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Ressort Suhl
Erschienen am 15.02.2010 00:00
Karneval
Walter, Wickie, Sauerbrei
"Kä Furz für ömsonst!": SCC begeistert 1200 Faschingsfans im CCS
Von Georg Vater

Suhl - Was der SCC Samstagabend über drei Stunden auf

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"Venceremos": Die Anonymics wandelten als Chilenen auf Erichs Spuren.
Bild:  
die Bühne im nahezu ausverkauften Saal des CCS zauberte, war wohl eines der besten Programme des Vereins in den vergangenen Jahren. Mehr als 1200 närrische Zuschauer auf dem Rang und an den Tischen im Parkett - darunter auch OB Jens Triebel nebst Gattin als Gärtnerehepaar - erlebten ein karnevalistisches Feuerwerk mit Niveau, Anspruch und jener Prise Lokalkolorit, die der Sühler am Karneval schätzt.

Die unzähligen Stunden des Dichtens, des Schreibens, des Trainings und des Probens - wer von den Aktiven hätte sie gezählt, wer rechnet sie auf, wenn der Saal tobt und stehend applaudiert?

So wie beim Showtanz "Sommer in der Stadt", den die Garde des SCC erstmals mit männlicher Unterstützung aus den Reihen des Malmescher Kirmesvereins auf die Bühnenbretter legte. Ein Augenschmaus vom Feinsten, den die Tänzerinnen und Tänzer unter der Leitung von Katja Eckstein und Christiane Hammernick einstudiert hatten und eine Premiere, die geradezu nach Fortsetzung der Kooperation schreit. Doch der Abend hatte tänzerisch auch noch anderes zu bieten: Etwa den mit viel Liebe zum Detail choreografierten Showtanz "Wickie" der jüngsten Tänzerinnen des SCC, den Fünkchen. Quasi als Kontrast dazu gab's den Elfenreigen mit seinem Schautanz "Karin Roth". Einfach köstlich, wie die gewöhnlich mit blauem Sakko und Narrenkappe seriös wirkenden Herren des Elferrates in Kniebundhosen zum Rennsteiglied über die Bühne kreiselten. Da hatte auch Karin Roth im Publikum ihre helle Freude. Zum Biegen komisch präsentierten sich die Insekten des SCC mit ihrer Reklame, frei nach dem Motto "Wie, wo, was weiß OB". Beeindruckend auch die schon akrobatische Darbietung der erst 14-jährigen Juliane Schneider als Tanzmariechen des SCC. Da staunten selbst Präsident und Prinzenpaar der Coburger Narrhalla, die von SCC-Präsident Joachim Scheibe auf der Bühne offiziell empfangen wurden.

International kamen die Gesangseinlagen daher. "Eviva Espana" schmetterten die Herzilein Kirsten Eckert und Marlies Pietsch, die als Spanierinnen in rot-schwarzen Kostümen die Bühne auf ihre Belastbarkeit prüften. Mit "Venceremos" begrüßten die Anonymics nach den obligatorischen "Olaf"-Rufen aus dem Saal ihr Publikum. Die singenden "Chilenen" um Michael Porsch schilderten in wohl pointierter Form ihre Sicht auf Suhl - auf den Solarpark in Goldlauter, auf Waldemar Mahn und seinen Yeti-Großvater und nahmen natürlich auch das Brandverhalten in Zella-Mehlis unter die Lupe. Einen besonderen musikalischen Akzent setzte Christian Lusky mit der inbrünstig vorgetragenen alten SCC-Schunkel-Hymne "Dehämm in Suhl geboren, dem SCC verschworen."

Doch was wäre der Verein ohne seine geschliffenen Wortbeiträge. Einmal mehr schoss Michael Rebhan als Walter Ulbricht den Vogel ab, indem er über die "Krautjunker und Schlotbarone sowie ihre Helfershelfer in der westdeutschen Regierung" wetterte und Jugendfreundin Angela Merkel bescheinigte, es "faustdick unterm Kinn" zu haben. Zu Hochform liefen auch Erna und Fried alias Daniel Ebert und Thomas Hertha mit ihrem Geknoatsch auf. Sie kamen von der Gesundheitsreform auf Hornschuchs Schildkrötenüberfunktion zu sprechen. Wie die sich äußert? "Na er verkriecht sich den ganzen Tag und wenn er mal rauskommt frisst er Salat oder macht Mist!"

Das auch Waidmann Uli Prüfer und Herr Sauerbrei alias Joachim Scheibe ihren Senf dazu gaben, versteht sich. Beide nahmen kein Blatt vor den Mund und verteilten vor allem an die große Politik manch klatschende Ohrfeige. Auch zur Stadtentwicklung hatte sich der Sauerbrei Gedanken gemacht: "Suhl ist klei und wär fast leer, hätte mie kä Rentner mehr. Will ma artgerecht die Stadt umbau'n, braucht ma in der Stadt und in den Au'n, Supermärkte - ganze Ketten - als Seniorenbegegnungsstätten. Jedem sei Aldi - mehr muss gar net sei. Ei, ei, ei, Herr Sauerbrei!"


 
 

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