Ein Suhler ist neuer Thüringer Bratwurstkönig. Feierliche Krönung auf dem Marktplatz.
Suhl - Nach zweijähriger Pause ist die Thüringer
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Bewertet: Bob-Olympiasieger André Lange und Bratwurstbotschafterin Claudia Granzow prüften die Würste eingehend.
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Bratwurstkrone wieder in Suhl: Der Präsident des SCV Ikalla und bekannte Gastronom Rudi Butkus erkämpfte gestern Nachmittag auf dem Marktplatz beim 3. Wettbewerb um den Bratwurstkönig mit seinen "Grillzwergen" den wohlklingenden Titel "Thüringer Bratwurstkönig Rudi der I". Er übernahm Krone, Zepter und Schärpe von Andreas dem I. alias Andreas Hennig aus Arnstadt, der mit seinem Vereinsteam "Freunde der Thüringer Bratwurst" vom Bratwurstmuseum Holzhausen nur den zweiten Platz belegte. Hennig hatte die Krone vor zwei Jahren vom Suhler Harry Hausmann übernommen.
Nur drei Teams am Start
Getrübt wurde der von den Suhler Karnevalsvereinen ausgerichtete Wettbewerb von der kurzfristigen Absage mehrerer Teams. So traten letztlich nur noch drei Mannschaften an, um die Jury in einem zweistündigen Wettstreit davon zu überzeugen, dass sie die besten, originellsten und unterhaltsamsten Bratwurstgriller im Freistaat sind. Viele Besucher des Volksfestes und des verkaufsoffenen Sonntags machten einen Abstecher zum Marktplatz und verfolgten das musikalisch umrahmte Geschehen.
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Abgedankt: Bratwurstkönig Andreas der I. (r.) konnte trotz hohen Einsatzes am Rost seinen Titel nicht verteidigen.
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Während sich die mit großer Hoffnung auf erfolgreiche Titelverteidigung angereisten Holzhäuser als Mönche präsentierten und ihre vom Veranstalter im Sinne der Chancengleichheit gestellten Würste auf einem leicht rostigen, rustikalen Holzkohlegrill brieten, setzten die siegreichen Grillzwerge auf einen Rost Marke Eigenbau. "Wenn einer eine Bratwurst brät, braucht er ein Bratwurstbratgerät", ließ Zwergenchef Rudi wissen und machte dem einer Bergmannslore nachempfundenen Rost so richtig Glut unter den Stäben. Dass auch Frauen Bratwürste fachgerecht grillen können, zeigte das dritte Team namens "Mischen Im Po Schippel". Die in pinken Kostümen antretenden Damen aus den Reihen der legendären "Weight Watschers" des SCV Ikalla sorgten bei den Organisatoren für überraschte Gesichter. Sie hatten sich quasi anonym als "Familie Schippel" für den Wettbewerb angemeldet. "Es wusste keiner, dass wir uns hinter der Anmeldung verbergen - außer zwei Männern aus dem Verein, die uns bei der Vorbereitung unterstützt, aber dichtgehalten haben", lachte Teamsprecherin Margitta Stade. Die Überraschung war perfekt: "Wir hatten schon über diese ominöse Familie Schippel recherchiert und waren alle geplättet, als da plötzlich die Damen unseres Vereins als Teilnehmer auftauchten. Eine klasse Idee", sagte der Sprecher des Organisationskomitees Bernd Domagalla vom SCV Ikalla. Die Damen machten ihre Sache recht gut, unterhielten Publikum und Jury mit lautstarken Gesängen und flotten Sprüchen durch das Megaphon. Dass es nicht zum Sieg reichte, störte die Damen nicht: "Für uns zählt die Gaudi und der olympische Gedanke!"
Anders bei Suhler Grillzwergen und Holzhausener Mönchen. Sie kämpften von Anbeginn an um die Krone und die damit verbundene Ehre. Letztlich überzeugten die Grillzwerge die mit Bob-Olympiasieger André Lange, Bürgermeister Klaus Lamprecht, Bratwurstbotschafterin Claudia Granzow sowie dem alteingesessenen Suhler Fleischermeister Wolfgang Lusky und Globus-Marktleiterin Birgit Schlosser-Coners prominent besetzte und fachkundige Jury, die sich beim jedem Team ein Bild vom Bratablauf machte und die Würste verkostete. Welches Kriterium auf den Punktezetteln letztlich den Ausschlag zum Sieg der Suhler gab, wurde nicht bekannt. Ob die Arnstädter mit ihren an der schmalen Seite aufgeschnittenen Brötchen den Sieg vergaben, oder die Grillzwerge mit ihrem liebevoll gedeckten Tisch und dem zur Wurst gereichten Glas Bier punkteten, bleibt das Geheimnis der Jurymitglieder. Der Jubel kannte indes keine Grenzen, als OB Jens Triebel Rudi dem I. die Krone aufsetzte. "Wir hatten schon gehofft, den Titel wieder nach Suhl zu holen, aber so richtig daran geglaubt haben wir nicht", bekannte der neue Thüringer Bratwurstkönig überglücklich. Er werde die Holzhäuser unterstützen und auch weiterhin eine gute Zusammenarbeit pflegen, kündigte Rudi Butkus nach fairer Gratulation seines Vorgängers an. Als Siegpreis nahmen die jubelnden Grillzwerge dank der Sponsoren ein exklusives Grillset und einen Gutschein für ein Spanferkelessen für 15 Personen entgegen.