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Ressort Suhl
Erschienen am 11.01.2010 00:00
Ikalla
Ein großer Kochlöffel voll Humor
Mit "Hütes und Brüh" wurde gestern traditionell die närrische Frühschoppen-Saison in Suhl eröffnet. Ein Haus voller fröhlicher Leute feierte.
Von Lilian Klement

Suhl - Es hätte wohl kaum eine Stecknadel zu Fußboden fallen

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Schneewittchen - der Mann mit dem Geldkoffer ist da. Und wenn's ein Ackermann ist.
Bild: frankphoto.de
können, so eng ging's gestern Vormittag im Saal des alten Simson-Kulturhauses zu. Seit Jahr und Tag ist das die närrische Halle für den SCV Ikalla und seine treuen Fans.

Bevor der SCC nächste Woche zum Frühschoppen lädt, sind die Ikalla-Narren schon allhier. Natürlich wird nicht ausgetrickst wie bei Hase und Igel, in Suhl hat schließlich jeder sein angestammtes Feld, seine Fans und seine Traditionen. Und niemand kommt sich dabei ins Gehege.

Kein gläserner Fahrstuhl

Beim Ikalla heißt der Frühschoppen "Hütes und Brüh", das ist schließlich das typischste aller Suhler Gerichte. Und angerichtet ward gestern schon zum achten Mal. Allerdings gab's nicht, wie versprochen, Rouladen zu den Hütes, sondern diesmal Gulasch. Der Zeremonienmeister des Programms, Rudi Butkus, hatte dafür eine restlos überzeugende Begründung parat: Der Laster mit der Fracht sei wegen "Daisy" ins Schleudern geraten, und so seien die Rouladen eben zu Gulasch geworden.

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Schlümpfe und Mäuse - die kleine Garde vom Ikalla.
Bild:  
Naja, Hauptsache Hütes und genügend Brüh, und die Hütes weder mit Ketchup noch mit Marmelade gegessen oder gar barbarisch mit dem Messer zerschnitten - das Hütes-Lied ist die Hymne von Ikalla, und jeder Fan singt natürlich begeistert mit. Nach der Übergabe des großen Kochlöffels durch die Grillzwerge vom Domberg steht dem Mahl nichts im Wege. Die Hütes können gereicht und das fröhliche Programm genossen werden.

Da stört es auch niemanden, dass zum Einzug der Gäste weder der gewünschte Standstreifen auf der Haseltalbrücke, noch der gläserne Fahrstuhl von dort hinab ins Kulturhaus fertig wurden, wie es sich am 11.11. die Ikalla-Narren vom Suhler OB wünschten und der immer dabei genickt habe. "Und was kam heraus: Stattdessen wurde uns noch der Eingang zugebaut", frotzelt nach karnevalistischer Art Rudi Butkus über den Bauzaun am alten Simson-Kulturhaus. Aber schließlich haben doch alle hereingefunden. Und schließlich steht das kleine goldene Show-Treppchen vor der Bühne. Von da steigen die Stars von Ikalla, begleitet von begeisterndem Applaus, hinauf ins Rampenlicht. Und dann gibt's schon mal Kostproben aus dem karnevalistischen Mahl fürs Hochamt der Narren an den drei tollen Tagen im Februar.

Ballett natürlich - zuerst die kleine Garde, später die mittlere, dann das unverwüstliche Männerballett, diesmal als scharfer Reinigungstrupp von der Müllabfuhr, großer Showtanz mit Madonna-Flair, urkomische Weight-Watchers, die als schwergewichtige Sumo-Ringer auf die Bühne asten. Und Bütt natürlich. Mit Achim Hellmich, der das Tagebuch eines Mannes schrieb, der vom Schneefreund zum Schneehasser wird und in der Klapse landet. Aber mal Hand aufs Herz: Muss man wirklich als wintererprobter Suhler so enden?

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Mit Bänkelgesang und kessen Texten mischten die Marktweiber das Treiben auf.
Bild:  
Oder Rudi, der seine Marionette Charly die frivolsten Geschichten erzählen lässt. Oder die singenden Marktweiber, die kein gutes Haar an der Mutter der Nation lassen. Oder die wahre (musikalische) Geschichte vom Schneewittchen. Dessen Leben mit 66 Jahren erst anfängt, und sich drei Wünsche von der Stiefmutter erfüllen lässt: "Ich wär so gerne Millionär", "Für immer jung" und einen "Mä-Mä-Märchenprinz".

Und dann erst der Stargast aus dem hessischen Fulda Stefan Dietrich, der sich so ganz bescheiden Verwandlungskünstler nennt. Aber was für einer! Kleine Kunst ganz groß. Gerade eben war er noch Karel Gott, dann die Biene Maja, dann Doris Day, dann Liza Minelli, dann Boney M., dann der Papst, die Herzbuben, Heino, Falco, Marilyn Monroe, die Queen, Elvis, Celine Dion auf der Titanic, Bizets feurige Carmen, sogar Abba komplett.

Sahnetörtchen vorm Bauch

Umziehen? Kein Problem. Papierkleider, mehrfach über die Brust geklebt und einfach heruntergeklappt. Da kann man dann schon auch mal im Bauchladen ein Klavier und Udos Jürgens Sahnetörtchen vor sich hertragen. Und gelegentlich mischen selbst schon helfend seine beiden kleinen Söhne Jonathan und Justus gewitzt mit. Da tobt natürlich der Saal und ruft nach mehr.

Inmitten all der Büttenreden, Tänze und Stimmungsmusik mit der Trialla-Band kommt das traditionelle Zuschauerspiel mit dem bekannten Klößewerfen natürlich auch zu seinem Recht. Zwei Pärchen schlagen sich redlich, aber nur eines kann gewinnen: Den Hauptpreis, die Saftpresse tragen diesmal treffsicher Karin und Olaf nach Hause, die Kartoffelpresse gelangt in den Hausstand von Ingrid und Günter. Und alle sind's zufrieden. Beim Frühschoppen von Ikalla.

 
 
 

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