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Ressort Zella-Mehlis
Erschienen am 03.09.2009 00:00
Weltfriedenstag
Für Abzug aller Truppen
Linke gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr
Von Heike Jenzewski

Zella-Mehlis - Die breite Basis, die das Bekenntnis zum

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Auch Freie Wähler-Stadträtin Christine Neumann unterschrieb den Aufruf zum Abzug deutscher Soldaten von allen Auslandseinsätzen. Foto: frankphoto.de
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Weltfrieden und das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges andernorts hat, ist in Zella-Mehlis nicht gegeben. Zwar fanden sich am Mittwochnachmittag auf dem alten Zellaer Friedhof auch Bürgermeister Karl-Uwe Panse (parteilos) und Stadträtin Christine Neumann (Freie Wähler) ein, vom Prinzip her war die Veranstaltung aber getragen von Mitgliedern und Sympathisanten der Partei Die Linke.

Der Ortsvorstand Zella-Mehlis/Benshausen der Linken hatte zum Gedenken eingeladen, in diesem Jahr aus ganz besonderem Anlass. Denn am 1. September vor genau 70 Jahren fand der Überfall auf Polen statt, der den Beginn des Zweiten Weltkrieges markierte. "Heute vor 70 Jahren ist mein Vater mit seinem Regiment nach Polen gezogen. Zwei Lügen wurden ihnen erzählt. Dass polnische Freischärler den Sender Gleiwitz überfallen hätten und dass der Krieg Europa Frieden bringen würde. Auch mein Vater war von der Richtigkeit dieser Behauptungen überzeugt wie viele andere junge Männer", sagte Ortschef Ralf Gundlach vor rund 20 Anwesenden. Gundlachs Vater überlebte und hat "sein gesamtes Leben nach 1945 dem Schwur untergeordnet: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus."

Auch 70 Jahre später befänden sich deutsche Soldaten wieder im Krieg, wieder laute die Begründung, Frieden und Demokratie zu schaffen, so Gundlach weiter. "Sie sind im Kosovo, am Horn von Afrika, in verdeckten Einsätzen im Irak. Längst befindet sich Deutschland im Kriegseinsatz, längst ist aus dem Verteidigungs- ein Kriegsministerium geworden. Die Linken als einzige konsequente Friedenspartei in Deutschland wollen keine Kreuze auf Gräbern und Ehrenkreuze für hervorragende Leistungen im Feld. Die Millionen, die für Militärs ausgegeben werden, sollten lieber für Arbeitsplätze und soziale Sicherheit verwendet werden", forderte Gundlach. Er bat die Anwesenden um ihre Unterschrift unter einem Aufruf des Linke-Kreisverbandes. Darin werden der sofortige Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und die Beendigung aller Auslandseinsätze gefordert.

Elke Pudszuhn, Regionalvertreterin des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, verlas eine Erklärung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer FIR für eine neue Friedenspolitik. Gäste der Veranstaltung, darunter die 15-jährige Eva Köhler, lasen Gedichte vor. "Mein Vater sitzt im Stadtrat und ich bin gebeten worden, ein Gedicht vorzutragen. Das habe ich gern gemacht", sagte Eva. Sie hatte sich für "Ich verstehe nicht" von Gundula Lendt entschieden.

Der Weltfriedenstag wird speziell in den alten Bundesländern Antikriegstag genannt, aber auch am 1. September begangen. In der BRD geht er auf eine Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes zurück, die erstmals 1957 Aktionen unter dem Motto "Nie wieder Krieg" veranlasste. Weitere "Weltfriedenstage" feiern die katholische Kirche seit 1968 immer am 1. Januar und die UNO, die jeweils am dritten Dienstag im September einen Tag des Waffenstillstandes und der Gewaltlosigkeit propagiert.

 
 

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