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In Gehren (Ilmkreis) setzt man auf einen Dimmer, um Stromkosten zu sparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. „Dimmlight“ heißt die Technik, die die Ilmenauer Firma Isle Steuerungstechnik und Leistungselektronik GmbH und die KD Elektroniksysteme GmbH aus Zerbst in Sachsen-Anhalt gemeinsam entwickelt haben. Mit der Methode hat Gehren mit seinen 4000 Einwohnern innerhalb eines Jahres immerhin 5000 Kilowattstunden Strom eingespart. Dabei ist bislang gerade einmal das Wohngebiet an der Carl-Marien-Höhe mit 37 Leuchten mit dem neuen Verfahren ausgerüstet. „Wir sind noch am Anfang“, sagt Gehrens Bürgermeister Ronny Bössel.
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Serienfertigung läuft seit einem Jahr
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Das wäre die erfolgreiche Fortsetzung einer Geschichte, die vor mehr als sieben Jahren mit dem Praktikum eines Studenten bei der Isle begann. Dieser befasste sich mit der Anfrage einer Firma aus Greußen, die sich für eine Dimmertechnik für Straßenlaternen interessierte. „Das nötige Wissen dafür hatten wir aus anderen Projekten, dennoch war die Umsetzung eine große Herausforderung“, sagt Isle-Entwicklungsleiter Uwe Gellert. Denn von der Anfrage über die Patentierung im Jahr 2002 bis hin zur Installation der ersten Anlage vergingen rund vier Jahre. Seitdem regelt Dimmlight die Beleuchtung auf dem Firmengelände der KD Elektroniksysteme in Zerbst. Mit dem Unternehmen in Sachsen-Anhalt fand Isle auch gleich einen Partner, der Produktion und Vertrieb für die neue Technik übernehmen wollte. Denn Isle ist ein reines Entwicklungsunternehmen, das eine eigene Produktion gar nicht aufbauen kann und will.
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Konzentrierte sich der Verkauf anfangs vor allem auf das Umfeld der beiden beteiligten Unternehmen, also Ilmenau und Zerbst, so regelt Dimmlight inzwischen auch Leuchtkraft und Stromverbrauch von Straßenlaternen in Leipzig, in Unna in Nordrhein-Westfalen oder in Kassel. Die neuesten Kunden kommen aus Schweden. „Der Kontakt kam bei unserem ersten ‚Dimmlight-Tag‘ im vergangenen Jahr zustande. Inzwischen planen wir den Aufbau einer eigenen Vertriebsplattform für den skandinavischen Raum“, erzählt Kleinodt.
Dabei kommt das Kooperationsprojekt inzwischen über den Status von Test- oder Modellversuchen hinaus. Nicht nur Gehren überlegt, eine zweite Anlage zu installieren. „Viele Kommunen ordern nach. Es gibt inzwischen sogar schon Ausschreibungen für Neubaugebiete, in denen die Verwendung einer Anlage, die den Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung regelt, gefordert wird“, berichtet Kleinodt. Wichtigstes Verkaufsargument ist und bleibt die Kostenersparnis, die die Kommunen durch den geringeren Stromverbrauch erzielen können. „Der Umweltschutz spielt eine eher untergeordnete Rolle, doch natürlich hilft uns die Diskussion um die Senkung des CO2-Ausstoßes. Das Produkt passt einfach in die Zeit“, berichtet Vertriebschef Bernhard Dombrowski.
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Viele Kommunen ordern nach
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Ronny Bössel bestätigt, dass es auch in Gehren in erster Linie um die Kosten ging. „Als Kommune hat man aber auch den Umweltschutz im Blick, schließlich wollen wir nachhaltig wirtschaften“, erklärt der Bürgermeister. So war schließlich auch der Gehrener Stadtrat von den Mehrausgaben für die Anschaffung der neuen Technologie überzeugt. Die schnelle Sparmaßnahme wäre zwar die Abschaltung von Straßenlaternen gewesen. Nun amortisieren sich die Kosten für Anschaffung und Installation erst nach etwas mehr als drei Jahren. „Wir können jedoch keine Entscheidungen treffen, die nur kurzfristige Wirkungen erzielen. Deshalb machte die Investition Sinn. Die Technologie kam für uns einfach zur rechten Zeit“, berichtet Bössel.
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Schon jetzt sind die Zahlen beachtlich, mit denen der Vertriebschef bei seinen potenziellen Kunden argumentieren kann. So sparen die rund 50 im Internet aufgelisteten Orte mit Dimmlight zusammengerechnet schon jetzt rund 210 000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 50 Ein-Familien-Häusern. Und dabei haben die meisten Kommunen bislang nur einen Straßenzug, also zwischen zehn und 40 Laternen, mit Dimmlight ausgerüstet. Zudem wurden durch die Leuchtkraftregelung knapp 110 000 Kilogramm Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre gepustet. Um so viel Treibhausgas zu produzieren, müsste ein durchschnittlicher Personenwagen 550 000 Kilometer weit fahren.
Die Anwohner in Gehren bekommen davon freilich nichts mit, wenn jeden Abend die Straßenbeleuchtung anspringt und sich wie von Zauberhand zum Sparen herunterregelt.
Weitere Dimm-Beispiele: www.dimmlight.de





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