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Ressort Schmalkalden
Erschienen am 29.03.2007 00:00
EMPFANG
„Hopp Fisch, hopp!“
Sven Fischer pflanzte gestern eine Linde auf dem Kirchhof
Ein Haus hat er schon gebaut, auch ein Kind gezeugt. Gestern pflanzte er einen Baum in seiner Heimatstadt. Wann er ein Buch schreiben will, ließ er offen. „Ich habe keine Checkliste für die Dinge, die ein Mann tun sollte“, sagte der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister Sven Fischer lächelnd.
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Ein Autogramm von Sven Fischer auf dem Basecap – das war das Größte für diese Jungs. FOTOS (2): fotoart-af.de
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SCHMALKALDEN – Etwa 200 Schmalkalder und Gäste aus nah und fern bereiteten ihrem „Fisch“ gestern Abend auf dem Kirchhof einen herzlichen Empfang. „Wir freuen uns, dass du nach einer langen, anstrengenden und erfolgreichen Saison Zeit für uns gefunden hast“, begrüßte ihn Bürgermeister Thomas Kaminski. Lange habe man überlegt, was man ihm schenken könne und sei schließlich auf die Linde gekommen. „Wir haben extra Platz geschaffen“, meinte Kaminski mit einem Augenzwinkern und dachte dabei an die schwere Entscheidung, die alte Kirchhoflinde fällen zu müssen. Doch auch die neue hat mit ihren 18 Jahren, einem Stammumfang von 40 Zentimetern und einer Höhe von 7,70 Metern schon eine beachtliche Größe erreicht. In die richtige Position war sie mit Hilfe schwerer Technik gebracht worden. Fischer und Kaminski hatten den leichteren Part – sie füllten nur noch mit ein paar Schaufeln Pflanzsubstrat auf, angefeuert von Biathlon-Fans mit dem Ruf „Hopp Fisch“. Eine kleine Tafel soll den Baum künftig als „Fischer-Linde“ ausweisen und so eine öffentliche Anerkennung der Stadt für ihren Ehrenbürger sein.

Wenn auch der größte, so war es doch nicht der erste Baum, den der Sportler pflanzte. Sein Opa Alfred Fischer habe ihm beigebracht, wie das geht. Er finde die Idee der Stadt klasse und könne nur auch an andere appellieren, Bäume zu pflanzen. Schade sei zwar, dass der alte fallen musste. Aber da er offensichtlich krank gewesen sei, sei es doch besser, einen neuen Baum zu pflanzen, als viel Geld in die Sanierung zu stecken. „Für das Geld können viele neue Bäume gepflanzt werden.“

Viel Zeit hatte der Biathlet seit dem Ende der Weltmeisterschaft noch nicht. Vor allem seiner Tochter und seiner Freundin habe er sich gewidmet. Auch im April will er sich erst mal noch viel Ruhe gönnen, nur leicht trainieren. Und wenn es im April für die Athleten wieder losgeht, werde er über seine Zukunft entscheiden. „Ich bleibe dem Sport auf jeden Fall erhalten.“ Mehr ließ er noch nicht durchblicken.

Sven Fischer zeigte sich geehrt von so viel Zuneigung und Anteilnahme, die ihm schon auf dem Kirchplatz von den Gästen der Pflanz-Zeremonie entgegengebracht wurde. Urlauber aus Hameln ließen es sich nicht entgehen, die persönliche Bekanntschaft des Biathleten zu machen. „Wir fiebern bei den Wettkämpfen immer mit“, sagten sie. Die 91-jährige Erna Stark aus Schmalkalden schüttelte ihm die Hand und wünschte: „Mach uns weiter so viel Freude.“ Sie ging einst mit Fischers Oma in eine Klasse. „Er ist bei allem Erfolg ein bescheidener und netter Kerl geblieben“, freute sie sich.

Viele Fischer-Fans kamen mit ins Rathaus zur Autogrammstunde. Die einen ließen sich das Thüringer-Trümpfe-Buch von ihm signieren, andere das Olympia-T-Shirt. Auch Fahrradhelme, Basecaps und andere persönliche Dinge tragen seit gestern Abend den Namenszug des Olympiasiegers und Weltmeisters. „Bitte kann ich vier Autogrammkarten haben, ich soll meinen Freunden auch welche mitbringen“, war nicht selten zu hören. Und Sven Fischer erfüllte alle Wünsche mit seinem netten, herzlichen Lächeln. WALTRAUD NAGEL

 
 

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