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Ressort Suhl
Erschienen am 12.02.2010 00:00
Weiberfastnacht
Hexerei im Rathaus: Goldesel füllt das Stadtsäckel
Die Hexen des SCC gingen auf Jagd nach Schlipsen und besuchten den OB. Närrische Weiber feierten am Abend im CCS
Von Georg Vater
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Mit großer Anstrengung presste der Goldesel der Hexen im Büro von Jens Triebel die Golddukaten heraus. Foto: frankphoto.de
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Suhl - Weiberfastnacht in Suhl - da bleibt traditionell kein Auge trocken. Bevor hunderte närrischer Weiber gestern Abend kostümiert im CCS einfielen, machten die Hexen des SCC am Nachmittag die Suhler Innenstadt unsicher. Im Friseurgeschäft "Ihr Friseur" an der Senfte hexenmäßig gestylt und frisiert sowie mit Hakennasen versehen, zogen die 15 Hexen mit lautstarken Gesängen durch den Steinweg, wo sie die Blicke der Passanten auf sich zogen.

Auch in diesem Jahr wurde das wilde Volk wieder von der Suhler Boblegende Dietmar Schauerhammer unterstützt, der mit seiner Gitarre den Ton angab. Die Ausbeute der Jagd nach Schlipsen allerdings blieb überschaubar: "Unsere Schere konnte nur wenig zum Einsatz kommen", musste Ober-Hexe Irene Wenk konstatieren. Gut, das mit SCC-Urgestein Werner "Blacky" Hertha wenigstens ein Schlipsträger aufgegabelt wurde, der sich die Krawatte auch widerstandslos einkürzen ließ. Nach einer Runde durch das Lauterbogencenter, wo die Hexen ebenfalls mit großem Hallo begrüßt wurden, ging es weiter zum Rathaus am Markt.

Ober-Bürger Jens Triebel, gerade erst von einem dienstlichen Auswärts-Termin zurückgekehrt, opferte seinen Schlips ebenfalls ohne große Gegenwehr. Aus gutem Grund: Konnte er dafür doch etliche Golddukaten für das Stadtsäckel einsammeln, denn die Hexen führten einen Goldesel in sein Dienstzimmer. "Wir Hexen haben dir ja übel mitgespielt, als du dich draus', fix abgeseilt aus diesem Haus", ließen die Hexen in einer kleinen Rede rückblickend auf den 11.11. wissen, als es beim närrischen Aufzug am Waffenschmied hieß: Tischlein deck' dich! Triebel streck' dich! Um Wiedergutmachung zu leisten, wolle man mit dem dukatenscheißenden Esel die erste Sonder-Gewerbesteuer ins Rathaus bringen. Der Goldesel alias Dieter Wenk strengte sich sichtlich an und so klapperten tatsächlich etliche Dukaten auf den Fußboden. Mit einem leckeren Trunk wurden die Hexen vom OB dafür reichlich entlohnt.

Dann musste die Rasselbande schon wieder weiterziehen, um sich auf den Abend im CCS vorzubereiten. Dort startete mit der traditionellen Weiberhymne kurz nach 20 Uhr im nahezu ausverkauften Großen Saal die große Weiberfastnacht des SCC. Nach einem gut dreistündigen Programm, bei dem Christian Lusky als Johannes Heesters und Peter Franks als Elvis den Vogel abschossen und stehende Ovationen ernteten, feierte und tanzte die närrische Suhler Damenwelt ausgelassen durch die Nacht.

 
 

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