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Ressort Schmalkalden
Erschienen am 24.11.2009 00:00
25-jähriges Jubiläum
Mit roten Rosen Dankeschön gesagt
Mit einem in allen Punkten stimmigen Programm feierten die Teenies ihren Geburtstag
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Überrascht: Bei "Sag Dankeschön" von Hans-Jürgen Gröschner flossen Tränen der Rührung bei Sonja Reichsthaler.
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Viernau - Das rote Herz als Bühnendekoration mit der Inschrift "Happy Birthday", hunderte Luftballons in Rot und Silber an der Decke, die Tischdeko in rot-weiß - es stimmte einfach alles. Wie nicht anders zu erwarten, trat Sonja Reichsthaler ebenfalls im roten Abendkleid auf die Bühne. Das Programm anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Teenie Dance Group Viernau konnte beginnen.

Und dieses wird sicherlich den Geburtstagskindern wie auch den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben. Denn es war gespickt mit bravourösen Tanzeinlagen der Teenies - von den Kleinsten bis zu den Großen - und spitzenmäßigen Textbeiträgen. Mit dem zu den Thüringer Meisterschaften mit dem 3. Platz ausgezeichneten Auftritt der "Etwas anderen Band" und der "Show-kolade" setzt der Viernauer Verein wieder einmal in Sachen Choreografie, Musikauswahl, Kostüme und Accessoires Maßstäbe, an die weit und breit keine andere Tanzgruppe heranreicht.

Vereinschefin Sonja Reichsthaler kamen einmal mehr ihre guten Beziehungen, die sie im Landesverband Thüringer Karnevalsvereine pflegt, zugute. So konnte sie mit Wieland Henze vom Handwerker Carneval Weimar und Michael Rebhan vom Suhler Carneval Club sowie dem Nachwuchsstar aus Schweinfurt, Jonas, drei Hochkaräter in der Bütt gewinnen. Henze stieg als Zeus in diese und hielt als solcher eine humoristische Rückschau auf die 25-jährige Teenie-Dancer-Geschichte, die mit dem Motto "Das oberste Gebot, wir machen's aus Freude - die Teenie Dancer gestern und heute" begann und mit "Danke, Sonja, du hast das aufgebaut" endete. Seine Visitenkarte jedoch gab er kurz darauf ab, beim zweiten Auftritt als Zeus. Von Angie, der Göttin der Lust, über gepiercte Teenies bis zum Afghanistaneinsatz rechnete der oberste Gott der Griechen mit dem Fußvolk in Deutschland rigoros ab.

Michael Rebhan brillierte als "Genusse" Walter Ulbricht. Einfach köstlich sein Auftritt. Seine Art der Geschichtsschreibung ließ das Publikum in lautstarke Lacher ausbrechen. Stellte er doch zum Beispiel fest, dass der 9. November 1989 "der endgültige Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus" bedeutete. Die marxistisch-leninistisch geschulten DDR-Bürger drangen "bei Nacht und Nebel" in die BRD ein, plünderten die Geschäfte und zwangen die Bundesbank zur Herausgabe von Begrüßungsgeld in Milliardenhöhe. "Von dieser Krise hat sich der Monopolkapitalismus bis heute nicht erholt", merkte Genosse Ulbricht zufrieden an. Auch erinnerte er daran, dass es in der DDR keine Probleme mit der Wirbelsäule gab, denn "da konnte noch jeder sein Rückgrat verbiegen". Lokalkolorit brachte er ins Spiel, als er darauf hinwies, dass der Genosse Bürgermeister, Manfred Hellmann, das Arbeiterkampflied "Brüder, zur SONNE, zur Freiheit richtig verstanden hat. Wie sagte schon Lenin: Kommunismus - das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung von ganz Viernau".

Stieg hier die Stimmungskurve schon auf 9,9, so erreichte sie die 10 beim Auftritt von Michl Müller, dem "fränkischen Dreggsagg". Ihn zu engagieren, damit hatte Sonja Reichsthaler nicht nur sich und ihren Teenies, sondern allen Gäste eine Riesenfreude gemacht. Ihn muss man einfach live erlebt haben. Seine Pointen kommen Schlag auf Schlag und wirken nur mit der dazugehörigen Mimik und Gestik, sodass der Autor an dieser Stelle auf Wiedergaben verzichtet und nur den Tipp geben kann, sich den Kabarettisten aus Bad Kissingen selbst anzusehen. Was allerdings nicht so einfach ist, denn seine nächsten Auftritte sind fast alle ausverkauft.

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Gelacht: Bei Michl Müller flossen Tränen der Freude.
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Eine Überraschung, die gleichzeitig eine Premiere darstellte, hatten die Teenies für alle im Saal mitgebracht: eine eigene CD, als erste Koproduktion mit den Gagensängern entstanden. Sie bewiesen damit, dass sie nicht nur tänzerisch auf der Bühne Akzente setzen können. Aus jeder Zeile war bei den Gesangseinlagen die Liebe der Teenies zum Tanz herauszuhören. Kostprobe gefällig? "Gardetanz ist unser Leben", "Beine hoch, solang' die Kraft noch reicht, es ist nicht immer leicht, doch das ist unsre Welt", "Teenie-Dance - keiner ist wie du".

Für ihre "großen Teenies" hatte Sonja Reichsthaler Hans-Jürgen Gröschner geholt, der "Mein Thüringen" sang. Doch was danach folgte, wusste die Gründerin der erfolgreichen Tanzgruppe nicht. Denn Gröschner stellte einen Stuhl auf die Bühne, ließ Sonja Platz nehmen und sang für sie "Sag' Dankeschön mit roten Rosen". Dabei kamen "ihre" Teenies herein und übergaben ihr, natürlich, rote Rosen. Mit Sicherheit der bewegendste Moment des Abends. Zuvor hatte schon Eberhard Wilke sein Ständchen, unterstützt vom Publikum, zum Besten gegeben.

Selbstverständlich dürfen bei einem Jubiläum auch Grußworte und Auszeichnungen nicht fehlen: Michael Danz, Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine, hatte Sonja Reichsthaler in diesem Jahr bereits mit dem Großen Verdienstorden in Gold geehrt. Er hatte dieses Mal, neben dem "Virus Karneval, der im Gegensatz zur Schweinegrippe, am Aschermittwoch wieder vorbei ist", Auszeichnungen für ihre Verdienste als langjährige Trainerinnen für Aniane Buch, Antje Linß, Susi Hoffmann und Yvonne Reichsthaler mitgebracht. Geehrt wurden auch die Vorstandsmitglieder Thomas Fischer und Katja Albrecht. Grußworte, verbunden mit kleinen und großen Geldgeschenken, überbrachten Bürgermeister Manfred Hellmann (400 Euro von der Fraktion Die Linke im Landtag, 300 Euro von der Gemeinde), Michael Heym als Vertreter des Landrats (2500 Euro aus der Ehrenamtsstiftung des Landkreises) und Petra Döll vom Modeexpress Meiningen (1000 Euro). Christian Endter, Bürgermeister von Steinbach-Hallenberg, hatte ein Geldgeschenk "von allen Fraktionen" des Nachbarortes dabei. Frank Herrmann gratulierte im Namen des Elferrates Viernau.

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Da stimmt einfach alles: Zuckersüß in lila Kostümen präsentierten die Teenies ihren Schautanz "Show-kolade", mit dem sie bei den Thüringer Meisterschaften ab Jahrgang 1994 einen Punkt am 3. Platz vorbeischrammten. Fotos (3): fotoart-af.de
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Natürlich galt es an diesem Abend auch, den vielen, vielen Helfern in 25 Jahren Teenie-Dancer-Geschichte Dank zu sagen, allen voran den Trainerinnen und Co-Trainerinnen. Antje Linß zum Beispiel choreografiert von Darmstadt aus, wie es auch Maud Tenhumberg von München aus in der Vergangenheit getan hat. Antje und Aniane sind fast von Anfang an dabei. Die ganze Teenie-Familie - Eltern, Großeltern, Sponsoren und auch Schneiderin Karin Sehling - wurde mehrfach gelobt.

Ein Herzenswunsch ist es für Sonja Reichsthaler, ihren Vizepräsidenten Thomas Fischer zu danken. Endlich, nach 25 Jahren, habe sie ihn überzeugen können, mit ihr die Moderation des Abends zu übernehmen. "Und", setzt die "Mutter der Teenie Dance Group" noch flüsternd hinzu, "ich möchte mich ganz sehr bei meinem Mann bedanken, denn von 36 Ehejahren war er auch 25 mit den Teenies verheiratet". swo

 
 
 

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