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Ressort Schmalkalden
Erschienen am 08.05.2010 00:00
Statistik
Nach der Silberhochzeit ist Schluss
Zahl der Scheidungen stieg / Nur drei Paare gingen gemeinsam zum Gericht
Von Dietgard Oberst

Schmalkalden-Meiningen - "Wir wollen nicht mehr." Das

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Nach der Silberhochzeit ist Schluss
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sagten 259 Paare im vergangenen Jahr im Kreis Schmalkalden-Meiningen und setzten damit einen Schlussstrich unter ihre gemeinsamen Jahre.

Nach Angaben des statistischen Landesamtes hatten 22 Prozent der geschiedenen Paare bereits mindestens 25 Jahre miteinander verbracht. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich bundesweit die Zahl der Scheidungen von Langzeitehen mehr als verdoppelt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Da gesellschaftliche Ächtung längst kein Hinderungsgrund mehr ist, sich zu trennen, fragen sich viele Paare, wenn die Raten fürs Haus abbezahlt und die Kinder ausgezogen sind, warum sie überhaupt noch zusammenbleiben sollen. Sie wissen oft nicht, was sie miteinander anfangen sollen. Aber es gibt auch positive Nachrichten, denn alles in allem betrachtet, sinkt die Zahl der Scheidungen. In Thüringen sind im vergangenen Jahr 1,7 Prozent weniger Ehen geschieden worden als im Jahr zuvor. Hier im Kreis waren es hingegen 17,2 Prozent mehr.

Landesweit wurden 4344 Ehen geschieden. Das waren 73 weniger als im Jahr zuvor. "Seit dem Jahr 2004 ist ein fortlaufender Rückgang zu beobachten", heißt es in einer Pressemitteilung des statistischen Landesamtes. "Die höchste Scheidungszahl seit der Wiedervereinigung wurde im Jahr 2003 mit 5558 Scheidungen erfasst." Die meisten Scheidungsanträge werden nach wie vor von Frauen eingereicht. Im Kreis Schmalkalden-Meiningen waren das genau 153. Die Männer folgten mit 103 Anträgen. Von beiden gemeinsam wurden drei Scheidungsbegehren beantragt. Landesweit reichten 2519 Frauen den Scheidungsantrag ein, aber nur 1557 Männer. Beide gemeinsam taten dies in 268 Fällen. Weiter teilen die Statistiker mit, dass der Anteil der geschiedenen Ehepaare ohne Kinder in den letzten Jahren stetig angestiegen ist. Und zwar von 39 Prozent im Jahr 2000 auf 57 Prozent im Jahr 2009. Landesweit wurden vergangenes Jahr genau 2681 minderjährige Kinder zu Scheidungswaisen, 152 weniger als im Jahr 2008. Im Landkreis hatten von den 259 Paaren, die sich scheiden ließen, 141 keine Kinder, 70 hatten ein minderjähriges Kind zu versorgen, 41 hatten zwei Kinder und sieben hatten sogar drei oder mehr Kinder. Insgesamt waren von der Scheidung ihrer Eltern hier 174 Kinder betroffen.

Im Vergleich verzeichnete Sömmerda mit einem Rückgang um 29,6 Prozent die größte Abnahme der Scheidungszahlen. Saalfeld-Rudolstadt hingegen verzeichnete mit einem Plus von 25,9 Prozent die größte Zunahme. Es folgten Schmalkalden-Meiningen und Eisenach mit 12 Prozent mehr Scheidungen.

 
 

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