Trusetal – Ein Hopser in der Geschichtsschreibung? Die Mitglieder des Rassekaninchenzuchtvereins T 365 Trusetal gehen davon aus, dass ihr Verbund
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Die erste Erwähnung des heutigen T 365 stammt jedoch erst aus dem Jahr 1938. In jener politischen Umbruchzeit Anfang der dreißiger Jahre hatten zunächst viele schon länger bestehende Vereine ihre Arbeit eingestellt und dann einige Zeit später neu formiert wieder aufgenommen.
Möglich, dass dies auch auf die Trusetaler Kaninchenzüchter zutraf, meinte Vorsitzender Peter Brehm. Allerdings sei das Spekulation über jene Zeit und so halte man sich lieber an die Tatsachen, dass der Verein 1938 das erste Mal nachweislich erwähnt wurde. Das erste noch vorhandene Dokument stammt aus der Zeit Anfang der vierziger Jahre. Während die geschichtlichen Daten zur diesjährigen Ausstellung an den Kaffee- und Biertischen diskutiert wurden, standen beim Rundgang die Hasen und Kaninchen in den Käfigen im Mittelpunkt.
Insgesamt wurden zur Schau am Samstag und Sonntag 216 Tiere gezeigt. Viele davon stammten von Züchtern aus Nachbarvereinen von Brotterode, Fambach oder Bad Liebenstein. „Wichtig ist, dass etwas im Ort passiert“, meinte Peter Brehm. Man solle nicht nur an Kreis- und Landesschauen teilnehmen, sondern seine Zucht ebenso daheim im Ort präsentieren.
Der Verein zählt nach den schwierigen Nachwendejahren heute ungefähr 20 Züchter. Die Kaninchenfreunde versuchen, ihr Hobby wieder mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken. Zum 60. Jubiläum hatte man im „Casino“ eine Schau organisiert und seitdem ging es wieder Stück für Stück voran.
Mittlerweile kommen sogar einige ehemalige Mitglieder oder einstige Jugendzüchter wieder zum Verein zurück, berichtete der Vorsitzende. Gerade erst hat Peter Brehm die Anmeldung von zwei weiteren Trusetalern bekommen, die dem Verein beitreten wollen. „Es macht wieder Spaß“, fasste der Vorsitzende die jüngste Vereinsentwicklung knapp zusammen.
Diese gute Stimmung ließ sich auch in der Schau am Wochenende in der Trusetaler Sporthalle, dem alljährlichen Ausstellungsdomizil, feststellen. Man fachsimpelte über das Hobby oder hielt auch einmal einen Schwatz abseits des Zuchtgeschehens.
Schecken, Wiener, Riesen
Freilich lag die Aufmerksamkeit auf den ausgestellten Tieren. Dabei beeindruckte besonders die Rasse- und Farbvielfalt. Fast las sich die Liste wie das „Who ist who“ der Hasen- und Kaninchenrassen. Ausgestellt waren unter anderem Siamesen, Marderkaninchen, Englische Schecken, Luxkaninchen, Holländer, Marburger Feh, Castor-Rex, Separator, Alaskakaninchen, Deutsche Riesen, Satinkaninchen, Deutsche Widder, Groß-Chinchilla, Blaue Wiener, Thüringer und Rote Neuseeländer. Drei Preisrichter bewerteten die Tiere am Samstagvormittag. Da hatte sich ebenfalls Bürgermeister Karl Koch (Die Linke) schon sehen lassen. Zur Eröffnung am Nachmittag erschien das Gemeindeoberhaupt nochmals. Vorsitzender Peter Brehm lobte die Unterstützung durch die Kommune. Man erhalte die Halle für die jährliche Schau kostenlos.
Im kommenden Jahr, wenn der Verein im Dezember zusätzlich die Kreisrammlerschau ausrichtet, dürfe man das Objekt noch einmal umsonst nutzen, verriet der Vorsitzende das „Mitbringsel“ des Bürgermeisters. Zusammen sah man sich dann auch die besten Hasen und Kaninchen an. Das „Beste Tier“, ein Castor-Rex, erhielt 97,5 Punkte und stammte von der Zuchtgemeinschaft Norman und Thomas Petter aus Fambach. Stefan Truthahn belegte mit seinen Groß-Chinchilla in dieser Wertung Platz zwei und Dritter wurde Maik Peter mit einem Thüringer. Die Wertung „Bester Jugendlicher“ gewann Marco Dietsch. Allgemein gehe der Trend bei den Kaninchenzüchtern zu mittelgroßen oder kleinen Rassen, sagte Peter Brehm. eh











