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Ressort Suhl
Erschienen am 09.02.2010 00:00
Stadtentwicklung
AWG: Grundstück am besten für Handelseinrichtung geeignet
Wohnungsbaugenossenschaft sieht in Discounter eine Aufwertung des Wohngebietes Aue I
Von Ruth Schafft

Suhl - "Wir stehen dazu", sagt Fred König, Technischer Vorstand der AWG Rennsteig,

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Fred König: "Dringender Wunsch vieler Mitglieder."
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und meint die Schaffung einer weiteren Einkaufsmöglichkeit in der Aue I - konkret auf den beiden Grundstücken der zwei abgerissenen Genossenschaftswohnblocks am Eingang der Leonhard-Frank-Straße aus Richtung Stadt.

Für den Einkaufsmarkt hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben, indem er den Vorschlag der Stadtverwaltung, dieses Areal mit einem einfachen B-Plan zu belegen und damit gleichzeitig Handelseinrichtungen auszuschließen, eine mehrheitliche Abfuhr erteilt (Freies Wort berichtete). Fred König dazu: "Wir freuen uns, dass der Stadtrat unseren Bestrebungen, die Aue I durch eine weitere Einkaufsmöglichkeit aufzuwerten, gefolgt ist."

Langfristiger Vertrag

Bevor überhaupt die Entscheidung zum Verkauf der Grundstücke gefällt wurde, so König, habe man verschiedene Nutzungsmöglichkeiten geprüft. "Als Wohnstandort kam das Grundstück aufgrund der Nähe zur Kreuzung mit all ihren Belastungen nicht in Frage, ebenso wenig als Parkplatz oder als Grünfläche", erklärt der Vorstand. Schließlich habe man mit der Entscheidung für Handel auch einem dringenden Wunsche aus der Mitgliedschaft entsprochen. Wiederholt seien Mieter und Bürger an den Vorstand mit der Bitte herangetreten, Möglichkeiten zur Verbesserung der Einkaufsbedingungen in der Aue I zu überdenken. "Da eine Nachfrage gegeben schien, haben wir uns entschlossen, das Grundstück unter diesem Verwendungszweck baurechtlich zu prüfen." Schließlich war ein Betreiber gefunden, der sich für eine langfristige Anmietung eines Netto Marktes entschied. König spricht von einem mindestens 15 Jahre laufenden Vertrag.

Der potenzielle Netto-Markt in der Aue I, der sich auf halber Strecke zwischen tegut im selben Wohngebiet und Kaufland in der Aue III befinden würde, habe für die Bewohner vor allem Bedeutung als Nahversorgungseinrichtung. Das "Kaufland" jenseits der stark befahrenen Würzburger Straße sei nur eine sehr eingeschränkte Einkaufsalternative für die Aue I-Einwohner, führt Fred König deren hohen Altersdurchschnitt und die damit verbundenen Mobilitätseinschränkungen an.

Netto betreibt in Suhl bereits Märkte in Goldlauter und in Suhl-Nord. Die Aussage des potenziellen Betreibers in der Aue, dass mit der Errichtung seines Marktes die Schließung des Marktes in Goldlauter vermieden werden könnte, sei für die Genossenschaft bei ihren Überlegungen weniger von Bedeutung gewesen, so König.

Indes, die Aussage, dass mit einem dritten Markt in Suhl die Schließung der bereits ansässigen Netto-Märkte vermieden werden könnte, "ist von niemandem aus unserer Gesellschaft getroffen wurden", erklärt die Pressesprecherin von Netto Markendiscount, Christiana Stylianou, auf Freies Wort-Anfrage. Unabhängig davon wolle ihr Unternehmen in den nächsten Monaten stark expandieren, auch in Thüringen. Entscheidendes Kriterium für die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes sei für die Unternehmensleitung allein die Kaufkraft, so die Pressesprecherin. "Wir heben uns als Discounter von anderen ab, weil wir stark auf Nahversorgung setzen und fast kein Non Food haben", führt die Sprecherin an und sieht darin entscheidende Marktchancen auch auf dem Gebiet der Stadt Suhl.

Mit der Ansiedlung des Einkaufsmarktes verbindet die AWG nicht nur eine Aufwertung des Wohngebietes, sondern auch eine Standortsicherung, so Fred König. In der Vergangenheit war die Aue I aufgrund der Abrisse von Wohnanlagen und der Diskussion um die Zukunft der GeWo-Hochhäuser oftmals in die Negativschlagzeilen geraten. "Wir sehen die Aue I als zentrumsnahen Kernstandort, der aus unserer Sicht nicht zur Disposition steht", macht der Technische Vorstand deutlich. In diesem Wohngebiet, das zu den bevölkerungsältesten gehört, verfügt die Genossenschaft über 296 Wohnungen.

Planungsversäumnisse

Dass in der Leonhard-Frank-Straße nun ein Discounter im Entstehen begriffen ist, sei auch im Sinne der Förderung von Stadtentwicklung, reagiert Fred König auf die besonders von den Fraktionen Aktiv für Suhl und Freie Wähler als umstritten gesehene Stadtratsentscheidung.

In diesem Zusammenhang bezog sich die CDU-Fraktion auf die Berichterstattung von Freies Wort über besagte Stadtratssitzung. Konkret zum kommentierenden Beitrag "Zu kurzsichtig gedacht". Die Entscheidung der Mehrheit seiner Fraktion gegen den Vorschlag der Stadtverwaltung, also für die Ansiedlung eines Marktes, habe "nichts mit Klientelpolitik gemein, die vielleicht durch die Fragestellung impliziert werden sollte, sondern eher etwas mit Planungsversäumnissen", erklärt Fraktionschef Hans-Jürgen Wirthwein.

Nicht nur fünf seiner Fraktionskollegen (von sechs anwesenden), sondern auch elf Stadträte aus anderen Fraktionen hätten diesen Antrag nicht mit Wohlwollen betrachtet. "Das sollte man ehrlicherweise erwähnen und nicht gleich wieder der CDU-Fraktion den angeblichen Schwarzen Peter zuschieben", interpretiert der Fraktionschef das geschriebene Wort. "Ob es denn überhaupt ein Schwarzer Peter ist und wie sich die Entwicklung in der Aue I weiter vollzieht, wird erst die Zukunft erweisen", so Hans-Jürgen Wirthwein.

Wie die AWG auch den Stadträten in einem zur jüngsten Sitzung vorliegenden Schreiben mitteilte, könnte der Lebensmittelmarkt - eine Investition für etwa zwei Millionen Euro - bereits im Herbst dieses Jahres eröffnet werden, wenn man keine außerordentlichen Verzögerungen in Betracht zöge.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von meckerliese am 09.02.2010 11:37
    Zahlen ernst nehmen
    Wenn die beigefügten Richtwerte für Verkaufsflächen kein Argument gegen weitere Märkte sind, dann muss jede Straße einen Laden bekommen (Spass).
    Die Aue war über 40 Jahre gut versorgt, und heute haben fast alle ein Auto!

  • von rattenfaenger am 09.02.2010 13:57
    meckerliese
    fast alle aber nur ein auto
    wer würde von awg sonst kaufen

 

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