Suhl/Bayreuth – Ungestörte Tagungen unter dem diskreten Schutz der Polizei und des Hoteliers: Die hat die rechtsextreme „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GfP) auch im fränkischen Bayreuth fünf Jahre lang abhalten können. Bis im Jahr 2006 die örtliche Zeitung zufällig Wind bekam – und den Jahreskongress drei Tage vor Beginn publik machen konnte.
Die Folge: Erste Lokalpolitiker kritisierten die freundliche Aufnahme der Rechten in Bayreuth, die SPD zeigte sich empört und forderte öffentliche Aufklärung über die Umtriebe. Zwar war der Kongress damals nicht mehr zu verhindern, doch als wenige Wochen später auch noch das NPD-Zentralorgan „Deutsche Stimme“ in der Wagnerstadt tagen wollte, war für viele Lokalpolitiker das Maß voll. Der CSU-Oberbürgermeister Michael Hohl rief die Bayreuther öffentlich zu Zivilcourage auf und forderte: „Wir sollten den Rechten konsequent die kalte Schulter zeigen.“ 400 Bürger demonstrierten daraufhin friedlich vor dem Hotel unter dem Motto „Wir brauchen keine Nazis“. Es war das letzte Mal, dass die Rechtsextremen willkommen waren. Auf der Suche nach neuen, ungestörten Orten fand die GfP dann Suhl.
Erst nach den öffentlichen Protesten erklärte die Bayreuther Hotelchefin, sie wolle die Rechtsextremen künftig nicht mehr im Haus dulden. Noch während des 2006er Kongresses hatte Hoteldirektorin Marlene Keßler zugegeben, sie habe keine Probleme mit den ruhigen Gästen. „Solange sie sich ordentlich benehmen, gibt es keinen Grund, die abzuweisen“, sagte sie damals. Schließlich seien GfP und NPD legal, und die Geschäfte liefen zu schlecht, als dass man Tagungen ablehnen könnte. Erst später, nach der Intervention des OB, kam die Kehrtwende.
Ganz anders Ringberg-Hotelchef Wolfgang F. Kanig. Er gehörte zwar auch zum Schweigekartell mit OB Triebel und Bürgermeister Lamprecht, das den Suhlern das Treffen verheimlichte. Aus seiner Abneigung gegen die Rechten machte er aber nie einen Hehl. „Ich wünsche keinem eine Situation, wie ich sie aufgrund der Einmietung dieses unsäglichen NPD-ausgerichteten Vereins erlebt habe“, sagte Kanig am Montag. Auch ohne politischen Druck ist für ihn klar: Nazis sind bei ihm unerwünscht. er









