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Ilmenau – Nachdem das Ilmenauer Patentzentrum in der Nacht zum Sonntag verwüstet wurde, ist das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) heute immer noch mit der Spurensicherung beschäftigt. Wie Sprecherin Anette Schmitt von der Staatsanwaltschaft Erfurt sagte, seien zwei Tatverdächtige vernommen worden. Sie hätten die Tat jedoch bestritten. Bei Hausdurchsuchungen hätten LKA-Beamte ein mögliches Tatwerkzeug gefunden, jedoch keine Utensilien aus der rechtsextremen Szene, so Schmitt.
In dem Gebäude der Universität Ilmenau wurden eine Vielzahl an Büros verwüstet und auch Hakenkreuzschmierereien und antisemitische Parolen an die Wände geschrieben. „Dieser Anschlag richtet sich eindeutig nicht gegen das Patentzentrum, sondern gegen den Leiter Reinhard Schramm“, sagte Universitätssprecher Marco Frezzella gestern. Schramm ist der stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Aufgrund des Umfangs der Verwüstungen gehe man von mehr als einem Täter aus. Das Herzstück, der Computerraum, sei unversehrt geblieben.
Entrüstet und schockiert über die Verwüstungen zeigte sich auch die Universitätsleitung. „Unsere Dozenten konnten nicht einmal ihre Unterlagen aus den verwüsteten Büros holen“, sagt die Universitätskanzlerin Margot Bock. Deswegen seien Lehrveranstaltungen ausgefallen und die Forschung unterbrochen worden. Für die Universität sei das natürlich keine gute Werbung.
Einen Zusammenhang zwischen dem Vandalismus und kürzlichen politischen Streitigkeiten an der Universität sahen weder die Kanzlerin noch die Staatsanwaltschaft. Vor wenigen Wochen hatte eine antifaschistische Gruppierung aus Südthüringen Vorwürfe gegen die Universität Ilmenau erhoben, da ein Student Mitglied der rechtsradikalen NPD sei. Ein Gesprächsangebot der Universitätsleitung hatte die Gruppe in der vergangenen Woche jedoch abgelehnt.
Uwe Appelfeller











