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Doch Fischers Botschaft kommt nicht an beim Großteil der etwa 30 Flüchtlinge in dem kleinen Versammlungssaal auf dem Heim-Gelände. Denn die Aktivisten von The Voice – einer Flüchtlings-Selbsthilfe-Organisation – übersetzen seine Angebote an die Menschen nicht. Mehrfach fallen sie ihm ins Wort, fordern stattdessen einen weiteren Flüchtling auf, von seinem Schicksal zu erzählen. Pressekonferenz nennt sich das seltsame Schauspiel. „Schließen sie dieses Heim, so wie andere Heime in Thüringen auf unseren öffentlichen Druck hin geschlossen wurden“, fordert Osarim, ein weiterer Voice-Aktivist: „Flüchtlinge sind die am meisten unterdrückten Menschen in Deutschland.“ Osarim spricht Englisch. Seine politischen Forderungen werden ins Deutsche übersetzt.
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Klagen über die Lebensbedingungen
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Vorne auf dem improvisierten Podium sitzt Mohammed Sbaih. Er ist Sprecher der Flüchtlinge in Katzhütte. Der 40-Jährige umreißt die Probleme der Heimbewohner. „Wir leben hier isoliert. Die Verkehrsanbindungen von und nach Katzhütte sind schlecht.“ Weil die Sozialhilfe nur in Lebensmittelgutscheinen ausbezahlt werde, könne er sich Zugtickets gar nicht leisten. Er spricht von Schimmel in den Unterkünften. Von mangelnden Möglichkeiten für die Kinder zum Spielen.
Manche Forderungen sind berechtigt, andere weist Peter Lahann, Pressesprecher im Landratsamt zurück. „Tatsächlich sorgt das Auftreten von Schimmel in einem der Bungalows seit längerer Zeit für Unmut“, gibt Peter Lahann zu. Trotz Umbauten sei es aufgrund unzureichender Belüftung immer wieder zu einer hohen Luftfeuchte gekommen, die das Auftreten von Schimmel begünstige. Der Vorwurf um die unzureichende finanzielle Unterstützung der Bewohner von Katzhütte weist er dagegen zurück. Flüchtlinge bekämen in der Regel monatlich rund 60 Euro Bargeld ausgezahlt, zusätzlich würden für rund 106 Euro Gutscheine ausgereicht.
Den Bewohnern selbst ist kein Vorwurf zu machen: In die schlecht gedämmten Unterkünften aus DDR-Zeiten würde kein Deutscher freiwillig einziehen. Schon gar nicht auf Dauer. Doch menschenunwürdig sind die Holzbauten auch nicht. Mehrfach haben Behörden die Einrichtung in den vergangenen Wochen auf Herz und Nieren prüfen lassen. Das Fazit: Nicht schön, aber Gesetzeslage!
Neben Mohammed Sbaih auf dem Podium durfte auch eine irakische Mutter berichten, sie lebe hier bereits seit fast sechs Jahren, lautet die von The Voice arrangierte Übersetzung aus dem Arabischen. „Warum?“, fragt die Frau. Vielleicht liegt es ja einfach nur am Dolmetscher. Denn die Behörden haben die Familie nicht vor fünf, sondern erst im Frühjahr vergangenen Jahres in Katzhütte eingewiesen.
Bewusste Strategie oder peinlicher Übersetzungsfehler ? Werden hier das Schicksal und die Anliegen von Flüchtlingen missbraucht für politische Forderungen nach einer anderen Flüchtlingspolitik ? Den Katzhütter Heimbewohnern hilft ein Streit um die große politische Linie nicht. Im Gegenteil: Geflohen vor Kriegswirren, Despoten oder Armut, vertrauen sie sich einem Netzwerk an, dass jedenfalls gestern in Katzhütte echtes Interesse am Einzelfall nicht hat. Nicht einmal die Angebote für einen Dialog werden in die Sprache der Heimbewohner übersetzt.


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