Suhl – Tiefe Empörung, Abscheu und Zorn – das sind die Worte, die der Vorstand der Südthüringer Gruppe der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) zur geheimgehaltenen Veranstaltung einer rechtsextremen Gesellschaft findet. Als problematisch sieht der Vorstand nicht nur die Verantwortung der Stadtoberhäupter ihren Wählern und demokratisch denkenden Menschen gegenüber, sondern auch hinsichtlich bisheriger Aktionen in der Stadt selbst.
„Wir fragen die Repräsentanten der Stadt Suhl, wie es sich vereinbaren lässt, dass zu gleicher Zeit, da Steine des ehrenden Erinnerns, Stolpersteine in den Suhler Boden eingebettet werden, die politischen Nachkömmlinge des verbrecherischen Hitlerfaschismus die Stadt zu Füßen des Domberges mit ihren revanchistischen Umtrieben besudeln dürfen“, heißt es in einem Schreiben.
Die Zivilcourage der Mitglider des Bündnisses für Toleranz, gegen Rechtsextremismus sei durch die fehlende Information bewusst unterbunden worden, so der VVN/BdA. Auch auf die Verantwortung gegenüber der Suhler Opfer macht der Vorstand des VVN/BdA aufmerksam. „Sie zu verhöhnen, dafür hat Suhl am vergangenen Wochenende Pate gestanden.“
Kritische Öffentlichkeit war nicht willkommen
Deshalb fordert der Verein von Stadträten, Parteien, Vereinen und Verbänden, „laut und deutlich ihre Stimme zu erheben für öffentliche, nachvollziehbare Konsequenzen – für ein von jeglichem Naziungeist freies Suhl.“
Auch die Antifaschistische Gruppe Südthüringen (AGST) wandte sich in einem Schreiben gegen die Tagung. Willkommen sei die bundesweite Alt- und Neonaziprominenz gewesen. „Nicht willkommen war eine kritische Öffentlichkeit“, so der Sprecher der AGST, Stefan Müller. Fraglich sei, warum die Öffentlichkeit und das Bündnis für Toleranz, gegen Rechtsextremismus nicht in Kenntnis gesetzt wurde. Stadtverwaltung, Polizei und Ringberghotel hätten ein Klima zementiert, „in dem für zivilgesellschaftliche und emanzipatorische Positionen“ kein Platz mehr sein solle, so Müller.
Sorge macht dem VVN/BdA vor allem, dass die jüngste Tagung von Rechtsextremen Schule machen könnte für „weitere derartige Veranstaltungen in unserer Region.“ red











