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Ressort Thüringen
Erschienen am 17.04.2009 13:55
Justiz
Ein Erfurter Hausbesetzer landet nun im Gefängnis

Erfurt - Die Räumung des besetzten Hauses im Erfurt endet für einen der Besetzer im Gefängnis. Der 18-Jährige aus Erfurt sei per Haftbefehl gesucht gewesen, sagte am Freitag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen. Der Jugendliche war zu drei Jahren Haft wegen Raubs verurteilt worden und nicht zum festgelegten Termin ins Gefängnis gekommen.

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Alle anderen Festgenommenen seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. Bei einer Solidaritätskundgebung in Göttingen für die Erfurter Besetzer wurde am Donnerstagabend nach Polizeiangaben eine Polizistin bei Auseinandersetzungen leicht verletzt. Die Polizei löste die Kundgebung auf.

Bei einer Kundgebung am Donnerstagabend in Erfurt wurden nach Polizeiangaben acht Teilnehmer vorübergehend festgenommen. Es seien Polizisten angegriffen worden. Unter den Festgenommenen sei auch der Fahrer eines Lautsprecherwagens, der vor Kundgebungsbeginn damit langsam auf Polizisten losgefahren sei.

Die Thüringer Jusos kritisierten am Freitag die Polizei. Der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation Peter Metz sagte laut einer Mitteilung: «Die gestrige Machtdemonstration der Polizei war widerlich» und sprach von «Schikanen» seitens der Polizei, die es auf Eskalation angelegt habe. Bei der Räumung des Hauses am Donnerstagmorgen sei die Polizei «ramboähnlich» vorgegangen. Bei der Räumung hatte es laut Polizei keine Verletzen gegeben. 59 Besetzer waren des Geländes, verwiesen worden.

Innenminister Manfred Scherer (CDU) verwies auf die in Gebäuden gefundenen Waffen wie Molotow-Cocktails und Nagelbomben. Sie belegten ebenso wie Brandstiftungen in Erfurt und Weimar die Gewaltbereitschaft «in der Hausbesetzerszene». Für Kritik an der Polizei bei der Räumung und während der Demonstration gibt es nach Ansicht des Minister keinerlei Anlass.

Auf dem Gelände der ehemaligen KZ-Ofenbaufirma Topf & Söhne, das acht Jahre von jungen Autonomen besetzt war, werden Gewerbebauten und Wohnungen entstehen. Ein Gedenkort soll an die Verstrickung der Firma in die NS-Verbrechen erinnern. (red/dpa)

 
 

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