Schmalkalden – Mehr als 150 Menschen drängten am Samstagnachmittag ins Tafelgemach des Schlosses Wilhelmsburg zur
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Martin Degner, Tobias Haase und Michael Oertelt sehen in dem berühmten Sohn der Stadt ein Vorbild. Zuerst hätten sie sich nicht getraut, ließ Martin Degner in der Anmoderation anklingen. Aber bei Familie Fischer seien sie für ihr Projekt „Goldfisch“ sofort auf offene Ohren gestoßen. Ein Jahr lang trugen sie Informationen und Exponate zusammen. Sie befragten Einwohner und Touristen über Sven Fischer und vor allem hatten sie Gelegenheit, mit dem Sportler selbst zu sprechen. Daraus entstand eine Präsentationsmappe und der erste Teil der Ausstellung über den berühmten Sohn der Stadt. Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann und sein Team unterstützten die Arbeit der drei Zehntklässler. So bekamen sie gleichzeitig einen Einblick, wie eine Ausstellung konzipiert, bestückt und gestaltet wird.
In der ersten Reihe saßen die Lehrer und der Direktor der Renthofschule, denn die Präsentation vor großem Publikum war gleichzeitig die Bewertung des Projektes. Dietsch-Polstermöbel sponserte ein weißes Promisofa mit schwarz-rot-goldenen Kissen. Doch der Stargast ließ zunächst auf sich warten. Kein Wunder, wurde im Saal verständnisvoll gemunkelt. Denn am Vorabend hatten Sven Fischer und seine zukünftige Frau Polterabend gefeiert. Am Samstag wird in der Stadtkirche die Trauung sein.
Als sich der Ehrengast auf dem Sofa niederließ, kam sofort das „Wetten-dass-Feeling“ auf. Befragt wurde er jedoch von den drei
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Wie sehr ihn die Bindung zu seiner Familie beflügelte, machte Sven Fischer mit einer sehr persönlichen Erinnerung an den Olympiasieg im Einzelwettkampf deutlich. Er habe darüber bisher noch nie öffentlich gesprochen. An dem leichten Anstieg in Richtung Rodel- und Bobbahn habe er an seine kleine Tochter und seine Frau gedacht, die er lange nicht gesehen hatte. Immer wieder kamen die Gedanken an die Familie an dieser Stelle und trieben ihn voran. „Ich habe fehlerfrei geschossen, ich war zufrieden“, schilderte der Biathlet diesen berührenden Moment. Sven Fischer als sauberen Sportler und Mitbürger, der in seiner Stadt fest verwurzelt ist, würdigten die Jugendlichen ebenfalls. Die sportlichen Erfolge werden in einer Dauerschleife in der Ausstellung gezeigt. Einen großen Flachbildfernseher und einen Videorekorder sponserte die VR-Bank. Bewegt verfolgten die Menschen im Tafelgemach die Reminiszenzen an eine große Sportlerkarriere. Sven Fischer bekannte, dass er noch keine Videos von seinen Erfolgen gesehen habe. Vor Weihnachten, wenn es auf die Biathlonwettbewerbe zugeht, wird der zweite Teil der Ausstellung fertig sein, kündigte der Museumsdirektor an. „Es ist ein großes Thema und vieles, wie zum Beispiel Niederlagen und Misserfolge, gehören zu einer solchen Laufbahn dazu.“ Klar wie ein Wintermorgen war der erste Eindruck von der Ausstellung. Die meisten Pokale sind aus geschliffenem Glas und entfalten in den Vitrinen ein ganz besonderes Funkeln. Die grafische Gestaltung unterstützt das winterliche Feeling. Viel bestaunt: Laufanzug und Ski. Im hinteren Zimmer befindet sich die erste Urkunde von Sven, die er beim Kindersportfest der großen Gruppe des Kindergartens Hedwigswiese im Jahr 1977 errang. Sven Fischer kam nicht als Erster in den Ausstellungsraum, er erfüllte zunächst die vielen Autogrammwünsche der Gäste.
Über so viele Einheimische im Tafelgemach am Internationalen Museumstag freute sich nicht nur das Museumsteam, sondern auch die Verantwortlichen der Stadt. Bürgermeister Thomas Kaminski hatte ebenso wie Alt-Bürgermeister Bernd Gellert nur noch einen Stehplatz abbekommen.



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