Schmalkalden – Was haben Jan Gramann und Jan
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„sît ich nâch âventiure reit“ – da ich ja auf „aventiure“ (Abenteuer) ausgeritten war. So nennt es Hartmann von Aue im Versroman „Iwein“. Die beiden Jans aus Schmalkalden motiviert der gleiche Gedanke, wenn sie sich am 26. Februar auf die Rallye Dresden-Dakar-Banjul begeben. Zwar nicht zu Pferde, wie die alten Ritter, sondern mit einem ausrangierten Feuerwehrauto, das sie eigens für die große Tour nach Afrika gekauft und umgebaut haben. Kommt es in Gambia an, soll es, wie die etwa 50 anderen Autos der alternativen Rallye auch, zu einem guten Zweck versteigert werden. Nach 7300 Kilometern auf zwei Kontinenten in acht Ländern in etwa 19 Tagen.
Meistens im Konvoi
Letztes Jahr hatten sich die die beiden jungen Männer von einem Fernsehbericht über den Autowettbewerb, der mit der berühmten „Paris-Dakar“ wohl nicht viel mehr als die Streckenführung gemeinsam hat, anstecken lassen. Bei „Dresden-Dakar-Banjul“ geht es nicht um Schnelligkeit. Die Teams fahren die meiste Zeit im Konvoi, unterstützen sich gegenseitig und helfen mit dem Erlös aus der großen Versteigerung unter Polizeiaufsicht schließlich auch noch den Menschen vor Ort. Eine Internetseite gibt Rechenschaft über die Summen und die jeweiligen Hilfsprojekte der seit 2006 zwei Mal im Jahr stattfindenden Rallye mit wachsender Nachfrage (www.dbo-online.com).
Nach dem Besuch der Infoveranstaltung in Dresden im September stand für die 31jährigen fest: „Da müssen wir mit!“ Erst zwischen den Jahren holten sie das geeignete Fahrzeug von einem Feuerwehrauto-Händler in Fulda. Seitdem leisten der Werkzeugmechaniker und der Zaunbauer an den Wochenenden Arbeitseinsätze an ihrem „feurigen Mobil“, wie sie den Mercedes-Benz MB 100 mit Baujahr 1992 liebevoll nennen.
Hilf dir selbst
Die Sondersignale bauten sie ab und versteigerten sie . Die Sitzbänke mussten einer Vorrichtung für eine Liegefläche weichen. Unterfahrschutz, Kuhfänger und ein Dachgepäckträger aus Zaunbau-Material zusammengestellt. Für die handwerklichen Arbeiten sind die jungen Männer genau die Richtigen. „Bei Elektrik und Mechanik des Fahrzeugs allerdings sind wir uns ganz schön unsicher“, schätzen sie sich realistisch ein. Ein Freund schenkte ihnen jetzt das Ratgeberbuch „Hilf dir selbst für MB 100“, ein anderer will noch Ersatzreifen spendieren. Damit und mit Kleinigkeiten wie Kleidung für die Leute vor Ort ausgestattet, werden sie sich auf die Reise begeben. Wer noch etwas beitragen oder das bislang noch unbeklebte Auto als Werbefläche nutzen möchte, sei willkommen. „Wir freuen uns über alles, was den Menschen in Afrika hilft, sich durch uns transportieren lässt und uns bei der Realisierung unseres Projektes unterstützt“, sagen sie vorsichtig. Keinesfalls solle der Eindruck entstehen, sie wollten „ihr Abenteuer“ von anderen finanzieren lassen.


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