Meiningen - Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir befürwortet eine Koalition aus Linkspartei, SPD und Grünen nach der Landtagswahl in Thüringen. "Eine "rot-rot-grüne Regierung unter der Führung von Christoph Matschie" sei möglich, wenn SPD und Grüne zusammen mehr Stimmen erhielten als die Linke, sagte Özdemir im Gespräch mit unserer Zeitung in Meiningen.
Erneut schloss Özdemir aus, dass die Grünen einen linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow mitwählen, wenn die Linke stärkste Partei wird. Dies sei wegen der problematischen Vergangenheit der Linkspartei und "angesichts der belasteten Personen, die sich auf deren Listen tummeln" für die Grünen nicht machbar. In Zeiten von Drei-Parteien-Koalitionen müsse man sich daran gewöhnen, dass die stärkste Fraktion nicht zwangsläufig den Regierungschef stellt.
"Wenn man wirklich den Wechsel in Thüringen will, dann geht das nur mit den Grünen", sagte Özdemir mit Blick auf die jüngsten Meinungsumfragen, nach denen weder CDU und FDP noch die Linke mit der SPD eine eigene Regierungsmehrheit schaffen. Eine Ablösung der regierenden CDU sei überfällig. "Diese Partei und insbesondere Herr Althaus hat offenbar vergessen, dass Macht nur geliehen ist." Dies hätten zuletzt das "aus dubiosen Quellen finanzierte" Wahlkampf-Magazin "Tolles Thüringen", Althaus' fraglicher Hubschrauberflug zu einer Kirmes und seine "unredliche" Instrumentalisierung des Skiunfalls gezeigt. Özdemir: "Die Union braucht eine Erneuerung in der Opposition." er

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