ERFURT – Im Streit um den Gebühren-Boykott an den Thüringer Hochschulen haben sich die Fronten verhärtet. Die Landesregierung halte an der geplanten Verwaltungsgebühr fest und lasse sich nicht auf Verhandlungen ein, sagte Thüringens Kultusminister Jens Goebel (CDU) gestern. Zuvor hatte er sich in Erfurt mit Studentenvertretern der Technischen Universität Ilmenau getroffen. Der Sprecher der Konferenz Thüringer Studentenschaften, Felix Ihle, sagte: „Wir werden den Boykott aufrechterhalten.“
Vom kommenden Wintersemester an sollen Studenten in Thüringen einen Verwaltungskostenbeitrag von 50 Euro pro Semester zahlen. Dagegen hatten die Studentenschaften zu einem landesweiten Boykott aufgerufen. Statt an die Hochschulen sollten die Studenten die fällige Gebühr auf ein Treuhandkonto zahlen. Als Ziel hatten sich die Studentenschaften eine Boykottbeteiligung von mindestens 20 Prozent gesetzt, um politischen Druck auf Landesregierung und Hochschulen ausüben zu können.
Diese Marke erreichte die TU Ilmenau bisher als einzige Uni. An den Fachhochschulen in Erfurt, Jena und Nordhausen, der Musikhochschule Weimar und der Universität Erfurt scheiterte der Boykott. Ausschlaggebend wird die Beteiligung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sein, die mit knapp 20 000 Studenten die größte Hochschule in Thüringen ist. Dort läuft der Aufruf bis Mitte August.
Goebel warnte die Studenten davor, sich am Gebühren-Boykott zu beteiligen. Sie müssten sich im Klaren sein, dass sie dadurch Gesetze brechen, so der Minister. Den beteiligten Studenten drohe die Exmatrikulation. Damit erlösche das Recht, Lehrveranstaltungen zu besuchen. Ferner würden Leistungen des Studentenwerkes, des BAföG und Vergünstigungen des Studentenausweises wegfallen. Eltern verlören den Anspruch auf Kindergeld und ausländische Studenten womöglich die Aufenthaltserlaubnis. (red)

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