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Ressort Sonneberg
Erschienen am 21.01.2008 00:00
Grüne Woche
Spritztour durch das Sonneberger Land
Landkreis Sonneberg präsentiert sich noch bis zum kommenden Sonntag und wirbt um Touristen
Von Raimund Sander
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Glasprinzessin Jana Brinkmann mit Ministerpräsident Dieter Althaus und Gattin sowie Sonnebergs Landrätin Christine Zitzmann am Stand der Farbglashütte Lauscha.
Bild: camera900.de

Sonneberg/BerlinVollauf zufrieden mit der Präsentation der Sonneberger Region verabschiedete sich Samstag Abend Landrätin Christine Zitzmann vom Thüringentag auf der Internationalen Grünen Woche (IGW). Die wochenlangen Vorbereitungen aller Beteiligten hatten sich wahrlich ausgezahlt. Der Landkreis Sonneberg hat bei vielen Besuchern einen erstklassigen Eindruck hinterlassen.

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Rund vier Stunden dauerte der Ausflug ins Sonneberger Land – in eine attraktive Region mit unverwechselbaren landschaftlichen, kulturellen und kulinarischen Besonderheiten, wie die Kreischefin immer wieder betonte. Dieser für den Landkreis Sonneberg wichtige Höhepunkt, in enger Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen und dem Landratsamt Sonneberg vorbereitet, wurde Dank des Engagements der teilnehmenden Unternehmen, Kulturgruppen und zahlreichen Helfer ein voller Erfolg.

Den Auftakt zum Thüringentag gaben Chor und Orchester der Musikschule des Landkreises Sonneberg mit einem Strauß bunter Melodien, allen voran das bekannte Rennsteiglied. Während Landrätin Zitzmann die Reihen der Sängerinnen und Sänger verstärkte, stimmte beim Refrain das Publikum mit ein; neben den Bürgermeistern der Region bewiesen Thüringer Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie Mitglieder der Landesregierung Lokalpatriotismus.

Für die Eröffnung holte sich Moderatorin Petra Schwarz, eine gebürtige Erfurterin, Thüringens Ministerpräsidenten Dieter Althaus, dessen Kabinettskollegen Volker Sklenar, Sonnebergs Landrätin Christine Zitzmann sowie die Bürgermeisterin der Spielzeugstadt Sibylle Abel auf die Bühne.

„Mit dem Sonneberger Land präsentiert sich eine wunderbare Region“, machte Althaus deutlich, warum sich in diesem Jahr der südlichste Landkreis des Freistaates auf der Grünen Woche präsentieren durfte. Als Aktivposten nannte der Landesvater unter anderen die Pflege der Traditionen wie Handwerk und Mundart, aber auch die gute Infrastruktur, die durch die Fertigstellung der Autobahn 73 in diesem Jahr noch verbessert wird. „Besonders gefällt mir, wie sich die Region nach außen darstellt und somit einen Beitrag für den Tourismus leistet“, so Althaus.

Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Volker Sklenar, zum 18. Mal auf der Internationalen Grünen Woche, hält es für besonders wichtig, den Besuchern zu zeigen, was Thüringen bietet. Allerdings wird er sich darüber Gedanken machen müssen, wie sich die Aussteller künftig effizienter, zumindest gemeinsam in einer Halle, präsentieren können.

„Was macht den Landkreis Sonneberg so lebens- und liebenswert“, wollte Petra Schwarz von Christine Zitzmann wissen. „In erster Linie sind es die Menschen, die für ihre Region begeistern“, so die Landrätin. „Bei uns im Ländle tragen sie das Herz auf der Zunge.“ Nicht nur im Winter oder Sommer, sondern zu allen vier Jahrenzeiten könne man das Sonneberger Land genießen.

„Wer nach Sonneberg kommt, wird diese Stadt lieben“, versicherte Sibylle Abel. Auch wenn mittlerweile die Spielwarenherstellung zurück gegangen sei, bleibe Sonneberg nach wie vor die Spielzeugstadt. Auf das Verhältnis zu ihrer Kreischefin angesprochen, meinte Abel: „Insgesamt gut, auch wenn wir nicht immer der gleichen Meinung sind, beispielsweise wenn es ums Geld geht.“

Damit sie das Sonneberger Land noch besser kennenlernen können, erhielten Dieter Althaus und Volker Sklenar abschließend je eine Einladung zu einem kostenlosen Wochenendurlaub in Steinach beziehungsweise im Schaumburger Land.

Für ihr geduldiges Zuhören wurden die Besucher mit weiteren musikalischen Grüßen durch die Musikschule belohnt. Großen Beifall erntete die ehemalige Schülerin Bianca Scheler für ihr Gesangssolo „Ich gehöre nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“. Eigens für den Auftritt in Berlin hatte der Leiter der Musikschule Volker Sesselmann das Lied „Sonneberger Puppen, Sonneberger Bären“ komponiert, vorgetragen durch vier kleine Sängerinnen.

Teufelchen für einen guten Zweck versteigert

Als echter Hingucker erwies sich die Lauschaer Glasprinzessin. Jana Brinkmann verstand es ausgezeichnet, die Zuhörer auf ihre Heimatstadt neugierig zu machen, was ja letztlich auch die Bestimmung einer Glasprinzessin ist.

Ursprünglich als Beleg ihres Könnens gedacht, hatte Jana einen frei geformten Teufel aus Massivglas mitgebracht. Doch Moderatorin Petra Schwarz hatte die spontane Idee, das Teufelchen zu versteigern. Nach einem Anfangsgebot von 30 Euro bekam letztlich Landtagsabgeordneter David Eckardt für 100 Euro den Zuschlag. Der Erlös soll einem wohltätigen Zweck zugute kommen.

Lieder und Tänze vom Rennsteig präsentierte das Folkloreensemble Neuhaus. In rascher Folge erklangen Volkslieder, bewiesen die Tänzerinnen und Tänzer ihr Können. Der „Lauschaer Galopp“ kam so gut an, dass die Besucher lautstark eine Zugabe einforderten.

Unter dem Motto „Musik aus dem Wald – Thüringen mal anders“ brachte die Jazz- und Dixieband „Bruch, Blech-Bräzel, Big, Bier, Bichlers“ aus Steinach so richtig Stimmung in die Halle 21b. Zahlreiche Vorübergehende verweilten an der Bühne und spendeten reichlich Applaus.

Den ersten Teil des Programms beendete der Trachtenverein Mengersgereuth-Hämmern mit einem Kirmeseinmarsch und Kirmestänzen aus Thüringen. Viel Anklang bei den Zuschauern fand die mit Gessner-Bier gefüllte Kirmeskanne, aus der jeder einen Schluck nehmen durfte.

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Lieder und Tänze vom Rennsteig – dargeboten vom Folkloreensemble Neuhaus.
Bild: camera900.de
Wie sich zukunftsorientierte und nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes im Landkreis Sonneberg beispielgebend zeigt, darüber sprachen Rainer Franke, Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen, Albert Seifert, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes, sowie Albrecht Morgenroth, Bürgermeister der 2600 Seelen zählenden Gemeinde Judenbach. „1990, als ich zum Bürgermeister gewählt wurde, hatte ich einen Traum. Unsere Dörfer sollten so schön werden wie die in Bayern. Dank gewährter Fördermittel ist uns das heute gelungen“, so das Gemeindeoberhaupt. Als Beispiel nannte er den Bau des Kulturhauses, um Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung zu bieten und sie davon abzuhalten, aus Judenbach fortzuziehen.

Den ländlichen Raum zu stärken, insbesondere die touristische Infrastruktur, sei nur durch den Einsatz gezielter Fördermaßnahmen und im Miteinander möglich, argumentierte Rainer Franke. „Nur gemeinsam sind wir stark.“

Albert Seifert machte darauf aufmerksam, dass der Landkreis Sonneberg großteils durch Land- und Forstwirtschaft geprägt sei und diese somit auch eine gewisse Verantwortung für den Lebensraum Dorf trügen.

Den zweiten Teil des kulturellen Programms bestritten neben der Jazz- und Dixieband, dem Folkloreensemble Neuhaus und der Musikschule des Landkreises der Trachtenverein Schalkau, der die Besucher mit einer amüsanten Trachtenschau sowie mit Mundart begeisterte.

Noch bis zum kommenden Sonntag können sich die Besucher in der Halle 21b über das touristische Angebot der Region zwischen Thüringer Wald und Schiefergebirge, Sonneberger Unterland und Schaumburger Land und nicht zuletzt von der Spielzeugstadt selbst ein Bild machen. „Wir hatten schon zahlreiche Nachfragen, wo man im Sonneberger Land seinen Urlaub verbringen kann“, bestätigte Elisabeth Pauli vom Fremdenverkehrsbüro Limbach das Interesse vieler Gäste.

Am Länderstand selbst werden auch Attraktionen vorgestellt, so die Arbeit eines Glasbläsers aus der Farbglashütte Lauscha sowie das Goldwaschen durch das Deutsche Goldmuseum Theuern. Neben dem Stand vom Stadtinformations- und Naturparkcenter sind Exponate der PIKO-Spielwaren GmbH, der OGAS-Fabrik Steinach, des Spielzeugmuseums Sonneberg und der Pappmaché Marolin-Manufaktur Steinach zu sehen. Produkte der Region präsentieren die Agroprodukt Sonneberg, Anker-Bräu Steinach sowie die Brauerei Gessner Sonneberg.   

 
 

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