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Ressort Zella-Mehlis
Erschienen am 20.03.2010 00:00
Ringen
Viele Fragen und noch keine Lösung
Der AVJC Zella-Mehlis sucht nach der Auflösung der mitteldeutschen Regionalliga gleichwertige Gegner
Von Ulrich Klemmund Jörg Richter

Zella-Mehlis - Was sich im vorigen Jahr schon andeutete, ist nun Gewissheit: Die Regionalliga Mitteldeutschland der Ringer hat sich faktisch aufgelöst. Nachdem in der vergangenen Saison immerhin noch sieben Mannschaften gegeneinander antraten, gab es für das Jahr 2010 lediglich sechs Interessenten. Dies ist zu wenig, um einen attraktiven und wirtschaftlich vertretbaren Kampfbetrieb aufrechtzuerhalten.

"Wir hätten mit dem AC Werdau, dem Zweitliga-Absteiger RSK Gelenau und mit der WKG Leipzig/Taucha II gleich drei Teams an den Start gebracht", wies Sachsens Ringerpräsident Benedict Rehbein die Schuld seines Verbandes für den Zusammenbruch der mitteldeutschen Regionalliga von sich. Darüber hinaus standen die WKG Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt II, der SV Luftfahrt Berlin II und der AVJC Zella-Mehlis für einen Start in der Regionalliga parat.

Während die Sachsen das Problem dadurch gelöst haben, dass die Regionalliga-Kandidaten in die Oberliga eingegliedert werden, steht der AVJC vor einer ungewissen sportlichen Zukunft. "Wir haben Kontakt mit den Verbänden in Sachsen, Bayern und Hessen aufgenommen und wollten in den dortigen Oberligen ringen. Doch das wurde abgelehnt", berichtet der Zella-Mehliser Vereinspräsident Christian Scharfenberg.

Drei Absagen eingehandelt

Einerseits kann er nachvollziehen, dass den Clubs der Weg bis in die Ruppbergstadt möglicherweise zu weit ist. Andererseits hätte der AVJC eine Belebung für die Staffeln darstellen können. "Es hilft aber nichts, wenn wir uns jetzt darüber ärgern", fügte Scharfenberg an. "Es ist nun einmal so, dass die Vereine zustimmen müssen, wenn eine Mannschaft aus einem anderen Landesverband in die jeweiligen Ligen aufgenommen werden soll. Wir müssen das einfach akzeptieren und schleunigst versuchen, dass wir für unsere I. Mannschaft den Kampfbetrieb sicherstellen."

Wie das gelingen soll, ist Scharfenberg noch nicht endgültig klar. Zwar kann er den guten Namen seines Vereins in die Waagschale werfen und weiß den Thüringer Landesverband hinter sich, doch das allein reicht nicht aus. "Wir brauchen eine Liga, die dem Leistungsniveau unserer besten Athleten entspricht. Die Thüringer Oberliga kann das verständlicherweise nicht bieten, zumal wir in dieser Staffel ja bereits mit unserer II. Mannschaft vertreten sind", stellte der Präsident klar und machte sich auf den Weg nach Kirrlach in der Nähe von Karlsruhe, wo an diesem Wochenende die Deutsche Männer-Meisterschaft im klassischen Stil stattfindet und wo der AVJC mit Jens Brosowski (120 kg), Thomas Brösicke (60 kg), Toni Stade (74 kg) sowie Sebastian Kessel (96 kg) vier Ringer auf die Matten schickt. In Kirrlach will Scharfenberg das Gespräch mit den Vertretern des Deutschen Ringer-Bundes suchen und auf die vertrackte Situation hinweisen.

Bei den Mitgliedern des AVJC Zella-Mehlis herrscht derweil große Empörung darüber, dass bislang keine Lösung für die neue Saison gefunden wurde. Das wurde auf der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend deutlich. "Diese Reaktionen zeigen, dass wir unbedingt eine vernünftige Regelung finden müssen", hat Scharfenberg erkannt. "Es gibt gerade in unserer Region viele Fans des Ringens. Denen wollen und müssen wir etwas bieten." Zugleich sorgt sich der Zella-Mehliser Präsident auch um den eigenen Verein. Dieser betreibt eine intensive und erfolgreiche Nachwuchsarbeit - und die könnte akut gefährdet sein, wenn die I. Mannschaft als Zugpferd ausfällt. Zudem wird es schwer, Sponsoren zu finden, falls der Kampfbetrieb nicht gesichert ist.

Eine Notlösung könnte darin bestehen, dass die derzeit "ligenlosen" Vereine selber einen regelmäßigen Kampfbetrieb auf die Beine stellen. Grundsätzlich haben der AVJC sowie der SV Luftfahrt Berlin II und die WKG Frankfurt (Oder)/Eisenhüttenstadt II ihre Bereitschaft dazu erklärt. Wenn sich auch die KG Rostock/Warnemünde/Vorpommern, die ihre Heimkämpfe in Torgelow austrägt, und der RC Germania Potsdam beteiligen, wären zumindest fünf Mannschaften in dieser Übergangsliga vertreten, die zudem leistungsmäßig recht nah beieinander liegen.

Eigene Liga ist möglich

"Es wäre wünschenswert, wenn wir diese Variante hinbekommen würden. Das kann aber nur eine Überbrückung sein, um ab 2011 wieder eine Regionalliga in Mitteldeutschland zu bilden", merkte Scharfenberg an. Zugleich verwies er auf die langen und damit kostenintensiven Anfahrtswege zu den Auswärtskämpfen. Berlin, Potsdam, Frankfurt (Oder) und Torgelow liegen ja wahrlich nicht gerade vor der Haustür.

 
 

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