große Schild, welches sie vornweg trugen. Aber auch eine vielköpfige Raupe und allerlei Fliegen krabbelten über die Straßen von Schalkau.

Wie bei den großen Vorbildern der Rosenmontagszüge im Rheinland, so wurden auch im Schaumberger Land politischen Missstände und umstrittene Dinge aufs Korn genommen. "Unser letzter Wille ist auf jeden Fall, kein Mast über Schalk'n von Vattenfall" hieß es auf einem Plakat des Saunaclubs Schalkau. Der führte auf seinem Festwagen zwei hölzerne Hochspannungsmasten mit sich, zwischen denen sich der Tod bewegte.

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Und immer wieder feuerte die Konfetti-Kanone neue bunte Ladungen ins Faschingstreiben.
Bild:  
Über 40 Vereine gibt es im Umland von Schalkau. Der Saunaclub gehörte zu jenen wenigen, die sich aktiv am Umzug beteiligten. Mathias Zehner vom Elferrat würde sich wünschen, dass sich noch mehr Bürger und Vereine beim Umzug aktiv mit einbringen.

Seit 1954 wird in Schalkau Fasching gefeiert. War es bis in die 70er-Jahre hinein der Sportverein, der alles organisierte, sind es seitdem die Narren vom Kulturbund Schalkau, die diese Tradition lebendig halten. Rund 70 aktive Mitglieder zählt die unermüdliche gemeinnützige Schar. Auch Bürgermeister Zehner bewies seinen Sinn für Humor. Nicht nur, dass er vor dem Rathaus freiwillig die Stadtschlüssel an die Narren übergab. Selbst als Hummel gewandet, spießte er so manch Ereignis des vergangenen Jahres gekonnt in seinem Vortrag auf. "Viel Mist wurde produziert vergangenes Jahr. Das freut die Mistkäfer allemal!", hieß es da unter anderem. Und gemeint waren damit vor allem die Finanzkrise, Schweinegrippe und die 380-KV-Leitung. Ein Seitenhieb traf auch den größten Schrottplatz im Hinterland, der dank Abwrackprämie noch mehr angewachsen ist.

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Ein schönes Paar: Prinzessin Mandy I. und Prinz Nicki I. auf ihrer Triumphfahrt durch "Schalk'n".
Bild: camera900.de
Aber auch die Bleßberghöhle kam nicht zu kurz. So manch einer würde sich wünschen, den Fasching in der "Mehrzweckhalle Bleßberghöhle" zu feiern. Noch dazu, wo die Turnhalle seit dem vergangenen Jahr wegen Einsturzgefahr gesperrt ist. Dass an gleicher Stelle nun nicht die gewünschte Zweifelder- Mehrzweckhalle, sondern eher ein neues Turnzimmer entstehen soll, begeistert das närrische Volk nicht so sehr..

Aber die Schalkauer Narren lassen sich nicht unterkriegen. Am Donnerstag wird im Bürgerhaus die zweite Weiberfastnacht über die Bühne gehen. Und am Faschingssamstag und Rosenmontag steigen dann die großen Partys in der Ferien- und Freizeitanlage in Truckenthal. Am Samstag - nach dem Umzug - durften die Kleinen, mit ihren Eltern, bereits im "Thüringer Hof" ihren Kinderfasching feiern. 

 
 

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