Zella-Mehlis/Suhl - Geschichten erzählen, das ist Janko Luhns Welt. Stundenlang
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Gefallen am Schreiben fand Janko Luhn schon im Kindesalter. Reisen in phantastische Welten faszinierten ihn besonders. Die "Unendliche Geschichte" beeindruckte ihn so, dass er mit elf Jahren den Filmdialog nachschrieb und im Schulhort zum Besten gab. Figuren wie "Van Helsing" oder der "Herr der Ringe" beflügelten seine Phantasie. Joanne K. Rowlings "Harry Potter"-Bücher hat er begeistert verschlungen. "Ich bin im Herzen selbst ein Kind geblieben", sagt er.
All diese Erzählungen und Figuren inspirierten ihn, eine Vorlage für sein erstes eigenes Buch waren sie indes nicht; auch wenn Titel, Covergestaltung und Inhalt diesen Schluss nahelegen könnten. Beim Hineinlesen allerdings wird schnell deutlich, dass Luhn seinen ganz eigenen Stil gefunden hat und manches Abenteuer seines 15-jährigen Helden Steven Slauter - einem kleinen, etwas zu dicken und außerdem nicht wirklich beliebten Träumers, der in seiner eigenen Fantasiewelt lebt - wohl auch eigenes Erleben reflektiert.
Zwei weitere Teile geplant
Gemeinsam mit seiner Freundin Kyle macht sich der Held des Buches in eine Welt namens Akarion auf, aus der ihn ein Lichtwesen mitten in der Biologiestunde um Hilfe gebeten hat. Dabei müssen beide mit Freunden eine Menge geheimnisvoller Rätsel lösen und gefährliche Abenteuer bestehen. "Das Buch beschreibt, wie sich völlig unterschiedliche Charaktere zusammenraufen müssen, um ihr größtes Abenteuer zu bestehen und sich zu bewähren", erklärt der Autor. "Es geht in erster Linie um Menschlichkeit, die in unserer materiell geprägten Gesellschaft oft zu kurz kommt." Freilich steht das spannende Leseerlebnis und nicht der erhobene Zeigefinger im Vordergrund. "Das Lesen soll ja Spaß machen und die Lust auf weitere Abenteuer wecken." Diese könnten in einem zweiten und dritten Teil folgen, für die Luhn mit seiner Münchner Lektorin bereits den Handlungsrahmen gestrickt hat.
Im heimischen Heinrich Jung-Verlag hat Janko Luhn einen Herausgeber gefunden, der mit fantastischer Literatur Neuland beschreitet. "Ich bin sehr froh, dass Heinrich Jung mein Potenzial sieht und mir diese Chance gibt, denn es ist keineswegs selbstverständlich, sich als Newcomer auf der Buchmesse präsentieren zu können", sieht es Luhn, der seine kreative Ader bereits Ende der neunziger Jahre mit Raptexten für Musikvideos regionaler Musiker unter Beweis stellte. "Ich brauche solchen kreativen Herausforderungen, möchte keinen Stillstand", sagt er über sich, der dank seiner Freunde mittlerweile auch Einblick in all die verlagstechnischen Dinge bekam, die zum Erscheinen eines Buches notwendig sind. Werbefachfrau Juliane Gottschalt aus Zella-Mehlis und Mediendesigner Frank Anschütz aus Suhl, die auch das Cover entwarfen, sind zwei solcher Freunde. Sein in einer Erstauflage von 2000 Stück gedrucktes Erstlingswerk kommt also rundum aus der hiesigen Region. Janko Luhn hat es aus eigener Tasche vorfinanziert. "Wenn das Buch erst einmal deutschlandweit bekannt wird, bin ich sehr optimistisch, dass diese Kosten schon bald eingespielt sind", sagt er. Mit großangelegter Werbung vor allem in den neuen Medien, wie im Internet und per Handy, will er dieses ehrgeizige Ziel schnell erreichen und besonders das junge Lesepublikum ansprechen. So gibt es auf der eigens für das Fantasy-Abenteuer-Werk gestalteten Internetseite schon einen selbst erstellten Trailer zum Buch. "Es ist nicht einfach, auf dem boomenden und hart umkämpften Markt der Kinder-Fantasie-Literatur Fuß zu fassen. Aber ich bin sicher, dass es uns gelingen wird", zeigt sich der 30-Jährige optimistisch.
Lesungen und Signierstunde
Mit kostenlosen Lesungen in Kinderheimen und Schulen der Region will Jako Luhn in den nächsten Wochen und Monaten sein Buch Kindern der Region vorstellen. "Zum einen möchte ich damit meinem Umfeld etwas von dem zurückgeben, wovon ich partizipiert habe, zum anderen sollen auch die Kinder Zugang zu Literatur bekommen, die bisher wenig Möglichkeiten dazu haben", begründet er dieses ehrenamtliche Engagement. Kindereinrichtungen oder Schulen, die Interesse an einer solchen kostenfreien Lesung hätten, könnten sich gerne bei ihm melden, so der Jungautor, der nach eigenen Worten bereits "unendlich gespannt ist, wie sein Erstlingswerk auf der Buchmesse aufgenommen wird." Vom 19. bis 21. März ist Janko Luhn am Stand der Heinrich Jung Verlagsgesellschaft jeweils zwischen 14 und 15 Uhr vertreten und wird sein Buch signieren.
Dass er bei einem Erfolg vom Schreiben leben könnte, darüber hat Janko Luhn noch nicht nachgedacht. "Ich liebe meinen jetzigen, kreativen Beruf, möchte das Schreiben zunächst erst mal aus Spaß fortführen. Was dann kommt, wird man sehen", blickt er voraus. Vielleicht kann er mit Steven Slauter ja tatsächlich einen Hype ähnlich wie damals Harry Potter entfachen. Die Dimension muss ja nicht gleich so groß wie bei Joanne K. Rowling sein.
Janko Luhn: Steven Slauter und das Erbe von Akarion", erschienen in der Heinrich Jung Verlagsgesellschaft (ISBN 978-3-930588-96-1);
Buchpremiere am Montag, dem 19. April, in der Stadtbücherei Suhl



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