Der Leiter des Schulamtes, Dieter Kunstmann, sagte, die Behauptungen seien falsch. Intensive Untersuchungen und viele Gespräche hätten jetzt Klarheit gebracht. Neuschäfer habe auch keine Belege für die Vorwürfe erbringen können. Wegen der angeblichen Anfeindungen war die Familie ins Rheinland gezogen. red/mdr
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von claudius1740 am 19.07.2008 22:45
Falschmeldung
Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass sie wiederholt wird. Schulamtsleiter Kunstmann behauptet, es habe keine fremdenfeindlichen Vorgänge gegen meine Kinder und Frau gegeben. Gespräche und Untersuchungen hätten dies ergeben. Seine Lüge übersieht jedoch, dass er nie mit den Betroffenen geredet hat.
Es ist typisch, dass Opfer zu Tätern gemacht werden. Dies hatte in zwei deutschen Diktaturen schon Tradition. Deren Spuren sind noch heute zu erkennen, wie meine Familie schmerzhaft erleben muss(te). Es ist traurig, dass das Freie Wort eine solche Falschmeldung abdruckt und damit ein Podium für Diffamierung darstellt. -
von admin.fw am 20.07.2008 09:14
Podium
Diese Meldung stellt lediglich die Haltung des Schulamtes dar. In der Meldung steht nicht, dass der Amtsleiter selbst Gespräche geführt habe. Darum nicht vorschnell mit dem Begriff Lüge umgehen. Ansonsten ist es jedem unbenommen, trotzdem eine andere Sicht der Dinge zu haben. Dazu braucht es nicht der Diktaturen-Keule. Nicht Systeme tragen irgendwelche Schuld, sondern immer die handelnden Menschen. -
von timbeck01 am 20.07.2008 11:30
Das Problem des Missionars N. ist,
dass er Widerstand gegen die Wessi-Apartheid in Deutschnordost als "Rassismus" missversteht -
von timbeck01 am 20.07.2008 11:33
Das Problem des Missionars N. ist,
dass er Widerstand gegen die Wessi-Apartheid in Deutschnordost als "Rassismus" missversteht -
von timbeck01 am 20.07.2008 11:35
in einem aber liegt er richtig
dass Täter, die auf Widerstand treffen, sich gerne zu Opfern stilisieren -
von claudius1740 am 20.07.2008 17:24
Schutz
verdient jeder Mensch, egal ob aus Ost oder West oder Nord oder Süd. Kann man einem Menschen eigentlich seine Herkunft immer automatisch ansehen? Das Wort "Wessi-Apartheid" ist ein interessanter Ausdruck. -
von timbeck01 am 20.07.2008 18:13
Schutz für claudius1740
man muss die persönlich-juristische von der kollektiv-politischen Ebene unterscheiden. Keinem Wessi-Glücksritter im Osteinsatz (interessanter Ausdruck?) ist es zu verübeln, die Segnungen des bedingungslosen Anschlusses (1990), die Gebietsfremde aus dem Westen in die Position von Hausherrn spülte, schamlos ausgenutzt zu haben. Insoweit kein Problem! Höchstens eines der Moral. Und jeder von denen hat Anspruch auf den Rechtsstaat (auch wenn er den Ostdeutschen - z. B. was den Zutritt zu öffentl. Ämtern anbelangt - verwehrt wird). Keine Gleichheit im Unrecht, heißt dieser Rechtsgrundsatz. Soweit die pers.-jur. Ebene. Politisch aber ist der ungezügelte Glücksritterzuzug ein Verbrechen, das zur Verdrängung der Ostdeutschen und ihrem Aussterben führt (führen soll). Hiergegen ist Widerstand legitim und unerlässlich, denn die Entmündigung der Ostdeutschen in ihrem eigenen Siedlungsschwerpunkt (Stichwort „West-Bias“ – vgl. H.-U. Derlien) ist ein Verfassungsbruch. -
von timbeck01 am 20.07.2008 18:13
Fortsetzung
Dass dies sich gegen Einzelpersonen richtet, die vom Unrecht profitieren, ist die Folge dieser politischen Missstände. Das muss man berücksichtigen, wenn man über "Rassismus" der Ostdeutschen jammert. Wo die Politik in ihrer Schutzfunktion für die regionale Mehrheitsbevölkerung gegenüber den frechen Ansprüchen von Zugezogenen versagt (bzw. die Entmündigung selbst vorantreibt), greift der entrechtete, gedemütigte Mensch - wie überall auf der Welt - zur Selbsthilfe. Die Tatsache, dass mancher Nutznießer über Bagatellen jammert, liegt an der fast 18jährigen Duldungsstarre der Ossis, die sich erst allmählich löst. Die westdeutschen Glücksritter und Centurios haben deswegen den Eindruck gewinnen / sich einreden können, sie seien hier willkommen. Das wird sich aber ändern. -
von timbeck01 am 20.07.2008 18:18
noch eine kleine präzisierung des vorletzten satzes
Die westdeutschen Glücksritter und Centurios haben deswegen den Eindruck gewinnen / sich einreden können, sie seien hier ALS HERRENMENSCHEN UND ALLZEITBETREUER willkommen. -
von claudius1740 am 20.07.2008 22:35
Keiner aus dem Osten - wollte diesen Posten
Sehr geehrter Herr Beck, vielen Dank für diese aufschlussreichen Anmerkungen. Zweierlei möchte ich dazu gerne anmerken:
1. Ihre Zeilen wecken den Eindruck, dass es sich bei den fremendenfeindlichen Attacken gegenüber meiner Frau und den Kindern als bewusste anti-wessiliche Aktionen gehandelt haben muss. Das wäre doch wirklich sehr eigenartig, oder? Ist Ihrer Meinung nach Alltagsrassismus in Ostdeutschland eine Form von Selbsthilfe? Sie sprechen sogar von legitimem Widerstand ...
2. Ich bin vor acht Jahren nicht als Wessi nach Thüringen gekommen, um das zu erfüllen, was Sie oben beschreiben. Vielmehr war es so, dass niemand (!) aus Ostdeutschland damals diesen "Posten" haben und diese Arbeit machen wollte. Woran das lag, können Sie sich wahrscheinlich selbst ausmalen.
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von timbeck01 am 21.07.2008 18:29
zwei Anmerkungen
* niemand wollte Ihren Posten
Das ist im konkreten Fall von mir nicht zu beurteilen. Allerdings hat die Tatsache, dass Ostdeutsche andauernd zurückgesetzt werden, bereits dazu geführt, dass sie - sich der Sinnlosigkeit des Unterfangens im Klaren seiend - für zahlreiche Gestaltungsfunktionen überhaupt keine Bewerbung mehr einreichen (# öffentlicher Dienst). Der dann (und eigentlich von vornherein ausgesuchte) siegreiche West-Bewerber bekommt auf diese Weise dann ebenfalls den Eindruck, dass seinen Posten kein Eingeborener haben wollte 
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von timbeck01 am 21.07.2008 18:30
(forts)
* „bewusste anti-wessiliche Aktionen“
Nein, so viel Bewusstsein unterstelle ich den Menschen üblicherweise nicht. Es trifft wohl eher zu, was H.-J. Maaz feststellte (Maaz: Gefühlsstau): "Man schlägt den Afrikaner und meint den Wessi"
Da Sie schon so konkret von sich sprachen: ich glaube Ihnen, dass Ihre Familie fremdenfeindlichem Mobbing ausgesetzt war. Ich kenne meine Pappenheimer: die Anlagen für ein seinsadäquates Bewusstsein sind zwar vorhanden, aber weitgehend verschüttet. Diese irrationalen (psychopathischen) Reaktionen des unwissend gehaltenen, desorientierten Menschen sind (laut Maaz) Ausdruck eines rational begründeten, aber eben nicht rational erfassten Frusts. Sie sind mit einem Worte Ausfluss der kolonialen Subordination der Ostdeutschen, der Wegnahme ihres Heimatprivilegs zugunsten beliebiger, z. T. „entsetzlicher Armleuchter“ (Kohl über einen nicht weiter quantifizierten Anteil von „Aufbauhelfern“). -
von timbeck01 am 21.07.2008 18:31
(forts)
Ein Referenzbeispiel aus der Geschichte: Indische Geliebte von britischen Kolonialoffizieren und erst recht deren gemeinsame Kinder hatten es auf dem Subkontinent damals auch schwer.
Sie könnten viel dazu beitragen, dass die Genese solcher Exzesse ins mediale Wahrnehmungsfeld tritt und nicht länger die unsägliche Mär zirkuliert: deswegen, weil es in DNO kaum Ausländer gibt, seien Ressentiments besonders markant ausgeprägt. -
von claudius1740 am 21.07.2008 23:04
Danke
Über das sachliche Niveau dieses Austausches freue ich mich sehr. Danke.
Wegen der Stelle: mehrmals ostdeutschlandweit ausgeschrieben, niemand sich beworben ... Also hat das mit Wessi oder so nichts zu tun.
Ich persönlich finde es schwierig, wenn das Verhalten eines Menschen mit dessen Zurückweisung oder Erfahrungen erklärt und damit oftmals zugleich gerechtfertigt werden. Warum reagieren dann nicht alle gleich? Jeder ist für sein Verhalten selbst verantwortlich. -
von claudius1740 am 21.07.2008 23:04
Ausland
Das Argument mit den Ausländern verstehe ich sowieso nicht. In meiner Familie ist niemand Ausländer. Und selbst wenn es jemand wäre, wäre das ganze genauso schlimm. Warum betonte man in Rudolstadt, man sei nicht ausländerfeindlich und die Stadt hätte 500 ausländische Mitbürger? Und warum verschwieg man dabi, dass bei diesen zumeist deren Herkunft (aus der Schweiz, Frankreich usw.) gar nicht erkennbar ist?
Die Ressentiments gegenüber Ausländern hat in DeutschNordOst nichts mit deren geringer Zahl zu tun. Gar nichts. Das haben historische und soziale Studien längst erwiesen wie z.B. "Fremde und Fremdsein in der DDR".
Ich finde es nur wichtig, dass man zu Unrecht nicht schweigt und Zivilcourage zeigt - sei es bei ausländischen Mitbürgern oder anderen. Das spielt keine Rolle!

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