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Ressort Suhl
Erschienen am 09.02.2010 00:00
Fasching
Mit 14 Jahren schon Ballettmeister
Männerballett vom DCC mischt seit 30 Jahren auf der Bühne mit.
Von Jürgen Glocke

Dillstädt - Nur Prunkmützen tragen, schunkeln und "Dillscht Helau!" rufen -

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Nicht nur die Tanzschritte wollen beherrscht sein, auch Kraft und Gleichgewichtssinn müssen die Ballettmitglieder mitbringen, wie die Aufnahme vom aktuellen Training zeigt. Ganz rechts im Bild "Ballettmeister" Frank Portz. Foto: J. Glocke
Bild:  
das ist den Mitgliedern vom Elferrat des Dillstädter Carneval Clubs (DCC) zu wenig. Drum zieht es sie immer wieder zum Mitmischen auf die närrische Showbühne - als Männerballett. Seit 30 Jahren ist diese Art des Frohsinns Bestandteil der Büttenabende des DCC.

Männerkörper können faszinieren. Und sie können komisch wirken. Beim Männerballett kommt - im Idealfall - beides zusammen. Damit die Begeisterungsstürme des Narrenpublikums auch in der 52. Session des DCC bis zur Dachplane des Festzelts schlagen, fließt seit Ende vergangenen Jahres jeweils einmal die Woche der Schweiß. Trainiert wird im Feuerwehrgerätehaus unter den Fittichen von Frank Portz. Der 44-Jährige, im richtigen Leben Verkaufsberater im Gartencenter in Suhl, ist seit seinem zwölften Lebensjahr aktiver Karnevalist, hat seitdem an unzähligen Programmbeiträgen - Umzug, Bütt und Männerballett - mitgewirkt und ist seit 13 Jahren Präsident des DCC.

Seit 1980, da war er 14 Jahre alt und ging in die 8. Klasse, trainiert Portz das Männerballett. Er verstand es, die Truppe nach personellen Wechseln immer wieder neu zu formieren und zu motivieren. Einen Karneval in Dillstädt ohne das heimische Ballett - das gab es in all den Jahren nicht. "Vorher gab es zwar auch schon Männerballett-Auftritte, jedoch nicht regelmäßig", erzählt Frank Portz. Was ihn an dieser speziellen Art des "höheren Blödsinns" fasziniert? "Es ist einfach der Spaß an der Freude. Als Karnevalist willst du die Leute zum Lachen bringen - ein Männerballett ist da eine todsichere Bank", erklärt der "Ballettmeister".

Der Erfolg eines Programms hänge freilich von mehreren Faktoren ab - von der Kostümwahl, der Originalität, der Musik und vom Gesamteindruck des Tanzes. Die Auftritte sollten vor allem lustig sein, weshalb Fehler durchaus möglich und manchmal regelrecht förderlich für Spaß und Stimmung seien. "Fehler zu streng zu sehen, hieße das Wesen des Karnevals auf den Kopf zu stellen", meint er.

Den größten Vorbereitungsaufwand stelle indes nicht das Training dar. Wer schon länger im Männerballett tanzt, der kenne die gängigen Schritte und wisse sich richtig zu bewegen. Die meisten der elf Akteure im Alter zwischen 17 und 47 Jahren hätten die Choreografie schnell drauf. Auch die Kostümbeschaffung sei nicht das Problem. In entsprechenden Katalogen lasse sich meist das Passende finden. Nachdem man(n) im vergangenen Jahr in Strapsen auftrat, werde das Tanz-Outfit heuer weniger freizügig ausfallen.

Am meisten halte die Musikauswahl und das Schneiden der Titel auf, sagt Frank Portz. Zusammen mit der Tanzchoreografie soll am Ende eine sinnige und zusammenhängende Geschichte herauskommen. Um was es sich dabei diesmal dreht, wollte der DCC-Chef nicht verraten. Nur so viel: Es habe nichts mit dem Saisonmotto "Ob Wodka oder Wasser pur - Narren auf Safari-Tour" zu tun. Eine ganze Menge Ohrwürmer quer durch alle Musikrichtungen seien verarbeitet worden - unter anderem Titel von Elvis, Michael Jackson, Abba, den Prinzen und etlichen Interpreten aus der Neue Deutsche Welle-Zeit.

Neben dem Männerballett werden beim großen Büttenabend am Freitag jede Menge weiterer Tanzbeiträge sowie Gesangsnummern - gestaltet von Karnevalisten aus Dillstädt und von befreundeten Vereinen aus dem Umland - zu erleben sein.

 
 

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