Erfurt - Ginge es nach der Gerüchteküche, stünde den Mitarbeitern der Thüringer
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Strukturen werden gestrafft
Was dran ist an den Gerüchten werden die Mitarbeiter heute Vormittag erfahren. Auf einer Personalversammlung sollen sie über die neuen Strukturen in Kenntnis gesetzt werden. Was sich ändert, ist vorerst unklar, da sich Lieberknecht vor allem im kleinen Kreis mit Staatskanzleichef Jürgen Schöning sowie Regierungssprecher Peter Zimmermann abgestimmt hat. Vier Klausurtagungen sollen die Spitzenleute allein diesem Thema gewidmet haben.
Die Regierungschefin kündigte am Freitag bei ihrer 100-Tage-Bilanz eine "klare, schnörkellose Neuorganisation" der Staatskanzlei an. Das lässt Raum für Spekulationen. Müssen nun wirklich die Althaus-Getreuen zittern? Zieht gar ein Sturm der Veränderung über die rund 170 Mitarbeiter? Die Stimmung unter den Beschäftigten, so heißt es, sei mies, weil sie schon zu lange im Ungewissen sind. Überdies soll mit dem einen oder anderen bereits ziemlich ruppig umgesprungen worden sein.
Das Mitleid mit den in der Regel gut bezahlten Bediensteten, die faktisch unkündbar sind und einer schönen Pension entgegen sehen, darf sich durchaus in Grenzen halten. Wer mal zwei Büroräume weiter ziehen muss oder eine neue Aufgabe bekommt, sollte das verkraften. Den Anspruch, dem sie künftig genügen müssen, hat Lieberknecht bei ihrem Amtsantritt unmissverständlich klar gemacht: Demnach ist die Staatskanzlei "nicht Zentrale der Macht, sondern Herzstück der Dienstleistung für die Menschen im Land".
Wie aber soll das umgesetzt werden? Nach Informationen unserer Zeitung wird gestrafft. Aus bisher vier Abteilungen werden zwei. Die Zentralabteilung bleibt unter ihrem Leiter Stephan Sippel erhalten. In die zweite Abteilung unter Klaus von der Weiden kommen alle Referate, die spiegelbildlich die gesamte Landesregierung abbilden. Von daher rührt die Macht der Staatskanzlei: Aufgrund der Spiegelreferate weiß sie ganz genau, was in den übrigen Ministerien läuft.
Eine weitere Abteilung unter dem Bevollmächtigten Thüringens beim Bund, Reinhard Stehfest, soll wie bisher den Kontakt nach Berlin bündeln, ergänzt um die Europaaufgaben. Regierungssprecher Zimmermann hat künftig alles unter sich, was mit Öffentlichkeit zu tun hat: vom Protokoll, über Medienbeobachtung bis zu den Redenschreibern. Insgesamt sollen die Mitarbeiter stärker als bisher klare Aufgaben sowie mehr Informationen und Verantwortung bekommen.
Durchaus eine Überraschung ist, dass Lieberknecht offenbar Mechthild Schlichting als Büroleiterin beschäftigen will, die bereits unter Althaus in dieser Funktion tätig war. Das darf als starkes Indiz dafür gelten, dass es ihr tatsächlich um bessere Strukturen und die Einbindung der Mitarbeiter geht - und nicht bloß um eine Abrechnung mit dem vorherigen Regierungschef. Lieberknechts Vertrauter und Übergangs-Büroleiter Ulrich Grünhage soll zum Vize-Abteilungsleiter aufsteigen, was auch als Dank für treue Dienste gelten kann. Dem Geraune zufolge wird Grünhage eine Art "Neben-Kultusministerium" leiten, um Vize-Regierungschef Christoph Matschie vom Koalitionspartner SPD Paroli zu bieten.
Zuschnitte werde verändert
Der Zuschnitte vieler Referate wird dem Vernehmen nach verändert. Ein lang gedienter Referatsleiter musste bereits seinen Posten räumen. Auch andere Mitarbeiter könnten ihren bisherigen Status verlieren, einige das Haus verlassen. So soll der persönliche Referent von Althaus gehen, aber an anderer Stelle eine Perspektive im Landesdienst bekommen.
Nur für den früheren Regierungssprecher Fried Dahmen hat sich offenbar noch keine neue Beschäftigung gefunden. Wie es heißt, gab es die Anordnung der Hausspitze, in dieser Personalfrage zunächst nichts zu unternehmen. Darüber wurde offenbar bisher vergessen, auch ihm eine neue Perspektive zu geben.


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