Suhl - Jetzt macht Thüringens sozialdemokratischer
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Wie die neue Schulform funktionieren soll, darauf ist auch die mitregierende CDU gespannt. Die Konservativen halten ihrem bildungspolitischen Sprecher Volker Emde zufolge nämlich wenig von der Gemeinschaftsschule. "Aus unserer Sicht brauchen wir die Gemeinschaftsschule nicht", erklärt Emde. In den Regelschulen sei das von der SPD im Wahlkampf propagierte längere gemeinsame Lernen längst verwirklicht. Und bisher sei überhaupt nicht klar, "was eine Gemeinschaftsschule von einer gut geführten Regelschule unterscheidet", moniert Emde.
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Alle Abschlüsse ermöglichen
Das, was bekannt ist, geht ihr längst nicht weit genug. Aus pädagogischer Sicht müsse die Gemeinschaftsschule die Klassen fünf bis zwölf umfassen. "Nur so macht es Sinn." Rögner wünscht sich eine Schule, die alle Abschlüsse ermöglicht - Haupt- und Realschulabschluss sowie Abitur. Das würde einen Zusammenschluss mit der Regelschule bedeuten, was jedoch nicht auf der Agenda des Kultusministers steht.
In Neudietendorf sähe man darin jedoch die Chance, "eine Schule für das 21. Jahrhundert zu schaffen", in der flexible Persönlichkeiten herangebildet werden können. Dazu müsste allerdings mit der 150-jährigen Tradition des Sortierens in die verschiedenen Schulformen gebrochen werden.
Unsicherheit beim Wechsel
Vom Sortieren in Gymnasiasten und Regelschüler nach der vierten Klasse hält man auch in Veilsdorf im Landkreis Hildburghausen wenig. Adelheid Demm, Leiterin der dortigen Regelschule, möchte ihr Haus deshalb gern in eine Gemeinschaftsschule umwandeln. Immer wieder erlebe sie die Unsicherheit der Eltern, ob ihr Kind ans Gymnasium wechseln sollte. Und obwohl sich gerade mal 20 Prozent der Eltern dafür entscheiden, kommen immer wieder Schüler zurück an die Regelschule. Demm: "Für die Entwicklung der Kinder ist das unschön."
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Im herkömmlichen Schulsystem habe man schwächere Schüler immer aussortiert, an Förderschulen etwa. Länder, in denen gemeinsames Lernen selbstverständlich ist, "schneiden bei PISA besser ab", sagt Metz. Im europaweiten Bildungstest liegen jene Staaten regelmäßig vorn, die auf ein frühzeitiges Aussortieren verzichten - die skandinavischen etwa. Metz: "Wir schauen aber nicht nur nach Skandinavien, wir wollen ein eigenes Modell."
Als Anhängerin des skandinavischen Bildungsmodells gibt sich auch die Neudietendorfer Schulleiterin Rögner freimütig zu erkennen. "Ich war in Schweden und habe gesehen, dass jedes Kind einzeln betrachtet wird." Von Sozialpädagogen und Psychologen, die zusammen mit den Lehrern in einem Team arbeiten. Ein bis zwei Sozialpädagogen wünscht sich Rögner an jede Thüringer Schule.
Das habe man doch schon mit dem gemeinsamen Unterricht von "normalen" und förderbedürftigen Schülern in einer Klasse verwirklicht, sagt CDU-Mann Emde. Bei diesem Modell werden Kinder nicht mehr an die Förderschulen geschickt, die Sonderpädagogen stundenweise zu ihnen in den Unterricht und arbeiten mit den "normalen" Lehrern zusammen.
Trotz der Skepsis sähen die Thüringer Christdemokraten der Gemeinschaftsschule "wohlwollend entgegen", sagt Emde. "Wir haben nichts gegen eine Weiterentwicklung des Schulsystems." Priorität müsse jedoch haben, die Qualität von Schule und Unterricht weiter zu entwickeln, fordert der CDU-Bildungsexperte.
Wunsch vieler Eltern
Wie viele Gemeinschaftsschulen gegründet werden, hänge letztlich von den Schulträgern und von den Eltern ab, erklärt der Kultusminister. "Wir werden sie nicht gegen deren Willen durchsetzen, sondern wir reagieren mit der Reform ja gerade auf den Wunsch vieler Eltern", sagt Matschie.
Die neue Schulform lasse sich nicht im Hauruck-Verfahren durchsetzen. "Das ist ein Entwicklungsprozess, der mehrere Jahre braucht." Befürchtungen, dass die Gemeinschaftsschule aus dem bestehenden Bildungssystem herausfalle, wies Matschie als unbegründet zurück. "Der Übergang in die Regelschule oder ins Gymnasium wird in jeder Klassenstufe möglich sein."




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