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Ressort Zella-Mehlis
Erschienen am 24.01.2009 00:00
Frauentausch
„Ich würde es wieder tun“
41-jährige Zella-Mehliserin machte es sich zehn Tage in Namibia hübsch
Von Heike Jenzewski
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Heike Hildebrandt und ihr jüngster Sprössling Justin. Für zehn Tage konnte die Zella-Mehliserin die Enge ihres Hauses, das sie mit zwölf Kindern und ihrem Ehemann teilt, mit einem großzügigen Anwesen in Namibia tauschen. Ein Kamerateam war dabei. Foto:frankphoto.de
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Zella-Mehlis Männer wünschen sich mitunter mal einen Frauentausch, hört man. Frauen scheinbar auch. Sonst gäbe es die Doku-Soap gleichen Namens beim Privatsender RTL II wohl nicht schon seit vier Jahren. 200 Folgen sind gesendet, 400 Familien haben zur besten Fernsehzeit am Donnerstagabend ihre Mütter gegenseitig ausgeborgt. Nun fällt ein Stück des Ruhmes auch auf Zella-Mehlis.

Und nicht etwa nur ein Klecks, sondern gleich ein ganzer Brocken. Zum ersten Mal im Rahmen der Serie findet ein Tausch über Kontinente hinweg statt. Heike Hildebrandt, 13-fache Mutter aus Zella-Mehlis, hat den großen Wurf gelandet. Ihre Tauschfrau lebt in Namibia. Susanne Jaspert ist 45 Jahre, gebürtige Deutsche. Sie arbeitet im südafrikanischen Land als Immobilienmaklerin, ihr Mann Michael ist Unternehmensberater. Seit sie vor 15 Jahren in die Ferne zog, hat sie sich etwas aufgebaut. Ein traumhaftes Haus mit Garten und Pool nennt sie ihr Eigen, eine Haushälterin und ein Gärtner kümmern sich um die Arbeiten des Alltags, die beiden Töchter gehen auf eine Privatschule ...

Aus Abenteuerlust habe sie sich auf eine Anzeige des deutschen Fernsehsenders in der Windhoeker Allgemeinen Zeitung beworben, schreibt Susanne Jaspert per Mail an Freies Wort und gibt zu: „Ich mag es auch ganz gerne, einmal in der Öffentlichkeit zu stehen. Letztlich kann ein bisschen Publicity dem Land Namibia und auch meiner Firma nicht schaden.“ Sie habe durch ihre Teilnahme Einblicke in eine Welt bekommen, die sie sonst nie hätte erleben können. Bisher kannte Susanne Jaspert nur Süddeutschland. Die herrlich verschneite Landschaft in Thüringen habe ihr sehr gut gefallen. „Aber man merkt doch, das man nicht in Westdeutschland ist. Zum Beispiel der Baustil der Häuser, die stillgelegten Fabrikgebäude, die Läden mit ihren Schildern sehen auch anders aus“, blieb der 45-Jährigen in Erinnerung. Und natürlich die Familie. Auch, dass viele der Kinder Tätowierungen und Piercings haben, das gäbe es in Namibia in dem Ausmaß nicht. Trotzdem habe sie einige der Kinder ins Herz geschlossen und denke noch oft an sie. Susanne Jaspert würde auf jeden Fall wieder an dem Frauentausch teilnehmen. „Ich bin der Meinung, jeder sollte so etwas eigentlich einmal machen, denn, wenn man aus seinem Alltag in eine andere Welt kommt, dann erweitert dies auf jeden Fall den Horizont und man kommt heraus aus seinem Trott.“

Der Sohn meldete Mutter an

„Ich würde es wieder tun“, sagt auch Heike Hildebrandt. Die 41-Jährige sorgt für Ehemann Wolfgang, die vier Kinder, die er mit in die Ehe brachte, ihre eigenen sieben und zwei gemeinsame Sprösslinge in einem kleinen Eckhaus an der Talstraße. 12 der 13 Kinder mit Nachnamen Hildebrandt, Roth und Hopf und im Alter von zehn Monaten bis 22 Jahren wohnen noch zu Hause. Und gucken, wenn sie nicht gerade in die Schule müssen, gern auch schon mal am Vormittag den Privatsender. „Der läuft bei uns eigentlich immer vormittags“, sagt Heike, zündet sich eine Zigarette an, nimmt Klein-Justin auf den Schoß und erzählt.

Nicht sie war es, die sich für die Sendung beworben hat, sondern ihr Sohn Steffen, 16. „Ich hab‘ Ende November einfach da angerufen und so einem Computer Fragen beantwortet, wie viele Kinder wir sind und so.“ Noch am selben Abend meldeten sich die Fernsehleute. Am 4. Dezember ging der Zauber los. Die Weihnachtsdeko musste die Familie erst einmal im Schrank lassen, weil die Sendung ja erst im Januar gezeigt wird. Am Nikolausabend wurde zum ersten Mal in Zella-Mehlis gedreht. Am 7. Dezember stand die 41-Jährige auf dem Frankfurter Flughafen und wusste nicht, wo es hin geht. „Hauptsache, die können ein bisschen Deutsch und wohnen nicht in einem Blechcontainer“, habe sie gedacht. „Ich sollte mich impfen lassen und einen Pass beantragen. Da hab ich schon was geahnt.“

„Ich hatte es sehr gut, hab nur ein bisschen Wäsche der Kinder gewaschen. Eigentlich musste ich gar nichts machen.“ Ein Ausflug und ansonsten die blanke Erholung. „Das wollten wir so, dass sie sich mal ausruhen kann. Sie hat ja sonst noch nie Urlaub gehabt“, sagt Ehemann Wolfgang, mit 51 Jahren Frührentner. Gibt aber auch zu: „Sie hat uns gefehlt. Die andere saß ja zwei Stunden am Tag vor dem Spiegel. Da kommt man freilich zu nichts. Kochen konnte sie auch nicht. Es war eine Erfahrung, aber ich würde es nicht noch mal machen!“, sagt Wolfgang.

Anders Ehefrau Heike. „Ich habe viel daraus gelernt.“ Klar, ihr Mann und vor allem die Kinder hätten ihr sehr gefehlt. Aber sie habe auch Kraft schöpfen können für den Alltag, der aus Wäsche waschen, Erziehung, Kochen und Heimarbeit besteht. Urlaub kannte sie bisher nicht. Jetzt gehe sie vieles gelassener an. „Und ich gehe öfters mit den Kindern raus, das hab ich früher gar nicht gemacht.“

Die Folge 200 von „Frauentausch“ läuft am 29. Januar, ab 21.10 Uhr bei RTL II.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von dorothee am 29.01.2009 23:56
    WIEDER TUN???
    Donnerstag, 23.53 Uhr, nach der Ausstrahlung "Frauentausch" bei RTLII.
    Liebe Heike, lieber Wolfgang!
    Oberoberpeinlich!!! Ich habe mich geschämt für euch. Wie stehen wir denn nun wieder da in Z.-M., in Thüringen, im Osten? Hätten wir mal lieber ein "Studio" gemacht und unsere Muttersprache gelernt... Und ein wenig geputzt vielleicht? Und ja - ich habe mich auch sehr gefreut in der Stadtfestnacht letzten September - als der Anruf kam... Auch unter vielen Tränen. Als euer lieber kleiner Steffen meinen Sohn in die Schulter gestochen hat mit dem Messer - einfach so; mal sehen, wie es ist!? Und diese Tränen waren anders. Bis zur Verhandlung.

  • von bluemchen am 30.01.2009 11:44
    Die armen Kinder!
    Was soll man dazu sagen? Ich und bestimmt noch einige andere Mitmenschen, vor allem aus Südthüringen müssen sich schämen. Alles was ihr euren 13! Kindern beibringt ist doch wie man raucht und am besten mit Hartz 4 durchkommt. Das man stolz auf seine Kinder ist, und das der ganzen Welt zeigen will, kann man ja noch verstehen, aber was ihr draus gemacht habt, dass grenzt ja schon fast an Kindesmisshandlung. Wie können mehrere Erwachsene Leute in einem Raum rauchen, wo sich ein BABY befindet.
    SCHWEINEREI!!!
    Liebe Mitmenschen, es gibt auch noch Leute im Osten (speziell in Zella-Mehlis und Umgebung)die können auch noch andere Dinge. Also mehr als Kinder machen und rauchen!

  • von wanderer am 17.10.2009 20:29
    @blümchen
    Prolog: Ich kam nur auf den Link über einen Blog, der von einem Zella-Mehliser erstellt wurde.

    Haupttext:
    Ich finde diese Sendung auch absolut peinlich, EGAL WO MAN HER KOMMT,die Leute, die dort auftreten insbesondere Ihr letzter Absatz - naja, hört sich wie eine Entschuldigung an.

    Wer den Sinn von solchen Brainwash-Sendungen nicht erfasst hat, sich anschaut, oder im schlimmsten Fall dort noch "behandelt" werden will, tut mir absolut leid.

    Nein, nicht wegen den Umständen, sondern weil es noch Subjekte gibt, die das auch noch ausschlachten können.

 

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