Suhl - Das Pochen von einem Hammer auf Stahl klingt durch die Ausstellungsräume des Waffenmuseums. Klopf, klopf, klopf. Schon im Eingangsbereich ist es zu hören. In dem Suhler Museum wurde den Besuchern in dieser Woche mehr als stillschweigende Ausstellungsstücke geboten. Drei Schüler der Berufsfachschule für Büchsenmacher und Graveure, die zum Gewerblich-kaufmännischen Berufsbildungszentrum auf dem Lautenberg gehört, zeigten ihr Handwerk und absolvierten damit gleichzeitig ein Pflichtpraktikum der Ausbildung.
Die angehende Graveurin Christina Döhler arbeitet an einer kleinen, feinen Blüte, die sie Stück für Stück in Stahl hämmert. Auch die zukünftigen Büchsenmacher Sandro Heine und Kim Laura Lambrecht fertigen einzelne Waffenteile. Immer wieder bleiben Besucher stehen, schauen den Dreien neugierig über die Schulter und stellen Fragen. Welches Material sie bearbeiten, wie eine Waffe funktioniert und wie die Ausbildung und die Berufschancen danach aussehen, wollen die Menschen wissen. "Man ist schon daran gewöhnt, kennt es von den Messen in Erfurt und dem Tag der offenen Tür. Es ist eine Abwechslung, sich mit den Leuten zu unterhalten und nicht nur in der Werkstatt zu stehen", sagt Christina Döhler. Sie entschied sich wegen der künstlerischen und handwerklichen Kombination für die Ausbildung. Die Gravur, an der sie arbeitet, fertigt sie nach einer Vorlage.
Beeindruckte Besucher
Auch Kim Laura Lambrecht, die über das Sportschießen zu der Ausbildung zur Büchsenmacherin kam, mag die lockere Atmosphäre. "Es ist lustig, weil man auch mal mit den Graveuren zusammen ist und sich mit den Leuten unterhalten kann", sagt die Braunschweigerin, die für die Ausbildung nach Suhl kam. So wie auch ihre Kollegin erklärt sie den Besuchern die verschiedenen Schritte in der Ausbildung und zeigt, woran sie arbeitet. Gemeinsam mit Sandro Heine sind ihre Aufgaben für diese Woche das Fischhautschneiden und Seitenbleche einlassen. "Die Aufgaben sind uns von der Schule vorgegeben", erklärt er den Ablauf des Praktikums. Bei beiden Arbeiten ist äußerste Präzision gefragt.
Das beeindruckt auch Dieter Pitsch und Ulrich Reuther aus Zschopau im Erzgebirge. "Es ist gut, dass diese Berufe noch ausgebildet und die künstlerische Seite gefördert werden", sagt Dieter Pitsch. "Es gehört zu einem Museum dazu", sagt Ulrich Reuther über die Auflockerung der Ausstellung. Beide sind in der Beschussanstalt in Suhl, um den "TÜV" für eine Böllerkanone zu bekommen. Die Besucher nutzen die Gelegenheit, um sich mit der Waffengeschichte Suhls vertraut zu machen.
Dass sie dabei die Arbeit der Schüler der Berufsfachschule beobachten können, ist nicht alltäglich. Die drei nutzen die Winterferien, um eines der Pflichtpraktika zu absolvieren. Insgesamt müssen sie acht Wochen Praktikum während der Schulzeit und sechs Wochen in der Ferienzeit nachweisen. Dazu können die Schüler deutschlandweit in Betriebe gehen oder eben ins Waffenmuseum. "Die Initiative gibt es seit vor zwei Jahren das Waffenmuseum mit neuer Gestaltung wiedereröffnet wurde und es wird gut angenommen", sagt Martin Porrmann, stellvertretender Schulleiter des Gewerblich-kaufmännischen Berufsbildungszentrums.
"Für uns ist es etwas Besonderes, den Besuchern werden Fragen beantwortet und die Lehrlinge werden bewundert", sagt Peter Arfmann, Leiter des Waffenmuseums über die enge Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen und freut sich schon auf die nächsten Ferien, wenn Büchsenmacher- und Graveurschüler wieder Leben in das Museum bringen. Dann wird wieder das Klopfen der Graveure und die Geräusche der Feilen durch die Ausstellungsräume des Waffenmuseums klingen.










