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Suhl - Die Bühne liegt im Nebel. Im Licht der Scheinwerfer zieht blauer Rauch auf. Die letzten Töne der Weiberhymne sind verklungen. An Seilen schweben die Gardetänzerinnen Katja und Christiane, ganz in weiß, senkrecht von oben auf die Bühne. Mit dieser unerwarteten Akrobatik startete Donnerstagabend die Weiberfastnacht.
Mit dabei waren auch Männer. Doch die hatten nicht viel zu sagen. "Setzt euch hin und haltet die Klappe bis ihr wieder dran seid. Heute haben die Hexen das Sagen und die Weiber im Saal", so die klare Ansage von Moderatorin Kirsten Eckert an den einmarschierenden Elferrat.
Die Wetterfee alias Sabine Hopp, die zum zweiten Mal in der Begrüßungsbütt stand, nahm die Männer mit ihren Wünschen für schöneres Wetter und mehr Sonnenschein aufs Korn, wie zum Beispiel den Oberbürgermeister: "Da ist nichts mit in der Sonne ahlen, mach dir nichts draus, bald sind wieder Wahlen". SCC-Präsident Achim Scheibe stellte die Vorteile für die Weiber in dieser Nacht heraus, zum Beispiel könnten sie ja auch die Männertoilette benutzen. Für die Grußbotschaft der Männer daheim, die er überbrachte, erntete er allerdings Buh-Rufe, denn die ließen danken für die atomfreie Zone vor dem Fernseher, wo sie den Abend genießen könnten, ohne dass jede Bierflasche registriert würde.
Ganz ohne Männer geht's nicht
Die zwei Freundinnen Edeltraut und Minna alias Hannelore und Brigitte wussten dafür allerlei andere Geschichten aus dem Alltag mit den Männern zu berichten, wenn diese im Alter ihre Wehwehchen haben, mal ihr Gebiss verlegen und in der Öffentlichkeit aus Versehen die Unterhose zum Vorschein kommt. Gut, dass sie sich für den Plausch in einem Café trafen und der Kellner neben Espresso, Mocca und "Campuccino" auch "Latte" im Angebot hatte - "Die hab' ich gleich bestellt." Am Ende resümierten die beiden: "Wenn einem vor nichts mehr graut, ist es echte Liebe."
Kirsten Eckert quälten in der Bütt ganz andere Sorgen. Denn als Piratenbraut hat sie alles parat, es fehlt nur der Pirat. Den suchte sie nicht nur in der Politik, konnte allerdings mit der "französischen Chormanz" eines Sarkozy nichts anfangen. Selbst der Bänker brennt lieber CD's wegen der Steuergelder. Doch sie braucht einen "Piraten mit richtigem Enterhaken".
Für bunten Augenschmaus sorgten die Funken mit ihrem Gardetanz und auch die 17 kleinen Fünkchen die zur Titelmelodie "Hey, hey Wickie" der Zeichentrickserie im Wikingeroutfit tanzten sowie das Tanzmariechen Juliane Schneider, die peppig flott über die Bühne wirbelte.
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Doch ganz ohne Männer geht es auch in der Weiberfastnacht nicht. Christian Lusky begeisterte die Närrinnen in gekonnter Manier als Heesters. Gewandet in Frack und mit weißem Schal erinnerte er sich an die alten Zeiten. Ohne Zugabe ließen ihn die Weiber nicht gehen. Ebenso wenig wie die Garde, die gemeinsam mit der Kermesgesellschaft Malmesch unter anderem zu Herbert Grönemeyers "Mambo" tanzte und einen besonderen Hingucker bot: Die Männer der Kermesgesellschaft ließen während des Tanzes die Hemden fallen. Außerdem bahnte sich ein Flitzer, mit nicht mehr als einen Feigenblatt "bekleidet", unter dem Gekreische der närrischen Weiber mehrfach den Weg über die Bühne.
Auch die Elfen des SCC hatten ihre treuen Anhänger. Für Elvis alias Peter Franks fand sich schnell ein Fanclub vor der Bühne ein, als er Klassiker wie "Hound Dog" anstimmte. Zum Soul-Song ging Elvis durch die Reihen, der Saal tobte abermals. Die Querschläger aus Christes sorgten ebenso für heiße Rhythmen.
Die Frauen essen Torte
Einen schönen Abschluss fanden Garde und Funken mit dem Mix aus Abba-Hits bevor die Bühne dann noch mal für die Männer frei gegeben wurde, genauer: Für das Männerballett. Zu einem Medley aus "Kiss" und "Aber bitte mit Sahne" ließ es die Hüllen fallen bis nur die Unterwäsche von Buffalo übrig blieb. Ihre angetrauten Weiber verspeisten unterdessen am Bühnenrand eine Torte.
Nach dem Finale tanzten Nonnen, Pharaoninnen, Indianerinnen, Marienkäfer, Bienen, Stewardessen, Teufelinnen und Pseudoweiber ausgelassen bis in die Morgenstunden. lh



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