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Ressort Neuhaus
Erschienen am 08.02.2010 00:00
Pädagogik
Den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen
"Kids und Knete" heißt ein Projekt, mit dem die Grundschule Neuhaus ihre Drittklässler aufs echte Leben vorbereitet

Neuhaus - Was alles am schnöden Mammon hängt, weiß jeder wohl mehr denn je.

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Wenn's ums Geld geht, sind Kinder aufmerksam dabei.
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Für die Schüler der Klassenstufe drei führt seit vier Jahren die Grundschule Neuhaus das Projekt "Kids und Knete" durch. Prävention als Aufklärung hieß es kürzlich bei einem Besuch in der Sparkasse Neuhaus.

Bereits am frühen Morgen standen die rund 30 Drittklässler mit den Lehrerinnen Sabine Hubert, Sylvia Böhm-Dores und der Integrationshelferin Katja Liebold vor dem Kassenraum und warteten, bis sich der Vorhang und die Tür öffneten. Freundlich begrüßten sie die Angestellten, und wurden sogleich vom Leiter der Geschäftsstelle Neuhaus, Alexander Grolms, im Konferenzraum des Bankgebäudes willkommen geheißen. Carola Englert stand dort für alle Fragen ums Geld, die die Mädchen und Jungen bereits im Vorfeld ausgearbeitet hatten, Rede und Antwort.

"Was bedeutet Soll und Haben?", wollte Stephan Wolschke wissen. "In welchen Ländern wurde der Euro zuerst eingeführt?", fragte Leon Fellmann und ein anderer: "Wie viel Geld ist in den Automaten?" - Jede Menge Fragen, die Carola Englert geduldig beantwortete. Allerdings fragte sie ab und an auch zurück, ob sich die Schüler das Eine oder Andere nicht denken könnten? So beispielsweise, was ein Vier-Augen-Prinzip sei. So nennt man nämlich das Öffnen eines Tresors, wobei zwei Personen verschiedene Kombinationsnummern wissen.

In den Tresorraum durften die Schüler natürlich auch. Die Kinder staunten nicht schlecht über die große dicke Tresortür und die vielen Schließfächer. "Was denkt ihr, was da drin ist?", war eine Frage. Die meisten vermuteten, es würde sich wohl viel Geld hinter den Türchen verbergen.

Zwar wissen die Mitarbeiter der Sparkasse auch nicht, was sich in den privaten Fächern befindet, aber zum Großteil sind diese Fächer dazu da, wertvolle private Dinge, wie Dokumente, Schmuck oder andere Wertgegenstände einzulagern.

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Spickzettel zum Projekttag über das Thema Geld.
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Dass man mit der Erziehung rund um das Thema Geld nicht früh genug beginnen kann, belegt die Statistik der steigenden Zahl überschuldeter Haushalte. Oft ist die fehlende Finanzkompetenz bei Kindern und Jugendlichen mindestens ebenso groß wie ihre Konsumwünsche, was dann ein böses Ende nehmen kann. Deshalb sehen die Grundschulpädagogen beim Thema Geld hohen Handlungsbedarf. "Das Thema 'Rechnen mit Euro' findet sich in den Bildungsplänen für die Grundschulen fast aller Bundesländer", erläutert Sabine Hubert. Der richtige Umgang mit Geld müsse von den Kindern eben erst erlernt werden. Ziel sei, so Hubert, dass Kinder die einzelnen Münzen und Banknoten unterscheiden und ihnen ihre Werte zuordnen könnten. Dazu gehöre, dass sie die Grundrechenarten soweit beherrschen, um mit dem Euro rechnen zu können. Gut sei es, so rät die Pädagogin, Kinder beim Einkaufen mitzunehmen, oder die älteren schon mit einzubeziehen, wenn Anschaffungen in der Familie vorbereitet würden. So könnten sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld erlernen.

Wie Kinder schon als Zehnjährige einen Finanzplan erarbeiten können, machte Hubert an einem Beispiel deutlich: Wenn sich Kinder einmal einen größeren Wunsch selbst erfüllen möchten, sei dies eine gute Gelegenheit ihnen den Umgang mit Geld näherzubringen.

Wie lange muss ich sparen?

Wie viel Geld liegt auf meinem Sparbuch? Wie viel brauche ich für meinen Wunsch? Wie lange muss ich dafür sparen? Welcher Betrag muss wie lange vom Taschengeld abgezweigt werden, damit ich die nötige Summe aufbringen kann? - So lernt man vernünftig haushalten.

Die Kinder zeigten großes Interesse am Projekt "Kids und Knete", hat Lehrerin Sabine Hubert beobachtet. In Partner- und Gruppenarbeiten seien in den letzten Wochen auch anspruchsvolle Plakate, eigene Geldgeschichten, eine Hitliste zum Taschengeld, Spiele und mathematische Denkaufgaben entstanden.

 
 

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