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Ressort Suhl
Erschienen am 19.04.2008 00:00
Umgestaltungen
Mehr Lust auf den Tierpark wecken
Konzept machte Gehege attraktiver
Von Kerstin Kolb

SuhlGestern vor einem Monat haben die beiden Bärendamen Ronja und Donja aus dem Suhler Tierpark Abschied genommen und ihre Reise in Richtung holländische Grenze in den Anholter Bärenwald in Isselburg (Nordrhein-Westfalen) angetreten. Seitdem ist ihr Gehege verwaist. Doch nicht mehr sehr lange. Denn noch in diesem Jahr wird das Bärengehege komplett umgestaltet in eine begeh- und befahrbare Anlage. In sie werden possierliche Erdmännchen und Loris einziehen. Loris sind bunte, Nektar fressende Papageien. Der Besucher hat direkten Kontakt zu den Tieren und kann sie auch füttern. Damit wird der Tierpark um eine weitere Attraktion reicher und anziehender. Eigentlich wollten die Mitarbeiter der Einrichtung schon längst mit dem Umgestalten der Bärenanlage beginnen, doch das Wetter habe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Daher werde die Lori-Anlage vor Juli-August nicht fertig, berichtet Michael Koch. Wie der Tierparkleiter mitteilt, ist die Umgestaltung des Bärengeheges Bestandteil seines Grob-Konzeptes zur weiteren Entwicklung des Tierparks, das er zur Sitzung des Behindertbeirates am Mittwoch vorstellte.

„Der Tierpark kostet die Stadt viel Geld, zu viel Geld. Deshalb wollen wir mit diesem Konzept versuchen den Tierpark Stück um Stück noch attraktiver und interessanter zu gestalten. Dadurch werden wir mehr Besucher anziehen und dadurch auch mehr Einnahmen haben“, erklärt Michael Koch anlässlich dieser Sitzung, zu der er eingeladen war.

Dabei soll die Umgestaltung des Tierparks in Richtung Waldzoo gehen mit vorwiegend einheimischen sowie europäischen Haus- und Wildtieren. Doch auch die Sammlung von Exoten bleibe erhalten. „Der Waldzoo soll zu einer Erlebniswelt werden, in der die Besucher die Möglichkeit erhalten, eine direktere Begegnung mit den Tieren zu haben“, erklärt der Tierparkchef. Zurzeit bleiben Gäste ein bis zwei Stunden im Waldgehege. Das sei zu wenig und muss sich ändern. Dafür will das Team entsprechende Voraussetung schaffen, solche, die Lust auf den Tierpark machen. So werde in einer ersten Phase der Eingangsbereich mit einfachen Mitteln, überwiegend aus Holz, interessanter gestaltet, so dass der Besucher neugierig gemacht wird. Der Zoo soll nicht nur für die Suhler Bevölkerung sein, sondern auch Touristen anlocken, die wegen dem Zoo nach Suhl kommen. Und so ist vorgesehen, dass jedes Jahr etwas Neues hinzu kommt. Natürlich werde auch darauf geachtet, dass die Wege behindertengerecht sind und keine Barrieren aufgebaut werden, betont Michael Koch.

Doch ein Hauptproblem in der gesamten Anlage sei das Wegesystem. Eine gerade Straße führt in den Tiepark hinein, die nicht unbedingt zum Verweilen einlädt. Das betrifft auch das Wisentgehege. Übrigens „sind Wisente das Säugetier des Jahres 2008, das wichtigste Tier im Zoo“, verweist der Tieparkleiter. Außerdem stehe das Wisentgehege auf dem schönsten Platz, dem Hauptplatz des Tierparks in der Suhler Schweiz. Daher soll diese Fläche umgestaltet werden in eine Art Bauernhof mit Gastronomie. Auch ein Baumhaus wäre denkbar und weitere Erlebniswelten, die das Tiergehege attraktiver und interessanter machen. Doch das bedeutet nicht, dass die Wisente abgeschafft werden. Im Gegenteil sie bleiben und sollen in den Wald, wo sie hingehören. Für dieses Vorhaben werde mittelfristig ein Masterplan erstellt in Zusammenarbeit mit Jürgen Bergmann von der Kulturinsel Einsiedel, einem großen Freizeitpark mit Erlebnisspielplatz für Kinder und Erwachsene. Dieser Masterplan soll erarbeitet werden, wenn Geld vorhanden ist. Hier versucht auch der Oberbürgermeister Jens Triebel, für das Vorhaben an Fördergelder, außerhalb der städtischen Finanzen, heranzukommen.

Zum Konzept gehören ebenso Umgestaltungen in der Mufflon- und Damhirschanlage, so dass der Weg durch das Gehege führt. Auch hier ist eine Fütterung möglich. Zudem soll im Wildschweingehege umgebaut werden. Hier entsteht eine Ferkelstreichel-Anlage. „Sie ist schon fast fertig. Zu sehen sind dann kleine Sattelschweine mit schöner Zeichnung, die vom Aussterben bedroht waren. . Das wird eine Attraktion. Denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass Kinder lieber ein Schweinchen streicheln als eine Ziege“, so Koch.

Im Zuge der Umgestaltung werden sich die Eintrittspreise ändern. Erwachsene bezahlen dann sechs Euro, Kinder vier und ermäßigt sind es 4,50 Euro. Da viele mehrmals im Jahr den Tierpark besuchen, wird auch eine Jahreskarte für 15 Euro angeboten, deren Gültigkeit am Kauftag beginnt. Diese ist nicht nur im Zoo erhältlich, sondern z.B. in der Tourist Information, in Geschäften und Hotels.

Im Tierpark werden weiterhin kleinere Veranstaltungen angeboten, wie z.B. nächsten Freitag, 25. April, 19 Uhr, eine Nachtführung. Und die erste Veranstaltung wird zur Eröffnung der Ferkelstreichel-Anlage sein. Aber ein Tierparkfest zu Pfingsten wird es nicht mehr geben. „Zu diesem Zeitpunkt ist in Suhl immer zu viel los“, begründet der Tierparkchef. Dafür wird es aber am dritten Wochenende im August ein Fest geben. Denn Ende August sei immer nicht viel los, so dass dieser Termin günstiger wäre.

 
 

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